Buchtipp: Vertrag von Lissabon, erstmals kommentiert

Redaktion, 1. April 2008, 16:41
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Fundierte Infos über das "Wie", "Wo" und "Warum" des viel diskutierten EU-Vertrages

Es ist ja ein vielgenutztes Argument im Streit um Für und Wider des EU-Vertrags von Lissabon, das die Gegner den Befürwortern und die Befürworter den Gegnern immer wieder vorwerfen: "Haben Sie ihn denn überhaupt gelesen?" Eine nicht ganz unberechtigte Frage – ist doch die "originale" Fassung des Vertrages eigentlich eine gewaltige, hunderte Seiten lange Sammlung von Verweisen auf die bisherigen Verträge. Wer in den geltenden Rechtsgrundlagen der EU nicht absolut sattelfest ist, hatte bisher berechtigte Schwierigkeiten, den Vertrag von Lissabon in all seinen Details zu durchschauen. Der Grund für die schwer lesbare Form ist die Tradition der EU, Vertragsänderungen durch einen Mantelvertrag, also einer Anpassung der existierenden Verträge, vorzunehmen.

Die so genannte konsolidierte Form des Vertrages, ergänzt um Verweise auf geltende Bestimmungen und erläuternde Kommentare, ist jetzt als Buch (mit begleitender CD-ROM) erschienen. Klemens H. Fischer, Gesandter bei der Ständigen Vertretung Österreichs bei der EU, kommentiert und erklärt auf über 100 Seiten den Weg von Nizza nach Lissabon. Rund 400 Seiten macht die tatsächliche Fassung des Vertrages aus. Immer noch keine leichte Lektüre für zwischendurch – aber verständlich und übersichtlich aufgearbeitet.

Im aktuell schwelenden Streit um Sinn und Unsinn von Volksbefragungen über den Vertrag von Lissabon wird wenig über detaillierte Inhalte gesprochen. Ein Vorwurf, den man Gegnern wie Befürwortern machen kann: Die einen wiederholen Schlagworte wie "Demokratieabbau", die anderen preisen in immer gleichen Worten den Fortschritt und wollen so wenig wie möglich über Kritikpunkte hören. Eine Situation, an der auch die Medien Mitschuld tragen: Zu sperrig, zu juristisch, zu theoretisch ist das Vertragswerk, als dass man es dem Publikum inhaltlich näher bringen könnte und wollte – so zumindest ein Argument von Journalisten dafür, sich lieber auf die "publikumswirksamen" Themen zu konzentrieren und Inhaltliches weitgehend auszuklammern.

Wer ein bisschen mehr über den Lissaboner Vertrag wissen will als die Schreiber der Kronenzeitungs-Leserbriefe, ist mit Fischers Buch gut bedient. So wird etwa schlüssig erklärt, welche Auswirkungen der Vertrag auf die Entscheidungsfindung in europäischen Gremien hat, welche bedeutenden Unterschiede zu den alten Verträgen bestehen und wie die Verhandlungen auf politischer Ebene tatsächlich abgelaufen sind. Fischer kann seine – tendenziell positive – Haltung zum Vertrag von Lissabon im analytischen Teil nicht verleugnen, was wohl auch in seiner beruflichen Position begründet ist. Der kommentierte Verfassungstext ist allerdings gänzlich frei von persönlichen Meinungen und somit für Gegner wie Befürworter lesenswert. (Anita Zielina, derStandard.at, 1.4.2008)

Der Vertrag von Lissabon. Text und Kommentar zum Europäischen Reformvertrag (inkl. CD-ROM)

Fischer, Klemens H.
1.Auflage 2008
Verlag Österreich GmbH/Nomos Verlagsgesellschaft/Stämpfli Verlag AG
ISBN: 9783704651488
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Posting 1 bis 25 von 50
1 2
JA Europa - Nein EU
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20.5.2010, 08:24

Nicht kaufen. Besser bei der europäischen Kommission anfordern!

Nanerl
00
11.2.2010, 00:26

Noch besser ist man über die Kritik informiert, wenn man die Klage den Vertrag von Lissabon von Prof. Schachtschneider auf www.kaschachtschneider herunterladet.

Die ist ein schönes Gegenstück zu den Lobliedern der EU-Integrationisten, die nur Handlanger des Kapitals sind.


www.webinformation.at !!

//\\//\\(())(())TT
 
00
1.12.2009, 13:03

kleine Info am Rande:
Das österreichische Ausenministerium verschickt auf Anfrage gratis den Vertrag von Lissabon. Man muss nur eine kurze Mail schreiben...

