"Fortschritt im Fußball schlechthin"

von Redaktion  |  31. März 2008, 11:00
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    Hickersberger glaubt, dass in der Beschleuni-gung der Analyse die Zukunft liegt. Als diesbezügliches Vorbild schwebt ihm American Football vor.

Teamchef Hickersberger hält viel von Daten­sammlungen, sofern man Ergebnisse in die rich­tige Relation setzt - ein STANDARD-Interview

Standard: Reden Sie mit den Spielern über Dreiecke?

Hickersberger: Nur in Dreiecken kann ich gut kombinieren. Im Spiel vollziehen sie sich automatisch, da die Sinnhaftigkeit von Dreiecksbeziehungen den Spielern sozusagen unbewusst klar ist. Insofern brauche ich nicht viel darüber reden.

Standard: Unser Blick auf das Spiel hat sich durch die eingehende Analyse oft verschoben. Säumels überragende Performance gegen Deutschland etwa ist uns erst bei der Codierung richtig klar geworden. Finden Sie Ihre unmittelbaren Eindrücke in der Analyse wieder? Oder gibt es auch für einen erfahrenen Trainer noch Überraschungen?

Hickersberger: Säumels tolle Leistung ist mir schon während des Spiels aufgefallen. Überrascht hat mich etwas anderes: Die Auswertung der Laufwege ergab, dass unsere Spieler durchschnittlich 500 Meter mehr gelaufen sind als die Deutschen, denen ja der Mythos besonderer Konditionsstärke anhaftet. Da spielen aber vielleicht meine eigenen Erfahrungen hinein. Nach meinem ersten Jahr als Profi in Deutschland habe ich meiner Frau gesagt: Ich halt das nicht mehr lange aus. Und ich habe den Eindruck, dass der Unterschied zwischen Österreich und den wirklichen Spitzenteams diesbezüglich eher größer geworden ist, obwohl wir uns stetig verbessern.

Standard: Wie stehen Sie allgemein zur Verwissenschaftlichung des Fußballs? Werden die Datensammlungen in Bezug auf Fitness und Performance überbewertet? Oder liegt in der Mathematisierung von Leistung eine notwendige Entwicklung?

Hickersberger: Grundsätzlich halte ich viel davon. Man muss die Ergebnisse nur in eine richtige Relation setzen. Allein mit tollen Werten gewinne ich kein Fußballspiel. Da entscheiden die Tore bzw. jene Spieler, die sie vorbereiten und schießen.

Standard: Im vergangenen Jahr stand die Auseinandersetzung mit der eigenen Leistung im Zentrum. Haben Sie schon begonnen, sich mit unseren Gegnern zu beschäftigen?

Hickersberger: Zurzeit ist der Fokus noch auf unser Team gerichtet, aber je näher die EURO kommt, desto mehr werden wir uns mit unseren Gegnern auseinandersetzen und dabei natürlich auch auf statistische Analysen zurückgreifen.

Standard: Der deutsche Teammanager Oliver Bierhoff hat angekündigt, noch in der Pause einzelne Spielzüge aus der ersten Halbzeit mit den Spielern auf Videoscreen analysieren zu wollen. Zu viel des Guten?

Hickersberger: Nein, das ist gar nicht zu viel, das ist der Fortschritt im Fußball schlechthin. Mir schwebt als Vorbild American Football vor, wo strategische Besprechungen während des Spiels an der Tagesordnung sind. In einer solchen Beschleunigung der Analyse liegt die Zukunft.

Standard: Von Klaus Theweleit stammt die These ...

Hickersberger: Der hat ein interessantes Buch geschrieben. Helfen Sie mir.

Standard: "Tor zur Welt". Theweleit behauptet, Fußballspiele am Computer hätten auch am Feld einen neuen Spielertyp hervorgebracht. Welches Potenzial sehen Sie generell in Methoden der Visualisierung der taktischen und spielerischen Abläufe? Gehört solches künftig zur Grundausrüstung von Spielern und Trainern?

Hickersberger: Das wird so sein, davon bin ich überzeugt.

Standard: Aus unserer Perspektive sticht - neben Ivanschitz - vor allem Harniks Entwicklung zum Schlüsselspieler im Pass-Netzwerk hervor. Nun wurden nach der vorjährigen U20-WM in Kanada einige Kandidaten ins Team reklamiert. Waren Sie von Anfang an sicher, dass er den Sprung ins A-Team schaffen würde?

Hickersberger: Das war ein Bauchgefühl. Das kann ich nicht begründen.

Standard: Haben Sie den damaligen U20-Teamtrainer Paul Gludowatz konsultiert?

