Kremser Rektor tritt nach Turbulenzen zurück

1. April 2008, 15:49
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Vorläufiger Schlussstrich an der Donau-Uni: Kern geht und wird Gründungsbeauftragter für "Life Sciences" Privat-Uni

Wien - Der Rektor der Donau-Universität Krems (DUK), Heinrich Kern, tritt mit 1. Juni von seinem Amt zurück und wird Gründungsbeauftragter für die geplante Privatuniversität im Bereich "Life Science/Medizin". Dies teilte der Universitätsrat nach seiner Sitzung am Dienstag mit. Die bereits seit längerem geplante Teilung der DUK in einen Aus- und Weiterbildungsbereich sowie in die Privatuni im Life Science-Bereich soll "raschestmöglich" durchgeführt werden.

Neu ausgeschriebene Rektorenstelle

Bereits im April und Mai werden die Kompetenzen für die Bereiche "Life Science" bzw. "Weiterbildung" getrennt - ersteren nehmen Kern und Vizerektor Jürgen Willer wahr, letzteren die Vizerektorinnen Ada Pellert und Hanna Risku. Dies umfasse "insbesondere die Kompetenzen Personal, Finanzen und Kommunikation", so der Uni-Rat. Die Rektorenstelle soll umgehend ausgeschrieben werden.

Der Uni-Rat zieht damit einen vorläufigen Schlussstrich unter die Turbulenzen um Kern. Nach langwierigen Problemen bei der Rektorenbestellung an der DUK hat der Universitätsrat im August 2007 Kern nicht nur als Rektor ab 1. September 2007 eingesetzt, sondern auch entschieden, die medizinische Forschung der DUK in eine eigene Gesellschaft auszulagern. Aus dieser sollte mittelfristig eine Privat-Uni für Life Science in Krems entstehen. Verbunden damit sollte auch die DUK-Rektorenstelle sowie die Führung der zu gründenden Gesellschaft "im ersten Quartal 2008" ausgeschrieben werden. Kern wurde vom Uni-Rat gebeten, sich für die Führung der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, Vizerektorin Ada Pellert aufgefordert, sich dann für das Rektorat der Donau-Uni zu bewerben. Pellert war zuvor bei der Rektorenbestellung nicht berücksichtigt worden, was eine Beschwerde des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen nach sich gezogen hatte.

Proteste des Personals

Anfang des Jahres 2008 deutete Kern allerdings an, vorerst Rektor bleiben zu wollen. In den vergangenen Tagen protestierte dann ein Großteil des wissenschaftlichen Personals in einem Offenen Brief an den Universitätsrat gegen die sich dadurch abzeichnende Verzögerung der Entflechtung. Darin drückten sie ihre Sorge aufgrund der "akademischen Überrepräsentation des Medizinbereichs gegenüber den Sozial-, Kultur- und Wirtschaftswissenschaften sowie der Informationstechnologie" aus. Kritik übten sie an der "kurzfristigen Vergabe von Universitätsprofessuren im Medizinbereich" trotz der bevorstehenden Ausgliederung des medizinischen Bereichs. (APA)

  • Heinrich Kern tritt als Rektor der Donau-Uni zurück - nach langen Turbulenzen.
    foto: tu illmenau

    Heinrich Kern tritt als Rektor der Donau-Uni zurück - nach langen Turbulenzen.

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