Neues System "Viona" ermöglicht exakte Reisezeitprognosen

9. April 2008, 10:08
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Auch für Verkehrsanalysen - Probebetrieb durch die ARC an der Mariazeller Landstraße abgeschlossen

Mit einem innovativen Verkehrsanalyse-System namens "Viona" (Video Identifikation und Online Analysen für Verkehrsströme) wollen Wissenschafter der Austrian Research Centers (ARC) genaue Prognosen von Reisezeiten für eine bestimmte Route ermöglichen. Ein erster, dreimonatiger Probebetrieb fand an der Mariazeller Landstraße statt und brachte für die Experten erstaunliche Ergebnisse zutage.

Mobile Zählstationen

Für "Viona" wurden eigene Zählstationen in Form von kleinen, mobilen Kästchen entwickelt. Die Stationen sind eher einfach gestaltet, enthalten eine Kamera, einen Sender für die einlangenden Daten und ein Verschlüsselungssystem, das vor allem aus datenschutzrechtlichen Aspekten wichtig ist. Verrechnet werden die Daten dann von einem Zentralcomputer.

Auch Herkunft der Fahrzeuge zählt

Kameras und Computer erfassen einmal die Gesamtzahl der vorbeifahrenden Autos, analysieren aber auch die Kennzeichen, vor allem in Hinblick auf die Herkunft, des politischen Bezirks der Fahrzeuge. Wird ein Auto an einer anderen Zählstelle wieder erkannt, lässt sich die benötigte Reisezeit ermitteln und zudem der Durchzugs- vom regionalen Verkehr unterscheiden. Darüber hinaus erkennt die Software über die Kennzeichenendung auch Taxis, Mietwagen oder Gütertransporte.

Drei Monate Testbetrieb

Erstmals in der Praxis erprobt wurde das neue System an der Mariazeller Landstraße (B 20) im Traisental. "Die während drei Monaten gemessenen Reisezeiten geben Einblick in die Verkehrsdynamik bzw. -charakteristik einer Bundesstraße und sind der erste Schritt zur Reisezeitprognose für das regionale Straßennetz", erklärte Projektleiter Michael Aleksa von Arsenal Research.

Analyse der Verkehrsströme

Die Datenauswertung brachte zutage, dass es im Untersuchungsgebiet zu regelmäßigen Verkehrsspitzen vom Doppelten der Normalreisezeit kommt. Das hat die Experten nach eigenen Angaben doch überrascht. Die Ursachen dafür sollen durch weitere Analysen der Verkehrsströme - etwa in Bezug auf den Lkw-Anteil, Überholmanöver oder Geschwindigkeit - geklärt werden. (APA)

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    foto: arsenal research
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