"Natürlich möchte ich mein Personal selbst aussuchen"

Redaktion, 08. April 2008 09:14
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    Foto: apa/jäger

    Wie zu erwarten war, ist der Wandel von Direktoren zu Managern mit Budgethoheit nicht unumstritten.

Wenn es nach Claudia Schmied geht, sollen Schul-DirektorInnen wie ManagerInnen über finanzielle und personelle Ressourcen entscheiden - Eine umstrittene Lösung

Am zweiten Bildungsgipfel verkündete Claudia Schmied einen weiteren Teil ihrer Reformpläne für Österreichs Schulen. Ein Punkt: In Zukunft sollen, gehe es nach der Bildungsministerin, die Schulen selbst die Personalhoheit haben - DirektorInnen wären damit selbst für die Anstellung und Kündigung ihres Lehrpersonals zuständig.

Gerlinde Mayer-Kral, Direktorin der Volkschule Eslarngasse im dritten Wiener Gemeindebezirk, begrüßt die Idee im Gespräch mit derStandard.at: "Natürlich bin ich als Direktorin daran interessiert, mein Personal selbst auszusuchen. Ich war in der Personalvertretung der Lehrer tätig und weiß, dass es manchmal ein Problem sein kann, Argumente für die Verteidigung einiger Kollegen zu finden."

Machtspiele

Pflichtschullehrer-Gewerkschafter Walter Riegler erkennt "keinen Vorteil" in den Reform-Wünschen der Bundesministerin. "Je weiter die Entscheidungszentralen vom Ort weg sind, umso negativer ist das." Es gehe seiner Meinung nach nur darum, "Macht an sich zu reißen."

Lehrer an Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnischen Schulen sind derzeit Dienstnehmer der Länder. An allgemeinbildenden (AHS) und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) ist schon bisher der Bund Dienstgeber. "Die Pflichtschullehrer wurden jedoch auch bisher vom Bund bezahlt, egal ob das Land der Arbeitsgeber ist. Ich fände es günstiger, wenn gleich beides aus einer Hand kommt", sagt Mayer-Kral.

Politischen Einfluss zurück schrauben

"Im Zentrum muss stehen, parteipolitische Einflüsse bei der Direktoren- und Lehrerbestellung zugunsten von Können und Qualifikation, von Motivation und Einsatz zurückzuschrauben", so Gerhard Riemer, Bereichsleiter für Bildung, Innovation und Forschung der Industriellenvereinigung, in einer Aussendung.

Bei der Qualitätsverbesserung des Lehrpersonals würde Lehrergewerkschafter Riegler früher ansetzen, meint er gegenüber derStandard.at: "Sinnvoll wäre eine Eingangsüberprüfung für alle, die Lehrer werden wollen. Dadurch könnte man sicher einige 'Lehrerschicksale' vermeiden und Menschen helfen, die sich in ihrer Berufswahl irren."

"Hatscht und hinkt"

Die Volksschul-Direktorin sieht das ähnlich: "Es wäre wünschenswert, das skandinavische Modell anzustreben: Also Lehrer schon vor der Ausbildung auszusieben." Zielführend sei es ihrer Meinung nach auch, die Lehrerausbildung zu vereinheitlichen, denn "so wie es jetzt ist, hatscht und hinkt es an allen Seiten."

Damit Schmieds Reformpläne eine Chance haben, müssen sie bis Juli 2008 dem Ministerrat als Reformpaket vorliegen. Änderungen müssen bis dahin als Teil der Verfassungs- und Verwaltungsreform fixiert sein. (jus, derStandard.at, 1. April 2008)

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mountaineer
08.04.2008 09:21

Wer fürchtet sich vorm als Rote getarnten schwarzen Mann ohne Sch(m)niedel?

mountaineer
08.04.2008 09:17
Ein Relaunch der Freunderlwirtschaft!

