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Die Broczas freuen sich auf den neuen Staddteil.

Käthe Bac ist skeptisch: die verglasten Hochhäuser, die hier entstehen sollen, erinnern sie an die Wohnsiedlungen am Rennbahnweg.

Das Asperner Flugfeld aus der Luft: hier landete 1913 der erste Zeppelin.

Der Masterplan des schwedischen Architekturbüros Tovatt.

Das Fahrtechnikzentrum des ARBÖ wird irgendwann den Baumaschinen weichen müssen.
Am nordöstlichen Rand Wiens, wo Flurnamen wie „Pilotengasse“ daran erinnern, dass einst Wiens Hauptflughafen lag, soll in den nächsten Jahren eine Wohnsiedlung entstehen. Auf dem 200 Hektar großen Areal werden laut Masterplan des Stockholmer Architekturbüros Tovatt 20.000 Menschen wohnen, Büro- und Gewerbeflächen sollen für die Schaffung ebenso vieler Arbeitsplätze sorgen.
Aushub soll Autobahn überdecken
Die Broczkas haben bereits zwei Infoveranstaltungen des Bezirksamts besucht, und was sie dort erfahren haben, klingt vielversprechend: im Zentrum der Anlage wird ein künstlicher See angelegt, die Autobahn, die am Nordrand des Geländes vorbeiführt, soll mit dem Aushub der Großbaustelle überdacht werden. So werden den Anrainern viele LKW-Fahrten erspart, und von der zu erwartenden Verkehrszunahme durch den neuen Stadtteil werden die Asperner auch weniger mitbekommen.
Allerdings erfordert die Überdachung, die auch die neu angelegte U2-Trasse und die Schnellbahn einbeziehen soll, dass Asfinag, ÖBB und die Wiener Linien ihre Bauvorhaben koordinieren, und auch die Finanzierungsfrage soll noch nicht geklärt sein, haben sie gehört.
Der Masterplan sieht vor, den Autoverkehr von Norden und Süden zum neuen Stadtteil zu führen: so soll die Wohnqualität der Kleingartenbewohner am Ostrand des Flugfeldes möglichst wenig beeinträchtigt werden, und auch der Windschutzgürtel, den die Bewohner selbst angelegt haben, werde erhalten bleiben, haben sie gehört.
Arbeitlose "Ursiedler"
„Man kann eh nichts ändern“, meint Käthe Bac, die seit 20 Jahren in Aspern wohnt, „die Stadt wächst halt“. Die rüstige Siebzigerin kennt viele „Ursiedler“, wie sie sie nennt, also Leute, die seit der Errichtung der ersten Wohnhäuser in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts hier leben.
Damals siedelte die Wiener Stadtregierung hier Familien an, die von der Massenarbeitslosigkeit betroffen wurden. Die Neuankömmlinge mussten sich selbst an der Errichtung der Häuser beteiligen, um die Kosten niedrig zu halten, und die Grundstücke waren damals 1500 Quadratmeter groß, damit die Siedler mit sich Gemüseanbau und Kleintierhaltung selbst ernähren konnten.
Steigende Grundstückspreise
Seitdem hat sich viel verändert: wenn Frau Bac in ihre geliebte Lobau radeln will, muss sie den kilometerlangen Hallenkomplex des General-Motors-Werks weiträumig umfahren. Der Anstieg der Grundstückspreise bewirkte, dass viele Siedler ihre Parzellen teilten und eine Hälfte abgaben, um die Pacht zu senken. „64.000 Schilling pro Jahr wollte die Gewista auf einmal“, erinnert sie sich, „da sind die Leute auf die Barrikaden gegangen.“
Von der neuen Wohnanlage erwartet Frau Bac nichts Gutes: die Fotos beim Infozentrum erinnern sie an die Gemeindebauten am Rennbahnweg, und ob sich der künstliche See zum Schwimmen eignen wird, bezweifelt sie. „Jetzt wohnen wir ja praktisch auf einer Insel der Seligen“, merkt die pensionierte Verkäuferin an, „unsere Enkelkinder freuen sich, wenn sie am Wochenende zu uns ins Grüne kommen können“. Wie lange das noch so bleibt, ist ungewiss: erste Vorarbeiten für die Wasserfläche und die Bauphase 1 sollen im Frühling anlaufen, mit der Fertigstellung der Anlage wird nicht vor 2020 gerechnet. (Berthold Eder, derStandard.at)
Links
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Laut Projektleiter Christoph Chorherr (Die Grünen) kommen dort keine Autos hin, nur Fahrräder und Tretroller. U-Bahn-Anbindung kommt ja auch.
Daher brauchen wir in Aspern keine Straßen. Die AsfinAG ist ohnehin bis über die Ohren verschuldet.
wenn das ganze projekt von aspern mit seinen feldern, einfamilienhäusern und industriegebieten ins donaufeld, also zwischen die beinahe städtischen strukturen floridsdorf und kagran, verlegt würde, wäre es wirklich sinnvoll und innovativ. und man würde sich auch einige 100 mio euro für eine sinnlose u-bahn-verlängerung ersparen.
Dort besitzt die Stadt aber nicht eine rieisigen Brocken Land, was am Flugfeld eben solch einen vernünftig klingenden Masterplan zumindest theoretisch ermöglicht.
Wenn mal nur das was im Masterplan verwirklicht wird, wird das die beste Stadterweiterung, die es seit langem in Wien gegeben hat.
Jö wie süß.
Jetzt versorgen die U-Bahnen schon Einfamilien-Häuser.
Dazu noch eine Autobahn.
So ein Schwachsinn kann nur in Wien vorkommen.
Typische SPÖ-Arbeit.
naja, die anreisebeschreibung zum arbö aspern mit öffis lautet: bus ab kagran, 2x umsteigen mit bis zu 30 min wartezeit, anschliessend 15 minuten fussweg.
dass sich die dame (die ja nicht so weit von dort weg wohnt) über die u-bahn freut, ist irgendwie nachvollziehbar. ausserdem gibt es ja dort ja auch einige grosse siedlungen.
...eine Satellitenstadt am Rande der Stadt aus dem Boden zu stampfen. Jeder Raumplaner lernt das wohl im ersten Semester, dass Stadtentwicklung nicht am Rande der Stadt, sondern von innen heraus stattfinden sollte. Satellitenstädte sind die größten Verkehrserreger, zudem nicht unbedingt lebendig, weil sie schnell zu Wohnghettos ohne gewachsene Strukturen verkommen.
Wo gibt es wilde Parks?
Außerdem sind Felder eine schöne Kulturlandschaft, die auch gewährleisten, dass die Menschen nicht den (Weit-) Blick für das Ganze verlieren ;-)
Die massive Verbauung in kurzer Zeit ist keinesfalls schön. In den 70er Jahren hatte man die Großfeldsiedlung, die Rennbahnwegsiedlung, etc. in Wien hingeklotzt. Ähnliches passiert jetzt leider wieder in leicht anderer Form.
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