Virtuelle Plattform für reale Kontakte

13. April 2008, 17:05
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"Seamee.com" will mithilfe der Technik die Menschen auch wieder in direkten Kontakt miteinander bringen

Der Knackpunkt für Barbara Novak war die Online-Plattform Second Life: "Da treffen sich Menschen in einer virtuellen Welt, das sogar noch unter der Maske von Avataren, haben dabei angeblich auch noch Sex miteinander, ja wo soll da bitte der Spaßfaktor sein?" Netzwerken im Internet, schön und gut, fanden die Unternehmensberaterin und ihr Mann Michael, aber letztlich bräuchte der Mensch als soziales Wesen doch persönliche Kontakte.

Meet

Nach einer intensiven Beobachtungsphase schritten die Novaks ans Werk und stellten die Community-Plattform Seamee.com auf die Beine. Der Name setzt sich aus den englischen Begriffen "search" (suchen) und "meet" (treffen) zusammen. "Ziel war es, die moderne Technik nicht zu verteufeln, sondern die zur Verfügung stehenden Medien, um der gemeinsamen Vereinsamung im Internet entgegenzuwirken und die Menschen wieder ins direkte Gespräch zu bringen", erläutert Barbara Novak im Standard-Gespräch.

Zusammenfinden

Suchen und finden können die registrierten Seamee.com-Nutzer auf der Plattform nicht nur Gleichgesinnte etwa fürs gemeinsame Joggen im Bereich "People", einen Partner für ein romantisches Abendessen oder zweisame Stunden im Bereich "Love". Im "Business"-Bereich soll geschäftlich genetzwerkt werden können, im Bereich "Job" findet sich ein Online-Stellenmarkt. Mittels Bluetooth können sich die Seamee.com-Mitglieder auch via Handy finden. Eine zuvor installierte Software ermöglicht, sich andere Plattformuser in der unmittelbaren Umgebung anzeigen zu lassen. Nach einem zunächst anonymen Handy-Chat, beispielsweise mit Mitglied "Kuschelbär", soll dann eventuell der Mut wachsen, sich kurzerhand persönlich kennenzulernen.

Chat

Der Handy-Chat kostet - von den Verbindungsgebühren abgesehen - 70 Cent für die Dauer von 24 Stunden. Verrechnet wird die Gebühr über den Handybetreiber. Die Nutzung der Seamee.com-Plattform ist kostenlos. Vorerst gibt es das Angebot für Österreich, Deutschland und die Schweiz. Eine englischsprachige Version soll folgen.

Entwicklungskosten

Wie viel sie in das Projekt investiert haben, will Barbara Novak nicht verraten. Die "massiven Entwicklungskosten" seien ohne Investoren und aus Eigenkapital finanziert worden. Mit 100.000 Nutzern bis zum Jahresende hoffen sie, die kritische Masse erreicht zu haben, um von den Erlösen aus der darauf verkauften Online-Werbung leben zu können. (Karin Tzschentke / DER STANDARD Printausgabe, 04. April 2008)

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