Das stimmt einerseits positiv, verweist aber auch auf die vor allem in der zweiten Hälfte um sich greifende Hilflosigkeit im Spielaufbau. Der Ball wanderte selten über mehr als zwei Stationen, daher kamen mit Fortdauer des Spiels kaum noch gefährliche Vorstöße zustande. Vor allem Roland Linz hing als Solospitze deutlich mehr in der Luft als noch gegen Deutschland, wo ihn Martin Harnik mit seiner rotierenden Unberechenbarkeit ungleich öfter ins Spiel brachte. Trotz dieser Einschränkung erwies sich Harnik erneut als eine Schlüsselfigur im österreichischen Spiel, abgesehen von Kapitän Andi Ivanschitz, der seine überragende Zentralität durch einen starken Rückfall in Durchgang zwei jedoch schmälerte.
Auffällig weiters die im Vergleich zu vielen Partien des Vorjahres wesentlich ausgeglichenere Balance zwischen den beiden Flanken, was dafür spricht, dass das Team gelernt hat, rasch in jene Räume vorzustoßen, die sich eben auftun. Mitverantwortlich dafür scheint die auffällig intensive Kommunikation im zentralen Mittelfeld. Zwischen Säumel, Leitgeb und Ivanschitz bildete sich eines der solidesten Dreiecke, die wir in diesem Bereich je beobachten konnten - mit der Einschränkung, dass diese Konstellation nach der Pause deutlich abbaute.
Zwischen Säumel und Leitgeb zeichnet sich auch eine klare Aufgabenverteilung ab. Ersterer lancierte das Spiel in Richtung Ivanschitz, während Leitgeb oft Linz ins Spiel zu bringen versuchte, auch wenn dies kaum gelang. Der dramatische Leistungsabfall betrifft auch die Flanken. Vor allem Christian Fuchs erwies sich als läuferisch fit, spielerisch aber oft nicht in der Lage, befreiende Akzente zu setzen. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 28. März 2008)
DIE MEISTEN PÄSSE/PASSVERSUCHE
1. Säumel-Ivanschitz 10 2. Ivanschitz-Fuchs 9 2. Garics-Harnik 9 4. Harnik-Linz 8 5. Pogatetz-Fuchs 7 5. Gercaliu-Fuchs 7 7. Ivanschitz-Leitgeb 6 7. Leitgeb-Linz 6 7. Leitgeb-Ivanschitz 6 7. Fuchs-Ivanschitz 6
AM ÖFTESTEN ANGESPIELT
1. Ivanschitz 51 2. Linz 39 2. Fuchs 39 4. Harnik 35 5. Leitgeb 34 6. Säumel 23 7. Janko 20 8. Garics 14 9. Gercaliu 12 10. Weissenberger 10 11. Standfest 9 12. Pogatetz 7 13. Prödl 5
GABEN DIE MEISTEN PÄSSE
1. Ivanschitz 36 2. Leitgeb 33 2. Säumel 33 4. Garics 31 5. Pogatetz 26 6. Gercaliu 24 6. Fuchs 24 8. Harnik 21 8. Payer 21 10. Prödl 17 11. Linz 12 12. Janko 10 13. Standfest 7 13. Weissenberger 7
SCHLÜSSELSPIELER*
1. Ivanschitz 87 2. Leitgeb 67 3. Fuchs 63 4. Harnik 56 4. Säumel 56 6. Linz 51 7. Garics 45 8. Gercaliu 36 9. Pogatetz 33 10. Janko 30 11. Payer 25 12. Prödl 22 13. Weissenberger 17 14. Standfest 16
*Gegebene und angenommene Pässe
ERFOLGREICHE PÄSSE IN PROZENT
1. Linz 91,7 (11 von 12) 2. Pogatetz 84,6 (22 von 26) 3. Fuchs 83,3 (20 von 24) 4. Prödl 76,5 (13 von 17) 5. Säumel 75,8 (25 von 33) 6. Ivanschitz 72,2 (25 von 36) 7. Harnik 71,4 (15 von 21) 7. Weissenberger 71,4 ( 5 von 7) 9. Leitgeb 69,7 (23 von 33) 10. Gercaliu 66,7 (16 von 24) 11. Garics 61,3 (19 von 31) 12. Janko 60,0 ( 6 von 10)
TEAMANTEIL ERFOLGREICHER PÄSSE
1. Ivanschitz 12,3 2. Säumel 11,8 3. Leitgeb 10,9 4. Pogatetz 10,4 5. Fuchs 9,5 6. Garics 9,0 7. Gercaliu 7,7 8. Harnik 7,1 9. Prödl 6,2 10. Linz 5,2
Der Ansatz
Die Spielzüge werden aufgenommen und codiert. Der Datensatz wird netzwerkanalytisch ausgewertet, das Ergebnis wird interpretiert.
In der Grafik werden die Ballwege zu den drei wichtigsten Passpartnern jedes Spielers verdeutlicht. Die Kreisgrößen ergeben sich aus den Summen der jeweils angekommenen und abgegebenen Pässe.