Wenn das tatsächlich kommt, wird die soziale Ungleichheit stark erhöht werden. Junglehrer, die niemanden "kennen", werden dann nie Arbeit bekommen, und seien sie auch noch so talentiert!

mountaineer
08.04.2008 09:04

Das öffnet wiederum der Protektion (hat es bisher trotz der Wartelisten auch schon gegeben) Tür und Tor, was wiederum heißt, dass die Qualität halt auf andere Art und Weise nach unten nivelliert werden wird.

Kriti Kaster
03.04.2008 08:44
Ich bin dafür, dass

die Lehrer sich den Direktor aussuchen dürfen.

uni kum
03.04.2008 09:03

Ich bin dafür, dass sich die Schüler ihre Lehrer aussuchen dürfen.

leaping frog
03.04.2008 10:34
ich bin dafür, dass

die eltern ihre kinder aussuchen dürfen.

Neuh Charly
03.04.2008 08:03
sie sind genauso überheblich wie alle politiker.

DAS IST NICHT IHR PERSONAL UND ES IST NICHT IHR GELD.

es handelt sich um unser personal und um unser geld. sie sind lediglich vom volk beauftragt das ministerium zu führen, das land zu regieren. mit dem nötigen respekt vor dem Souverän, welcher die geldmittel zur verfügung stellt.

Phil Decker
02.04.2008 21:03
Frage:

Warum hält sich die Frau Minister auf dem Bild anscheinend die Nase zu ?Stinkt da vielleicht etwas zum Himmel ? und wenn ja, was?Doch nicht etwa die Personalpoltik ?

klein adlerauge
 
02.04.2008 17:58

das problem:
schuldirektoren SIND keine manager sondern lehrer mit dem richtigen parteibuch und keinerlei ausbildung in richtung führung.
wenn man sich endlich qualifizieren müßte um für eine schulleitung in frage zu kommen hätten wir eine menge probleme weniger und dann könnte man auch die vorgeschlagenen aufgaben an die schulleitungen abgeben.
zum status quo ist das glaub ich eher nicht ratsam.

leaping frog
03.04.2008 10:36
bewerbungstests werden nicht die sache lösen.

unfähige direktoren müssen auch absetzbar sein.

klein adlerauge
 
03.04.2008 17:36

unter qualifizierung verstehe ich nicht ein testerl sondern eine zusatzausbildung.
und selbstverständlich müßte die schulleitung absetzbar sein, und zwar nicht nur vom ministerium sondern ich denke da eher an einen halbe halbe eltern lehrer aufsichtsrat.
mfg

Judith Bolla
02.04.2008 15:24
und wer bestimmt den Direktor?

seine Position wird dadurch gestärkt, keine pädagogische Mischung mehr möglich, die Haltung und Linie eines einzelnen bestimmen dann über das (Un)glück vieler. Daher nur, wenn Eltervertreter oder Gemeinde bei der Auswahl des Direktors ein Mitsprachrecht haben - ohne Kündigungsschutz!!!!

quereinsteiger1
02.04.2008 14:16
Soll heißen: daß sich die Schulleiter....

leaping frog
02.04.2008 16:07
wenn schon dann "dass" :-)))))

quereinsteiger1
02.04.2008 13:34
Es stellt sich die Frage, warum die ÖVP ihren

langjährigen Wunsch, daß sich die Schullehrer die Lehrer selbst aussuchen können, nicht schon längst erfüllt hat ? Man kann sich wohl eigene Bestrebungen vom Koalitionspartner servieren lassen um dann die Verantwortung bei der Durchführung abzuschieben.Abzuwarten wäre, nach welchen Gesichtspunkten, die SchulleiterInnen ihre LehrerInnen auswählen, und was mit denen geschieht, die aus welchen Gründen immer, nicht beschäftigt werden.

quarzsand
02.04.2008 12:33
gekündigte Lehrer

ich hätte da mal ne Frage: kennt jemand von Ihnen einen gekündigten Lehrer? Also einen, der umschulen musste und jetzt was ganz anderes macht?

Ich habe noch keinen kennengelernt - nur pensionierte oder gesundheitlich bedingt freigestellte.

Ich mein ja nur - wegen der theoretischen freien wahl der Direktoren ...........