Hickersberger: Natürlich haben wir uns ausgetauscht. Ich höre mir vieles an, aber ich entscheide allein. Ich muss ja den Kopf hinhalten. Und mein Kopf ist mir sehr wichtig.

Standard: Wie beurteilen Sie das Pass-Netzwerk des Spiels gegen die Niederlande?

Hickersberger: Mit der Vertikalität bin ich zufrieden. In der zweiten Hälfte hätte ich mir mehr Diagonalpässe erwartet. Immerhin hat Harnik mit einem solchen das Tor von Ivanschitz geradezu sensationell vorbereitet. Solche Spielverlagerungen müssen wir wesentlich öfter betreiben. Das wird ein Schwerpunkt im großen Trainingslager vor der EURO. (Mit Josef Hickersberger sprach Helmut Neundlinger - DER STANDARD PRINTAUSGABE 29.3. 2008)

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schall_raucht
08.05.2008 09:48
Pfau, da schau ich aber!!

Die Deutschen sind ganze 500 Meter WENIGER gelaufen, als unsere Jungs!? Na dann is klar, warum wir ab der 60. keine Luft mehr hatten und die Deutschen schon noch. Dann aber noch davon reden, dass die offenbar gar nicht sooo konditionell stark sind, zeugt von Sachverstand. Wie hat der gute Ernst Happel einst gelehrt: "Der Ball muss laufen, nicht der Spieler!"...

Säure- und hitzebeständiges Archaebakterium 
07.05.2008 09:08
Auch eine Analyse:

Das Hickersberger-Team ist von Platz 17 im Jahre 1999 nun neun Jahre später aus den Top-Hundert geflogen.

Würde es sich um ein Wirtschaftsunternehmen handeln, hätte diese rasante Talfahrt - eher schon ein freier Fall - Folgen! Hickersberger jedoch analysiert und sammelt Zahlen...

Stickler, Hickersberger und Co. hätten die Folgen des von ihnen verschuldeten totalen Ruins und des kompletten Zugrunderichtens ihres Unternehmens zu tragen.

Die zurückgelegten Meter kann man messen (wie eigentlich?) aber wie will man Leidenschaft, Begeisterung, Selbstvertrauen, Kreativität und rasche Auffassungsgabe der Spieler in Zahlen fassen?

EB4
25.04.2008 09:13
Nun ist es klar ....

Die Analysen sind das um und auf im modernen Fussball !!!

Toll, diese Erkenntnis, aber vielleicht scheitern wir nur daran ... und daher sei mir die Frage an den Hrn. Teamchef gestattet ... können sie lesen und das Gelesene auch verstehen und umsetzen?

Manche habe da so ihren Zweifel daran, da sie trotz der tollen Analysen offensichtlich keine richtigen Schlüsse ziehen.

Ein Erkenntnis von Analysen ist z.B., wenn jemand die Nationalmannschaft nur von Niederlage zu Niederlage führt, sollte er zurücktreten. Warum tun sie es dann nicht?

Susi Wolf 
17.04.2008 14:00
Also wenn ich da überall "HICKE HACKE HICKE HACKE HOI HOI HOI" höre und lese,

dann fällt mir dazu eine Variante ein, die nach meiner unmaßgeblichen Meinung noch viel besser als die Hicke Hacke - Variante zum Ösi-Fußball passt:

Man ersetze einfach das "Hicke" durch "Kicke" (als Kurzform von Kicken = Fußball-Spielen) - und adaptiere dann das "Hacke" entsprechend auf Anfangsbuchstaben "K".

Hinschreiben geht wegen der Standard-Zensur leider nicht... ;-)

stavrid
31.03.2008 22:12
auf einmal alle für hicke!

da verlieren wir 2x im eigenen stadion gegen mannschaften die das nicht so ernst genommen haben- die deutschen machen in 10min. 3:0- die holländer gewinnen nach 0:3 noch 4:3, wenn man will kann man schon verbesserungen erkennen- ob das uns jetzt was bringt glaube ich nicht. das einzige was jetzt passiert, das uns unsere gegner nicht mehr unterschätzen, und von beginn an uns laufen lassen. und ein grösserer taktiker als andere ist hicke sicher nicht. mag sein, jetzt ist es zu spät für einen neuen trainer, schuld daran hat nur der präsident- warum der diese position bekleidet, ist begründet durch eine typisch österreichische habererpolitik.

polypus
03.04.2008 14:07

Ich glaube ja, dass unsere Gegner eher das Ergebnis denn den Spielverlauf im Hinterkopf haben.
Von daher waren die letzten zwei Spiele vielleicht die genialsten taktischen Schachzüge der letzten 20 Jahre im österreichischen Fußball...
Jedenfalls werden wir im Juni schlauer sein. ;)

stavrid
06.04.2008 22:38

das hab ich nicht gesehen- danke, aber das ist es.
die haben sich in halbzeit 2 absichtlich abschiessen lassen- jetzt sehe ich das natürlich von einer ganz anderen seite.
man sollte jetzt -aus taktischen gründen- die verträge von hicke und stickler vorzeitig verlängern.

