"Europa, zieh deinen Schwanz nicht ein!"

9. April 2008, 13:42
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Globaler Aktionstag für Tibet in Wien: mehr als 150 Menschen versammelten sich in der Nähe der Chinesischen Botschaft

Wien - "Tibet ist keine Sensation, sondern eine Aufgabe", betonte Tseten Zöchbauer, Präsidentin der Tibetischen Gemeinschaft Österreichs, am Montag zum Auftakt des Friedensmarsches in Wien. Mehr als 150 Menschen versammelten sich in der Nähe der Chinesischen Botschaft, um ihre Solidarität mit den Anliegen der Tibeter auszudrücken.

Am 31. März hat das olympische Feuer Peking erreicht. Die Organisatoren des globalen Aktionstags für Tibet wollten daher an diesem Tag ihren Protest gegen das Vorgehen Chinas öffentlich kundtun. Weltweit wurden in etwa 2000 Städten Kundgebungen und Versammlungen organisiert, so auch in Wien. Die Veranstalter des Friedensmarsches hatten zuvor Bundeskanzler Alfred Gusenbauer über 6000 Unterschriften und ein Memorandum überreicht. Darin wurde vom offiziellen Österreich gefordert, sich für ein Ende der Gewalt in Tibet einzusetzen. Gusenbauer zeigte sich "sehr besorgt" über die Lage in Tibet.

"Europa, zieh den Schwanz nicht ein", forderten einige Aktivisten auf ihren Transparenten, andere Plakate nahmen Bezug auf die Olympischen Spiele. "Dalai Lama propagiert nicht einen Boykott der Spiele, sondern der Eröffnungsveranstaltung", präzisierte Elisabeth Zimmermann von der Gesellschaft Save Tibet. "Es hat eine Vorgeschichte, dass manche Tibeter jetzt bei Demonstrationen in Tibet Gewalt ausüben. Nach 49 Jahren Unterdrückung hat sich viel aufgestaut", kommentierte Zimmermann Meldungen über Ausschreitungen tibetischer Demonstranten.

Tibet dürfe nicht Burma werden und in Vergessenheit geraten, forderte Zöchbauer. "Beten allein ist zu wenig, wir müssen auch aktiv werden." Auch ein Einzelner könne viel tun, betonte sie. "Wenn du glaubst, du bist zu klein, dann stell dir vor, was eine Mücke anrichten kann, wenn sie mit einem Menschen in einem Raum eingeschlossen ist." (Mascha Dabic/DER STANDARD, Printausgabe, 1.4.2008)

  • Exiltibeter protestieren beim Aktionstag in Wien gegen das chinesische Vorgehen.
    foto: christian fischer

    Exiltibeter protestieren beim Aktionstag in Wien gegen das chinesische Vorgehen.

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