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Klangmeister und Geräuschemacher

3. April 2008, 13:28
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Chris Clark, Tim Hecker, Amon Tobin: Das donaufestival 08 wartet am 26. April mit internationalen Stars auf, die sich auf neue Klangwelten verstehen

„angst obession beauty“ – Der erste Donaufestival-Samstag hat sich besonders die „Obssesion“ zum Motto gemacht: Die Stargäste des Abends werden die Kremser Messehallen ab 21.00 Uhr mit Fieldrecording, Breakbeat und technoiden Klängen füllen.

Bevor der Brite Chris Clark, der Kanadier Tim Hecker und der Brasilianer Amon Tobin ihre neuesten Arbeiten hören lassen, präsentiert der kanadische Kultregisseur Bruce LaBruce seine erste Theaterarbeit im Kremser Stadtsaal: Sein „Fassbinder-Pasolini-Musical“ Cheap Blacky ist eine Revue über Gesellschaft, Unterdrückung, Obsession und die anarchische Kraft von Sexualität. In der Kremser Minoritenkirche erzählt die US-amerikanische Spoken Word-Poetin Ursula Rucker ihre rhythmischen Geschichten über den alltäglichen Lebenskampf.

Albtraumhaft schöne Klanglandschaften

Ab 21.00 Uhr wird dann Chris Clark mit seinem neuen Album „Turning Dragon“ in der Halle 1 in eine harte, minimalistische und technoide Zukunft blicken. Auf seinem Label Warp hält der Brite nach wie vor den klassischen Sound hoch und kredenzt albtraumhaft schöne Klanglandschaften. In der neuesten Ausgabe der Musikzeitschrift Spex verrät er seine Inspiration: „Brennendes, schwarzes Plastik. Daran denke ich bei meiner Musik: an etwas, das über seine Grenze hinaus belastet wird.“ Mit „Turning Dragon“ will Clark die Lücken füllen, die sich mit dem Vorgänger-Album „Body Riddle“ aufgetan haben – das Resultat ist vielleicht eines der feinsten elektronischen Alben dieses Jahres.

Vom Politologen zum Musiker

Clark wird von dem Kanadier Tim Hecker abgelöst. Der Kanadier ist eigentlich Politologe und war für die kanadische Regierung tätig. Jetzt baut er aus Musik statisch aufgeladene, vielschichtige Träume, produziert Klanginstallationen und Tanztheatermusik. Heckers musikalische Arbeiten begeben sich auf die Suche nach den Schnittpunkten von Lärm, Dissonanzen und Melodien. Die New York Times beschrieb sie als „abstrakte Prophezeiungen, in der statische Bässe um langsame Noten und Akkorde herumgrollen – wie Abgründe, die sich in der Erde auftun und sie als Ganzes verschlingen wollen.“ Sein letztes Album „Harmony in Ultraviolett“ wurde von den Kritikern durch die Bank gelobt.

Der Geräuschemacher

Hauptact des Abends ist die Performance des Brasilianers Amon Tobin. Der Musiker hat sich mit seinem Album „Foley Room“ musikalisch gänzlich neu erfunden. Dabei konzentriert er sich darauf, Geräusche ungeachtet ihrer Herkunft zu manipulieren. Gemeinsam mit einem Tontechniker und einer beachtlichen Sammlung an Mikrofonen schwärmte er aus, um an allen möglichen und unmöglichen Orten akustisches Rohmaterial einzusammeln. Dabei hat er Technik, Tiere, Insekten, Musiker, Motorräder und tausend andere Dinge aufgenommen und damit seine Arbeiten auf „Foley Room“ unterfüttert. Obwohl dieser Prozess ziemlich experimentell war, darf das Album nicht als Avantgarde-Musik-Übung betrachtet werden. Das Endresultat ist vielmehr Tobin pur – in Tonalität und Melodie aber um Klassen besser.

Infos:
Programmübersicht und Ticketpreise unter www.donaufestival.at
  • Spoken Word-Poetin Ursula Rucker: Rhythmische Geschichten in der Minoritenkirche.
    foto: steve belkowitz

    Spoken Word-Poetin Ursula Rucker: Rhythmische Geschichten in der Minoritenkirche.

  • Chris Clark: Blick in eine harte, minimalistische und technoide Zukunft.
    foto: promotionfoto

    Chris Clark: Blick in eine harte, minimalistische und technoide Zukunft.

  • Tim Hecker: erst Politologe, jetzt Musiker
    foto: promotionfoto

    Tim Hecker: erst Politologe, jetzt Musiker

  • Der Brasilianer Amon Tobin versteht sich als Geräuschemacher
    foto: vid cousins

    Der Brasilianer Amon Tobin versteht sich als Geräuschemacher

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