Randalf X.
00
5.10.2009, 05:00
Etwas spät

Das hätten wir gebraucht wie der Vertrag erstellt wurde und nicht erst Jahre hinterher, aber ich gestehe dem Autor zu, dass er auch nicht Wunder wirken kann.

webinformationat
01

Sechs Änderungen des Vertragswerks der Union durch den Vertrag von Lissabon sind eine Gesamtänderung der Bundesverfassung und einer Volksabstimmung zu unterziehen.
1. Vereinfachtes Änderungsverfahren
2. Generalermächtigung zur Mittelbeschaffung
3. Flexibilitätsklausel
4. Bundesstaatliche Zuständigkeitsordnung
5. Vorrang des Unionsrechts
6. Immerwährende Neutralität

Entgegen dem Recht auf Volksabstimmung der Österreicher, will man - vorausgesetzt Irland stimmt dem schon gescheiterten Vertrag in einem zweiten Referendum zu - sich die neuerliche Ratifizierung ersparen. Man versucht den neuen Vertrag in dem Beitrittsvertrag Kroatien hineinzupacken. Damit will man die Österreicher täuschen und der SPÖ einen Wortbruch ersparen. Ein fauler Trick!

Nanerl
00
11.2.2010, 00:27

Jetzt ist es an der Zeit eine Volksabstimmung über den Verbleib in der EU-Diktatur abzuhalten.

Der Euro ist bald weg und die Arbeitsplätze auch. Wir müssen uns wieder befreien...


mehr auf www.webinformation.at

Neuh Charly
04
16.6.2008, 08:36
warum stellt die EU derartige INFOS nicht ins netz

bzw. warum werden die bürger über derart wichtige fragen nicht von den eigenen gewählten "VOLKSVERTRETUNGEN" informiert??

es wäre ja nicht unmöglich, odr? aber wenn man von vornherein davon ausgeht, dass der großteil der bevölkerung zu dämlich für derart komplexe fragen ist und eh besser mit assinger und bauer sucht frau themen beschäftigt werden sollte, dann kann es wohl zu derartigen abstimmungsverhalten kommen. und im übrigen!!

zweck einer volksabstimmung ist es, den politkern des landes eine antwort auf einen wichtige frage zu geben: wollt ihr viele bunte smarties ??

01052004
02
15.6.2008, 13:57
jaja,

ich tät das ding ja glatt lesen. aber dafür zahlen???

soll doch die eu, die von den sie zahlenden bürgern geliebt werden will, jedem haushalt ein exemplar zukommen lassen. wär mal positiver werbemüll...

natürlich ist es urpeinlich:
die bibel gibt den moralischen rahmen in 10 sätzen vor
die us-verfassung passt aus 3 gedruckte seiten din a4

die eu-verfassung braucht 400 seiten. wofür??? zum einzementieren des beamtenapparats. für schwammige formulierungen
wo bleibt der eu-vertrag auf drei a4-seiten???

Réunion
00
eine konsolidierte

und daher - mit gutem willen - lesbare version zum nulltarif von einem privaten projekt mit nähe zur uni leipzig gibt es hier :

www.reformvertrag2007.eu

Réunion
00
schon das werk

zum verfassungsvertrag von fischer

war zum vergessen!

uff !! das stinkt
00
von wem kommentiert

von einen övp-anhänger ?
und dafür noch zahlen, normalerweise müßte dieses einschneidende papier gratis an jeden haushalt.
damit die machenschaften bekannt werden die in diesem papier formuliert sind..

Karl 2002
14
Auch auf die Gefahr hin, wieder prügel zu beziehen:

Ich glaube nicht, dass das Zielpublikum das lesen kann oder will!
Die lassen sich das lieber von der Kronenzeitung "übersetzen". Sie wissen schon:
"...das Blut Österreichischer Soldaten...", "...die Neutralität abschaffen...", "...die Gurken krümmen...", "...die Ernährung vorschreiben...", "...das gute,österreichische Wasser stehlen...", "...den Marillenknödel abschaffen...", "...vorschreiben, wann wir schlafengehen...", "...uns unsere von der Krone vorgeschriebene Meinung nehmen..."

unkrautvagetnix
 
01
ja leider

habens da zu 100% Recht.

Toni Meister
03
Man reibt sich die Augen

Eine 79 € (in Worten: neunundsiebzig Euro ) - Broschüre für die Massen.

