Weltpremiere in Oberösterreich: "Jump" mit Patrick Swayze

6. April 2008, 18:39
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Das Film-Projekt um die Geschichte des jüdischen Zahnarzt­sohnes, Philip Halsman, wird am 16. April im Linzer Design Center präsentiert - Gesamtkosten: 6 Mio Euro

Linz - Der Film "Jump" mit Hollywood-Star Patrick Swayze feiert am 16. April im Linzer Design Center Weltpremiere. Neben dem "Dirty-Dancing"-Star sind in den Hauptrollen Anja Kruse, Heinz Hoenig und Wolfgang Fierek zu sehen. Regie führte Joshua Sinclair, von dem auch das Drehbuch stammt. In das Film-Projekt wurden rund sechs Millionen Euro investiert, bestätigte Produzentin Lilly Berger. Der Film soll ab 18. April in den Kinos zu sehen sein.

Zur Premierenfeier, die "glamourös Marke Hollywood" ausfallen soll, werden rund 600 Gäste erwartet. Ob Patrick Swayze, der an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist, an dem Abend teilnehmen wird, könne sie nicht garantieren, erklärte Berger im Gespräch mit der APA. Tatsache sei aber, dass "Jump" für Swayze ein besonders wichtiges Projekt sei, weil es eine völlig neue schauspielerische Seite von ihm zeige. Auf ausdrücklichen Wunsch des Hollywood-Stars werde die Premierenfeier nicht verschoben.

Die sechs Millionen Euro würden zum Teil aus Eigenkapital und zum Teil aus einem Bankkredit kommen, für den ein privater Sponsor gebürgt habe, so Berger. "Für den Film haben wir keinen einzigen Euro Förderung bekommen", betonte sie. Sorgen, zu viel Geld investiert zu haben, mache sie sich keine, betonte Berger. Der Film erzähle eine historisch gut fundierte Geschichte und spiele auch noch nach zwanzig Jahren im Fernsehen Geld ein.

Oberösterreich goes Hollywood

850 Komparsen aus Oberösterreich wirkten bei dem Film mit. Mit den Statisten sei sie sehr zufrieden gewesen, berichtete Berger. An den Drehorten Linz, Enns, Hinterstoder, Molln und Frauenstein wurden die Szenen produziert, die im Film in Innsbruck angesiedelt sind. Der Kaisersaal des Stift Kremsmünster wurde für den Indizienprozess zum Gerichtssaal umfunktioniert. In Windischgarsten diente ein verfallenes Hotel und ein altes Nachbarhaus als Filmkulisse.

Jump ist die Geschichte eines jüdischen Zahnarztsohnes, Philip Halsman, der 1928 wegen Vatermordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, obwohl er seine Unschuld beteuerte. Der aus Riga stammende Morduch Halsman - gespielt von Heinz Hoenig - unternahm mit seinem 22-jährigen Sohn Philipp (Ben Silverstone) im Zillertal eine Bergtour. Aus bis heute ungeklärten Umständen stürzte der Vater bei der Wanderung in den Tod.

Philip Halsman wurde verhaftet, es kam zum Prozess. Seinem Anwalt (Patrick Swayze) gelang es, mit Hilfe prominenter Fürsprecher wie Sigmund Freud, Albert Einstein und Thomas Mann schließlich wegen Zweifels an der Richtigkeit des Urteils doch die Freiheit zu erkämpfen. 1930 wurde Halsman vom damaligen Bundespräsidenten Wilhelm Miklas begnadigt und des Landes verwiesen.

Halsman emigrierte mit seiner Familie in die USA. Dort stieg er zu einem der bekanntesten Fotografen des 20. Jahrhunderts auf. Er starb 1979. Mehr als 100 Titelfotos des Time-Magazins stammen von ihm. Besonders berühmt wurde er durch sein "Jumpbook", in dem er berühmte Persönlichkeiten von Marilyn Monroe bis Richard Nixon für ein Foto in die Höhe springen ließ. (APA)

  • Filmszene aus "Jump"
    foto: lwb-media.com

    Filmszene aus "Jump"

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