Trost & Rat
02.04.2008 13:20
Ich kenne mehrere, die den Beruf aufgegeben haben,

zwei davon, weil sie offenbar ungeeignet waren.

Einer wurde entlassen (wegen Nichterbringen des Arbeitserfolges), einige wurden mit einem Bettel frühpensioniert.

In einigen mir bekannten Fällen sind Lehrer einfach am Beruf zerbrochen und als psychische Wracks mit einer Minipension nach Hause geschickt worden. Eine Rehabilition wurde nie versucht.

Es handelte sich durchwegs um engagierte und qualifizierte Lehrkräfte, die es halt einfach nicht mehr geschafft haben.

muterl
03.04.2008 08:50
engagiert ist ja möglich - aber qualifiziert???

diese vorstellung, dass lehrer und juristen, wenn sie irgendwelche berufsfremde sachausbildung geschafft haben ein leben lang vom staat finanziert werden ohne jemals einen echten leistungsnachweis erbringen zu müssen sollte irgendwann rückstandslos eliminiert werden. bei den juristen ist es schon geschehen, die lehrer, aber vor allem deren funktionäre wollen es wohl noch immer nicht begreifen
natürlich kann das nicht auf dem rücken der lehrer und -innen allein ausgetragen werden - die ausbildung und vor allem die lebenslange weiterbildung sowie eine weiter- oder veränderungs-qualifikation muss entwickelt werden und natürlich eine kontinuierliche evaluation.
und dafür sollen die wirklich qualifizierten auch sehr gut bezahlt werden!

Trost & Rat
03.04.2008 09:26
Baldrian hilft.

Trost & Rat
03.04.2008 15:28
Da Sie es mit den Begriffen nicht so haben:

Qualifiziert sein heißt, die Qualifikationen für eine Stelle nachweisen zu können. Das lässt sich faktisch belegen.)

Die übrige Entsorgungsrhetorik möchte ich nicht kommentieren. Vielleicht schreiben Sie ja noch ein Bücherl über die endgültige Lösung der Lehrerfrage oder so.

Jambala Magdalena
02.04.2008 12:28
Das funktioniert halt nur,

wenn der Direktor Führungsqualitäten hat. Auch sollte pro Kind ein gewisser Betrag gezahlt werden, da sollen dann auch die Kosten für die Lehrer bzw. zusätzliches Personal wie z.B. Sozialarbeiter enthalten sein. Eine Schule, die keinen Sozialarbeiter oder Psychologen benötigt, kann dann das Geld für zusätzlichen Unterricht ausgeben. Dadurch entsteht auch ein gewisser Druck auf erziehungsunwillige Eltern . Auch sollte man die Volksschule frei wählen können, auch da entsteht Konkurrenz.

quarzsand
02.04.2008 12:25
der Fisch ...

da der Fisch am Kopf zu stinken beginnt, hätte ich mir gerne mal kompetente Politiker in jeder Ebene gewünscht - Bund wie Land und Kommunen.
Diese treffen dann fachlich fundierte parteilose Entscheidungen und suchen unter anderem auch fachlich versierte kompetente Direktoren aus. Auch die Landes- und Bezirksschulinspektoren etc sind dann fachlich kompetent. Dann läuft das nach unten weiter ....

Ja ich weiß eh: guten morgen - aufwachen!

rollmops
03.04.2008 14:54
sie sind putzmunter !

Helmut71
02.04.2008 12:16
bei Direktoren anfangen

leider Gottes strotzen die Schulen Österreichs nur so vor unfähigen Direktoren, die keine Führungsqualität besitzen, mit der Schulverwaltung nicht zurecht kommen, im Bereich Informatik Nieten sind, parteipolitisch denken und handeln, sich nur mit Mobbing zu helfen wissen.

Bevort man also privatwirtschaftlich zu denken beginnt, sollte man drei Viertel aller Direktoren rauswerfen und die Posten nach wirklich objektiven Richtlinien besetzen.

gewe
02.04.2008 11:48
wie soll das gehen?

wie bringt man eine durch falsche oder einfärbige personalentscheidungen eines schuldirektors verdorbene schule wieder auf gerade?

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