Einstieg in die Subtilität

Redaktion, 4. April 2008, 09:53
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    foto: dieburgundermacher

    Die Burgundermacher haben sich der Pflege von Pinot Noir und Sankt Laurent verschrieben.

Pinot Noir 2004 von Günther Dopler, Thermenregion

Die Burgundermacher sind eine Truppe von acht Winzern in und um Tattendorf, die sich vor einigen Jahren fanden und sich der Pflege und Hege von Pinot Noir und Sankt Laurent verschrieben, da diese beiden Rebsorten auf den kargen kalkreichen Schotterböden der Gegend ideale Standorte haben. Dazu zählen Winzerhof Landauer Gisperg, Gerald Schneider, Johann Gisperg, Weingut Heggenberger, Heinrich Hartl, Leopold Auer, Weingut Reinisch und Weingut Dopler.

Pinot Noir zählt zu den großen internationalen Klassikern, ist vor allem in der Burgund zu finden, auch in der Champagne verbreitet und ergibt Weine eines Stils, über den es sich wunderbar streiten lässt. Ein guter Pinot Noir ist ausgeprägt rotfruchtig nach Himbeeren und roten Ribiseln, erdig-würzige Aspekte. Er ist komplex, hat eine dezente zurückhaltende Tanninstruktur, je nach Klima mittelkräftige bis sehr kräftige Säure und bei idealem Standort tiefe mineralische Noten. Pinot ist auch eine Rebsorte, die polarisiert, da nicht alle mit der Feinheit etwas anfangen können und man sich den Stil manchmal mit einiger Geduld „er-trinken“ muss.

Die Burgundermacher aus der Thermenregion laden sich jährlich Gäste ein, tragen Pinots Noirs aus allen möglichen Ländern zusammen und probieren diese in einer verdeckten Round-Table-Verkostung. Dabei geht es nicht darum, den besten des Abends rauszufiltern, sondern vor allem um Diskussionen über Stil und Vergleiche mit anderen. Auch die Frage, was denn weshalb Österreich sein könnte, bzw. welcher jetzt warum aus der Thermenregion kommen könnte, ist für sie wichtig. Eine stilistische Standortbestimmung sozusagen.

Bei der kürzlich abgehaltenen Vergleichsverkostung zwischen österreichischen, nicht ausschließlich Burgundermacher-Pinots und internationalen Rebsortenspezis (darunter Daniel Gantenbein Pinot Noir 2002, Fürst Löwenstein, Ahr, Faiveley Grand Cru Corton, Burgund), zeigten sich einige österreichische Pinots der Jahrgänge 2003 und 2004 in absoluter Hochform. Dazu zählte unter anderem Claus Preisingers 2003 Pinot oder Gerhard Markowitschs Pinot Reserve 2002.

Die besondere Empfehlung gilt jedoch dem Pinot Noir 2004 von Günther Dopler aus Tattendorf, der die Runde der 24 Weine eröffnete, und gleich einen sehr hohen Standard vorlegte, den er auch in der Nachverkostungsrunde hielt. Er erfüllte alle Erwartungen an Pinot, mit schöner verspielter rotbeeriger Frucht, leichten Kräuteraromen, mit der Zeit entwickelte er zarte mineralische Noten bei einem sehr ausgewogenen und vor allem komplexen, feinen, eleganten, sortentypischen Auftreten bei prächtiger Trinkreife. (Luzia Schrampf)

Ab Hof nur noch in wenigen Restflaschen um 14,50 €. Im Raum Baden auch in der Gastronomie zu bekommen z.B. in Ebreichsdorf bei „Rosenbauch“.

Kontakt:
Günther Dopler
Pottendorferstraße 8
2523 Tattendorf
Tel. 022 53/81 266
Dopler
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Kommentar posten
18 Postings
ubu roi
01

ich mag das, wenn wer "die burgund" sagt. tu ich auch, ist zwar falsch, aber irgendwie passt das besser.

Michael Holzermayr2
10
11.4.2008, 16:18
Wie wäre das dann mit

Piemont?

para_celsus
00
11.4.2008, 19:03

der oder das Piemont

Scully
01
?

ich moecht's wirklich bloss verstehen...

was bitte ist an "die" burgund besser als an "das" burgund?



para_celsus
00
11.4.2008, 18:58

nichts,
die ist falsch,
sonst nichts

ubu roi
10
10.4.2008, 00:04

"das" burgund ist einfach zu sächlich. "la" bourgogne wiederum, wenn man bunte dachziegel und alte gemäuer mag, wunderbar getrunken und gegessen, cluny und vezelay bestaunt, charolais-rinder, soumaintrain und epoisses verspeist hat - das stimmt einfach so besser.

para_celsus
00
10.4.2008, 17:52
Tochtersprachen des Lateins sind vielfach Genus betreffend verkümmert!

Was sprachlich Verkümmertes sollte kein Vorbild sein!

ubu roi
10
10.4.2008, 22:11

so gesehen sind alle indoeuropäischen sprachen verkümmertes sanskrit. weg damit!

para_celsus
00
11.4.2008, 16:35
Deutsch, Griechisch, Russisch ....

kennen die 3 Geschlechter der Hauptwörter
im Gegensatz zu den Lateintöchtern.

ubu roi
00
12.4.2008, 09:15

und romanische sprachen sind demnach irgendwie minderwertig?

para_celsus
00
12.4.2008, 09:44

Nein, doch das Wegfallen des Neutrum als Genus in Tochtersprachen kann im Vergleich mit der Muttersprache als Verkümmerung betrachtet werden.

ubu roi
10
14.4.2008, 21:17

das althochdeutsche hatte auch viel mehr endungen als das jetzige, verkümmerte deutsch. dekadenz wohin man schaut!

Scully
01
10.4.2008, 00:45
ok, verstanden!

ich steh auch auf "das burgund", aber am artikel hab ich mich bis dato noch nie gestossen...

pivu
 
00

Über die gute Bewertung des Dopler-Pinots auch anderswo (Vinaria?) war ich doch sehr überrascht. Konnte vor 3 Wochen alle Pinots der Tattendorfer (und andere Vergleichspinots) am Stück probieren, von den Burgundermachern gefällt mir Auers Pinot mit Abstand am besten. Dopler hab' ich als sehr kräftig, (zu) holzlastig mit intensiver Nase in Erinnerung, Auer find' ich vielschichtiger und subtiler. (Beim SL wär' Schneider mein Favorit.)

para_celsus
00

StL

para_celsus
01
Für prächtige Trinkreife

eignen sich rote Doppler aus Tattendorf prächtig.

Michael Holzermayr2
00
11.4.2008, 16:19
Gratulation,

der war gut!

mikromalist
 
00
Diese Initiative begeistert mich.

In meinem langen Rotwein-Trink Leben haben PN und Barolo (nein! ich bin nicht Gusenbauer :=)) den obersten Platz erklommen.
Messen an Gantenbein, scheint mir ambitioniert. Aber bitte nicht an den "Faiveley" (die nur selten wirklich grosse PN...).

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