Apple und Google: Millionenschwerer Kampf um Handy-Entwickler

2. April 2008, 16:45
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Im Silicon Valley hat ein Wettrüsten um die innovativsten mobilen Anwendungen für iPhone und Android begonnen

Entwickler sind in den USA derzeit heiß begehrt. Apple und Google rittern um den Markt mit mobilen Anwendungen für iPhone bzw. Android. Ein Milliardenkapital soll die besten Entwickler des Landes locken, wie Cnet berichtet.

Suche nach der nächsten Killerapplikation

Hinter Apple steht der Finanzinvestor Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB), der einen 100-Millionen-Dollar schweren Fond für die Entwicklung neuer Applikationen für das iPhone eingerichtet hat. Google will sich die Talente bei der Android Developer Challenge angeln, bei der Preisgelder im Gesamtwert von 10 Millionen Dollar winken. Das Suchmaschinenunternehmen kann damit zwar nur ein Zehntel der Summe sogenannten iFunds von KPCB aufbringen, weitere Investoren sind jedoch bereits in Sichtweite. Mit diesen Millionen-Beträge im Rücken hoffen Apple und Google die nächsten Killerapplikationen für Handys zu finden.

Google sucht bis 14. April

Googles Wettbewerb, bei dem Applikationen für die kommende mobile Plattform Android gesucht werden, geht in einer ersten Runde am 14. April zu Ende. Die Android Developer Challenge wird von der XPrize Foundation ausgerichtet, die auch zahlreiche andere Wettbewerbe um Mondfahrzeuge, energieeffiziente Autos und Raktenflüge veranstaltet.

Draht zu Apple

KPCB hat seinen mit 100 Millionen Dollar gefüllten Goldtopf bereits Anfang März in Aussicht gestellt, nachdem Apple das Software Development Kit (SDK) für das iPhone vorgestellt hatte. Die Gewinner können sich nicht nur über eine saftige Finanzspritze freuen, sondern sollen auch Geschäftsbeziehungen zu Apple knüpfen können. Laut dem iFund-Leiter Matt Murphy sollen hochrangige Apple-Mitarbeiter an den Vertragsgesprächen beteiligt sein.

iPhone bereits etabliert

Applikationen für das iPhone zu schreiben, sei nach Meinung einiger Entwickler tendenziell interessanter, da es sich bereits um ein auf dem Markt etabliertes Produkt handelt. Anders als bei Android habe sich Apples Handy bereits Millionen Mal verkauft und vom Hersteller abgesegnete Applikationen würden auch über dessen Shop verkauft werden.

Einfacher entwickeln unter Android

Für Android hingegen gebe es noch gar keine Hardware. Andere Stimmen glauben jedoch, dass die Google-Plattform mehr Chancen habe, zum mobilen Betriebssystem Nummer Eins aufzusteigen. Zudem sei es einfacher Anwendungen für Android zu entwickeln.

Erfolg nicht vorprogrammiert

Ein Erfolg ist aber trotz der Finanzpolster nicht vorprogrammiert. So hat KPCB bereits während des dot-com-Booms einen Java-Fond ins Leben gerufen, der jedoch keine nennenswerten Entwicklungen brachte. Kritiker meinen daher, dass die Wettbewerbe eher ein ordentliches Medienecho als tatsächliche Innovationen hervorbringen würden. (red)

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