ohne mich
30.03.2008 00:15
Hickersberger: Zurzeit ist der Fokus noch auf unser Team gerichtet, aber je näher die EURO kommt, desto mehr werden wir uns mit unseren Gegnern auseinandersetzen und dabei natürlich auch auf statistische Analysen zurückgreifen.

dieser mann ist ein felsen.
hat sich noch nicht mit den gegnern auseinander gesetzt.. weltklasse. in 2 monaten ist em.

Duplobaustein Lore Krainer
30.03.2008 12:54
Ahnungsloser Berufssuderant!

narya
30.03.2008 12:50

Dass seine Helfer und Co-Betreuer schon längst die Gegner beobachten scheint ihnen entgangen zu sein. Er hat sich gemeinsam mit der Mannschaft noch nicht auf die Gegner vorbereitet, das wäre auch absolut umsonst, 2 Monate vor dem ersten Spiel.

Scio, non scio
09.04.2008 12:16
das würde schon sinn machen

die amis haben es in lake placid mit dem studium der russen beim eishockey vorgemacht. solche vermeintlichen "wunder" passieren nicht durch zufall. schon gar nicht mehr im heutigen profisport. ein spiel kann man durch zufall und glück gewinnen, aber nicht in einem turnier weiterkommen. es ist auch kein zufall, dass deutschland so eine turniermannschaft ist - auch wenn sie oft glück hatten, aber das gehört dazu. eine gute taktische vorbereitung ist die basis.

Sunbeng
29.03.2008 19:57

Hicke verlängert bis 2010

Vegetarier riechen nach Blümchen
01.04.2008 03:39

gott steh uns bei....

16erblech
30.03.2008 22:31

wäre garnicht so schlecht, kommt meist eh nix besseres nach.
und in der wm quali könnte er die früchte seiner arbeit selbst ernten.

narya
30.03.2008 12:51

Hoffentlich.

Diversion
29.03.2008 16:24
Warum schaut der Hicke immer so drein als wenn gerade sein Auto abgeschleppt worden wäre?

Uncle Ethan 
31.03.2008 09:12

Der Mann ist Österreichs Fußball Nationaltrainer!

Christian S
31.03.2008 13:42

Und das ist ein wirklich harter und undankbarer Job.

agent ohne namen
29.03.2008 22:14

es wird gerade abgeschleppt...

LargoLaGrande
29.03.2008 16:16

und trotzdem. Vastic würd zumindest als Joker helfen. Auch wenns mich freut dass das Team jetzt immerhin drei Türln machen kann. Die Sicherheit und die Puste fehlen immer noch.

devianz
29.03.2008 15:13

hick`s sitzt am wochenende am fenster seiner wohnung:
rotes auto,
blaues auto,
gelbes auto, hicks frau: das is doch a beiges, hicks: das is do nur ausbleicht wie unser fussball.
oh, noch a rotes auto
i backs nit a weiteres stricherl für rot,
a schwarzes auto,
wenn no aschwarzes auto nachkommt lass i den vastic spielen.......
uh.. is a weisses worden...

criticus maximus 
29.03.2008 13:04
ich halt's kaum aus...

wie hier vor ein paar monate noch über hickersberger hergezogen wurde, mind. 90% aller poster haben gefordert dass er abgelöst wird.

und jetzt: niemand mehr der sich negativ äußert, außer vielleicht ein paar rapid-fans die gerne mehr ihrer lieblinge drinnen sehen würden. (wird wohl auch noch kommen)

ich kann wenigstens behaupten, dass ich hier vor monaten schon pro-hicke-postings geschrieben habe... aber die ganzen "fahnen im wind" sind doch wirklich kaum zum aushalten... und relativieren die kompetenzen von 7 mio. teamchefs...

16erblech
30.03.2008 22:34

ich bin sogar dafür das der hicke nach der em trainer bleibt. kein witz, ernst gemeint.

Vegetarier riechen nach Blümchen
01.04.2008 03:41

ich würd ihn selbst jetzt noch austauschen. nach wie vor fürchte ich, dass er uns die em kaputt machen wird mit seinen seltsamen aufstellungen und taktischen gustostückerln.

Duplobaustein Lore Krainer
30.03.2008 12:56
Danke!

War damals auch einer der wenigen die nicht blind auf Hicke gebasht haben, weil man gegen Frankreich 1:0 verloren hat...

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