Hut ab vor diesem Buckel!

    11. April 2008, 17:00
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    Ein Neunhunderter mit alpinem Einschlag. Den Hutwisch nutzten wahrscheinlich schon die Kelten für einen befestigten Wachtposten

    Der Hutwisch, die höchste Erhebung der Buckligen Welt, hat viele „Stammkunden“ unter den Wanderern. Er bietet verschiedene Anstiege, die sich alle durch eine reizvolle Landschaft und viel Abwechslung auszeichnen, und er verfügt über eine Aussichtswarte, die einen grandiosen Rundblick bietet. Seit einiger Zeit gibt es dort auch eine Panoramatafel, die das Benennen der ringsum liegenden Erhebungen wesentlich erleichtert. Es ist leider teuflisch, wenn ein Berg von den verschiedensten Seiten immer anders ausschaut.

    Der jetzige Turm ist der dritte auf dem Hutwisch-Gipfel, die Bauten von 1882 und 1929 verfielen, die heutige Warte stammt aus dem Jahre 1979. Die Sicht von der Plattform reicht weit ins Ungarische hinein, auch ein Zipfel der Slowakei ist zu sehen. In der Runde liegen Schneeberg, Rax, Veitsch, Hochschwab, die Zauberberge, ein Teil der Voralpen mit der Hohen Wand, ein Teil der Thermalalpen mit dem Anninger. Zu sehen sind weiters Schöckl und Hochlantsch, das Bernsteiner Gebirge und der Geschriebenstein.

    Obgleich der Höchste in der Buckligen Welt nur knapp an die 900-Meter-Marke heranreicht, zeigt seine Vegetation schon einen alpinen Einschlag. So findet man auf der Südseite im Frühjahr den Krokus. Angeblich hat man in diesem Gebiet nicht weniger als 2000 Pflanzenarten festgestellt.

    Die exponierte Lage des Berges nutzten wahrscheinlich schon die Kelten für einen befestigten Wachtposten, nachgewiesen ist ein Bauwerk aus römischer Zeit.

    Viele Wege führen auf den Hutwisch, keiner davon ist schwierig. Schon wegen der landschaftlichen Schönheiten sollte man nicht die kurzen Routen wählen, es zahlt sich aus, die vielen Buckeln der Umgebung mit allen Sinnen zu erleben.

    Die Route: Von der Kirche in Bad Schönau wandert man auf der blauen Markierung nach Maierhöfen und wechselt dort nach rechts auf die rote Markierung zur Hollermühle. Dort wechselt man wieder auf blau, um über freies Gelände zu den Höfen von Schlägen zu gelangen. Gehzeit ab Bad Schönau eine Stunde. Weiter geht es den Schafriegel hinauf, bei einem Bildstock hält man sich rechts und wandert direkt auf den Hutwisch zu. Man passiert drei Kreuze, kommt zum Schneidersimmerl und später zum Gipfel des Hutwischs. Gehzeit ab Schlägen 1¼ Stunden.

    In einer halben Stunde steigt man – auf dem grün markierten Weg – nach Hochneukirchen ab. Von dort führt eine gelbe Markierung – mit Gegensteigung – zum Höhwirt -, man quert die Straße und wandert auf der gelben Markierung talab. Später wechselt man auf eine grüne Markierung, um zum Ausgangspunkt Bad Schönau zurückzukehren. Gehzeit ab Hochneukirchen 2 bis 2¼ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/12./13.4.2008)

    Gesamtgehzeit 4¾ bis 5 Stunden, Höhenunterschied rund 500 m. Gasthaus in Hochneukirchen und Höhwirt. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 137 (Oberwart); Freytag & Berndt WK 422 (Wechsel, Bucklige Welt, Bernstein), Maßstab 1:50.000.
    • Die Bucklige Welt.
      foto: österreich werbung/mallaun

      Die Bucklige Welt.

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