EMI mit neuen Tönen: "File Sharing nicht unbedingt schlecht"

6. April 2008, 12:08
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Studien zeigen postiven Effekt für KünstlerInnen - Klagen gegen eigene KundInnen seien kein sonderlich schlaues Geschäftsmodell

Nach Jahren in denen die großen Player in der Musikindustrie ihr Verhältnis zum Thema File Sharing primär über - reichlich wirkungslose - Gerichtsverfahren definiert haben, zeichnet sich nun erstmals ein Umdenkprozess ab. So lässt der neue Chef für das digitale Geschäft bei EMI, Glen Merill, nun mit ungewohnten Tönen zum Online-Musik-Tausch aufhorchen.

Positiv

"Studien zeigen, dass File Sharing gut für die Künstler ist und keineswegs ein notwendigerweise negatives Phänomen". Entsprechend müsse man mit neuen Ansätzen experimentieren, um herauszufinden, welches Geschäftsmodell man in diesem Zusammenhang entwickeln könne, so Merill gegenüber dem englischen "Guardian".

Angebot

Er sei davon überzeugt, dass die Musik-LiebhaberInnen bereit sind für entsprechende Angebote zu zahlen. Kein gutes Haar lässt Merill am bisherigen Umgang der Musikindustrie mit dem Thema "File Sharing". "Es ist ein ziemlich schlechtes Geschäftsmodell, die eigenen Kunden zu verklagen", wird der Digital-Chef von EMI - immerhin einer der großen Unterstützer der klagefreudigen Recording Industry Association of America (RIAA) - deutlich.

Vorgeschichte

Glen Merrill war unlängst von Google zu EMI gestoßen. Beim Suchmaschinenexperten war er als Chief Information Officer unter anderem einer der Baumeister der Neuausrichtung des Konzerns im Jahr 2004. (apo)

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EMI

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