Arbeiter
03
Ich habe aus dem Vertrag und einer Regierungsbroschüre analysiert,

"welche Kompetenzen sind jetzt in der EU, welche bleiben beim Einzelstaat" und gefunden, dass umfassend definierte Materien (z.B. Sozialpolitik, Umwelt, Verbraucherschutz, Verkehr, Energie, Raum der Freiheit, Sicherheit und des Rechts....usw.) de facto von den 450 Millionen EU Bürgern entschieden werden bzw. dem EU Mechanismus und nicht von den 8 Millionen Österreichern. "Subsidiaritätskontrolle" hin oder her.
Wer kommt zu anderen Ergebnissen?
Sollten die Österreicher nicht wissen, dass unser politisches System überwiegend nur mehr ein patjomkinsches Dorf ist?

Réunion
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geteilte kompetenzen

bedeutet, soweit die eu keine massnahmen trifft (und das kann und wird sie ohnehin nur in kleinen schritten und spezifisch tun) haben die ms die kompetenz auch!

wie stellen sie sich eigentlich vor, wie das bisher war? denn wir diskutieren über die änderungen durch den reformvertrag: es war und ist in den meisten bereichen auch jetzt schon so

Arbeiter
00
Bei allem Respekt, Reunion, wer schreibt uns vor,

nur über die "Änderungen" durch den Reformvertrag zu diskutieren? Wer verbietet, sich den gesamten Integrationsprozess anzusehen und eine Zwischensumme zu bilden, den aktuellen Status (auch wenn er sich über die Jahre entwickelt hat) mit dem vor - EU Zustand vergleichen? Oder mit dem Status der Schweiz? Ich schreibe das nicht als EU-Gegner, sondern als einer, der sich Diskussionsgegenstände nicht gerne vorschreiben läßt. Die Meinungsmacher tun jedenfalls alles zur Vermeidung der Frage "was entscheiden das österreichische Wahlvolk/dessen Vertreter/Politiker noch autonom?"
Das ist eine ANDERE Frage als "ist es besser, dass die meisten Materien eine Etage höher entschieden werden" oder "wie wird die EU entscheidungsfähiger".

LadyDoolittle
00
18.7.2008, 08:39
Ich bin vollkommen Ihrer Meinung

Der Vertrag von Maastrich - 1992 formuliert - ist jetzt 16 Jahre alt und bleibt offensichtlich in seiner Basis bis zum St. Nimmerleinstag gültig bzw. wird nur in geringen Teilen - weitere Abtretung der Kompetenz zur EU - durch Verträge verändert.

Dass dies einem Stillstand in der derzeit rasch veränderten Lebenssituation, bzw. in einem Verharren auf der gegebenen Situation von 1992 gleichkommt, ist Teil der behäbigen EU-Administration bzw. der Kommission.

Das Informationsrecht der EU-Bürger wird ausgeschalten, es gibt keinen Vertrag staus quo bzw. nach den Lissaboner Verträge.

Verträge durchackern, anpassen und EIN Vertragswerk präsentieren. Ansonsten wird die EU immer das unverstandene Monster bleiben.

Spaceman Spiff
01

Sie wollen doch nicht wirklich von Gusenbauer, Schuessel, Westenthaler, Strache oder van der Bellen regiert werden?

Marcus Maccabaeus
01

Und was, wenn Schüssel als Lohn für die böse Tat in Brüssel reüssiert?

LadyDoolittle
00
18.7.2008, 08:41
Es kommt kaum etwas besseres nach

Wollen Sie von Frankreich, Italien und Polen regiert werden?

Arbeiter
02
Ohne Schmäh, Spaceman Spiff, mein Motiv vor 12 Jahren für den EU Beitritt zu stimmen,

war von der Logik her genau die ihre. Ich bin kein Gläubiger des Sozialismus und erwartete durch die Selbstentmündigung Österreichs mittels EU Beitritt eher eine Richtungsgebung zur Marktwirtschaft und auch weg von der österreichischen Stammesreligion "gegen Gene und Atome". Hat irgendwie funktioniert. Am meisten schreien müssten jetzt diejenigen, die gerne einen eigenen Weg zum Sozialismus gehen wollen.

Benjamin Bendejo
71

gott sei dank eim kommentiertes buch, da muss ich mir dann keine eigene meinung bilden und kann mich trotzdem intellektuell fühlen

17+4
01
der Kommentar könnte aber

die Basis einer eigenen Meinung bilden?

Irgendwo muss man ja ansetzen, allerdings auch aufpassen, dass man nicht in die falsche Gasse geführt wird, daher
auch im Gebirge hilft eine Karte (muss ja nicht die Strassenkarte sein!)

hanni bal
01

Sie wandern wohl auch mit der Strassenkarte im Gebirge .

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