Traumberuf Spielekonsolen-Modder

Ben Heck ist vom Hobby-Bastler zum Szene-Guru aufgestiegen und kann für seine Tüfteleien mittlerweile bis zu 4000 Dollar verlangen

Wer seine Xbox immer schon einmal zu einem Notebook umbauen oder den alten Atari in einen Handheld im Retro-Look verwandeln wollte, dem wird der Name Benjamin Heckendorn ein Begriff sein. Der US-Amerikaner, besser bekannt als Ben Heck, hat in der Modding-Szene längst Kultstatus erreicht und sein Hobby zur Profession gemacht.

 

Erstes Projekt: ein Atari 2600

Heckendorn entdeckte seine Leidenschaft vor acht Jahren beim Umbau des Videospielklassikers Atari 2600 in einen Handheld, wie er in einem Interview mit Reuters erzählte. Sein Talent wurde schnell von Fans entdeckt, die ihm hohe Summen dafür boten, ihren Lieblings-Spielekonsolen neues Leben einzuhauchen und sie in Einzelstücke zu verwandeln. "Ben Heck ist einfach der Beste. Seine Mods sind so professionell wie die Dinge, die man bei Best Buy bekommt. Das hebt ihn aus der Masse der anderen Heimwerker hervor", schwärmt Gizmodo-Redakteur Adam Frucci.

Bizarre Kundenwünsche

Heckendorn arbeitet jährlich an ein paar Dutzend Projekten, über deren Status er seine Anhängerschaft auf seiner Website www.benheck.com auf dem Laufenden hält. Die Preise für seine Basteleien reichen von ein paar hundert Dollar bis zu über 4000 Dollar, um etwa eine Xbox 360 in einen Laptop zu verwandeln. Unter den Wünschen sind oft auch bizarre Anfragen. "Es kommt vor, dass sich jemand eine Kombination von fünf verschiedenen Videospiel-Systemen in einem Gerät wünscht, was natürlich lächerlich ist. Ein Typ hat mich gebeten, einen Xbox 360 Controller an seine Rudermachine anzubringen, sodass er gleichzeitig rudern und online "Uno" mit seinen Freunden spielen kann. Das klang so verrückt, dass ich es gemacht habe", erzählt Heckendorn.

Zusammenarbeit mit Geräteherstellern

Sein wachsendes Ansehen brachte Heckendorn auch ein Stück näher zu seinem Traum, seine Produkte auch für den Massenmarkt herstellen zu können. Nachdem ein im Irakkrieg verletzter Soldat ihn gebeten hatte, einen Spiele-Controller zu entwickeln, der auch mit einer Hand bedient werden kann, arbeitet Heckendorn nun mit einem Peripherie-Hersteller zusammen, der den Controller auf den Markt bringen soll. Sein Erfolg ging auch an Microsoft, Sony und Nintendo nicht vorbei. "Sie schmeißen mir das Geld zwar nicht hinterher, aber von Zeit zu Zeit höre ich von ihnen."

Bill-Paxton-Flipper

Als Kind bereits an Elektrobasteleien interessiert und nach einer Ausbildung zum Grafik-Designer, arbeitet Heckendorn bei einem Schilder-Hersteller. "Ich habe eine Menge Videospielkonsolen zerstört und meine Finger dabei oft verbrannt. Nun weiß ich an welchem Ende man den Lötkobeln angreifen darf." Während andere ein altes Auto restaurieren, tüftelt Heckendorn privat übrigens an einem Flipperautomaten, der dem Schauspieler Bill Paxton ("Titanic") gewidmet ist. Dass der Modding-Guru bis vor kurzem selbst nicht gespielt hat, ist nur ein weiteres kurioses Detail. (red)

Share if you care