Erste Blicke, keine Worte

Redaktion, 31. März 2008, 18:15
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    foto: diagonale

    Eine Momentaufnahme, ein Fundstück, ein Lichtbild, ein Lichtblick aus "A Prima Vista" (2007), der im Hauptprogramm der Diagonale läuft.

Die Diagonale widmet dem österreichischen Filmemacher Michael Pilz mit einer Auswahl seines ebenso umfangreichen wie eigenwilligen Werks eine kleines Special

Ein kleines blondes Kind stippt mit roten Hüttenpatschen in eine Wasserpfütze. Es ist Vor- oder Nachsaison, Italien, vermutlich in den 70er-Jahren. Ein kontemplativer Ausschnitt aus einem Home Movie, unveröffentlichtes Material aus dem Archiv eines Filmemachers, dem das Filmfestival von Rotterdam schon vor Jahren den Ehrentitel eines "Home Movie Master" verliehen hat.

A Prima Vista, "auf den ersten Blick", heißt der jüngste Film von Michael Pilz, der unter anderem zurück zu einem seiner ältesten führt: P.R.A.T.E.R. (1964), Schwarz-Weiß-Aufnahmen vom Rummelplatz, die bereits der ruhige Blick für Randständiges, Beiläufiges prägt: Man beobachtet mit dem Filmemacher hinter der Kamera weniger die großen Spektakel und wilden Vergnügen als vielmehr Gesichter und Gesten, Moden und Modi des Verhaltens der männlichen und weiblichen Flaneure.

Michael Pilz, geboren 1943 in Niederösterreich, im Waldviertel aufgewachsen, hat als Teenager begonnen, sich mit Fotografie und Film zu beschäftigen. 1964 wurde er an der Wiener Filmakademie aufgenommen, aber – so kann man den autobiografischen Notizen auf seiner umfangreichen Homepage entnehmen – bereits damals war Pilz über das Kino hinaus auch anderen Künsten zugetan. In vielen seiner seit damals realisierten filmischen Arbeiten (entstanden auf Super-8, 16 mm, Video) spielt denn auch der Austausch mit anderen Künstlern, einzelnen Personen eine ganz zentrale Rolle.

Die Diagonale widmet Michael Pilz in diesem Jahr ein kleines komprimiertes Special, sozusagen einen langen Pilz-Tag, der um elf Uhr am Vormittag beginnt und gegen zwei Uhr morgens endet. Unter dem Motto "Die Erotik der Leere" wird der Filmemacher selbst zwei Lectures halten.

Programmiert sind aus dem dutzende Arbeiten umfassenden Œuvre unter anderem zwei von Pilz’ großen Reisefilmen:das Siberian Diary – Days at Apanas (2002) und das Indian Diary – Days at Sree Sankara (2000). 2002 entstand außerdem Gwenyambira Simon Mashoko – eine Begegnung mit dem 2007 verstorbenen Musiker aus und in Simbabwe, die ebenfalls charakteristisch ist für Pilz’ Verständnis vom Filmen als eine Form der Versenkung in ein Gegenüber: Nachdem man dem afrikanischen Musiker mehr als drei Stunden lang zugesehen und zugehört hat, hat man unter anderem ganz ohne didaktischen Einschub begriffen, wie sein Instrument, die Mbira, funktioniert. Nichts weniger bekommt man hier gezeigt, aber noch um einiges mehr kann man in Michael Pilz’ Filmen begreifen. (Isabella Reicher, DER STANDARD/Printausgabe, 01.04.2008)

"A Prima Vista": 3.4., Schubert 2, 19.15; 6.4., KIZ, 17.00; Pilz-Special: 4.4., Geidorf 2, ab 11.00;"Forest of Bliss", 5.4., Schubert 1, 14.00
hermann sommer
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schlimm ist der trailer der diagonale

ein so kompliziertes werk dass die intendantin es gar nicht versteht !

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