Die Analytiker
FAS.research, in Wien und San Francisco ansässig und schon bei der WM 2006 in Deutschland im Einsatz, beobachtet die Länderspiele der österreichischen Nationalmannschaft exklusiv für den Standard.
Team: Ruth Pfosser, Harald Katzmair, Christian Gulas, Max Ruhri und Helmut Neundlinger.
Link
Teamchef Hickersberger hält viel von Datensammlungen, sofern man Ergebnisse in die richtige Relation setzt - ein STANDARD-Interview
Kumuliert aus den 13 absolvierten Tests
Verteidigung, Mittelfeld, Angriff
Das ÖFB-Team wächst, wie die Vorbereitungsspiele gezeigt haben, nicht immer mit den Aufgaben, aber phasenweise über sich hinaus
...als Grundlage von gefährlich stabilen Dreiecken gegen Deutschland - die Netzwerkanalyse
Überdurchschnittliche Zentralität, vertikal singulärer Reichtum und ein Lob
Eine Asymmetrie durch schwache Flügel, aber keine befürchteten zwei Schritte zurück
Konstruktivität gewollt, Dreiecke geformt, Gefüge stabilisiert
FAS.research nimmt die Partie unter die Lupe und konstatiert: Das Nationalteam scheitert an den beiden Grundformen des ballesterischen Zirkulierens
Rückwärtsgerichteter Einbahnfußball statt Vielschichtigkeit der Beziehungen bestimmte das Agieren Österreichs gegen Chile
Hilfloses Ballverschieben der Österreicher in der Defensive und kein sinnvoller Spielaufbau
Die Theorie wurde auch umgesetzt
Die Neigung zum hohen Ball in die Spitze ist besorgniserregend - Kurzpassspiel nur ansatzweise vorhanden
Die Wechsel in der zweiten Spielhälfte zogen einen deutlich höheren Spielfluss nach sich
Insgesamt mager: die Fähigkeit des Teams, Dreiecke zu bilden
Ein Dreieck schien sich ein wenig zu entfalten
Zum einen war Harnik ja nur knapp 2/3 der Zeit auf dem Feld, was hochgerechnet dann 12 km ergibt und zum anderen wird die Laufstrecke von Tormännern gerne unterschätzt, so nach dem Motto "der steht eh nur auf der Linie". Ein moderner mitspielender Tormann (ich weiß schon wir sprechen eigentlich von Payer) ist durchaus nicht unbeträchtlich im Strafraum unterwegs, nur sieht man's im TV halt nicht so richtig.
Der war auch an mindestens 3 der letzten 7 Gegentore maßgeblich beteiligt! Pogerl hat auch bei 2 Gegentreffern nicht gut ausgesehen!
Also Prödl und Pogerl wieder raus, und auf die Suche machen nach einer neuen Innenverteidigung!
Sorry der Ansatz ist schlichtweg Schwachsinn!
... der leistungsabfall hat etweder mit mangenlder kondition oder schlechter einteilung zu tun. zweiteres ist für mich eher auszuschließen - also wo ist die frage nach den konditionstrainern?? wird hier in österreich anders trainiert als internatinonal. gerade bei der körperlichen fitness dachte ich dass wir mithalten sollten - ist ja reines training oder können die anderen auch besser laufen?? das wir teilweise spielerisch nicht mitkönnen ist ja durchaus auf unsere liga zurückzuführen und verständlich wenn einfach keine besseren gegner da sind an. konditionell darf nicht sein, oder???
kann auch vom kopf ausgehen - umgehen mit rückstand, umgehen mit früher angesetztem tackling.
Was die Auswertungen oben betrifft. Pass-Verhalten: verstehe 7. Ivanschitz-Leitgeb; Leitgeb-Ivanschitz nicht - Doppelzählung?, sonst wären die anderen ja auch vice versa aufzuzählen oder ist das ein Ansatz zu zeigen welcher Spieler macht den Rückpass aus Angst vor Verantwortung.Keine Pässe von der Verteidigern auf die Stürmer (Janko,Linz)?
Und wenn das eigene Team analysiert wird: wie war die Verteilung der Spieleranteile bei den Holländern: Passverhalten/-versuche.
auch bei der em wird ein bissl taktiert und wenn die ösis als heimmannschaft frisch und munter loslegen, dann wird der gegner versuchen, kräfte zu schonen und eben über konter oder mit fortdauer des spiels zum erfolg zu kommen. wie's geht, haben ja die deutschen und holländer vorgezeigt. die erste halbzeit werden sie aber gegen alle drei vorrundengegner gut ausschaun, weil da könnens eben noch rennen. und wenns hoserl trocken bleibt, geht sich wahrscheinlich sogar das viertelfinale aus.
es scheint so, dass diejenigen, die laufend den einstatz von fussballgeriatrikern bei der em gefordert haben, jetzt eines besseren belehrt wurden!
das team nimmt schön langsam formen an und kann einmal ein richtig gutes werden. die em wird wahrscheinlich noch zu früh sein, aber ich bin schon auf die wm-quali gespannt.
wäre ich hicke, würde ich mir payer und standfest noch 3x gut überlegen. macho wäre für mich die klare nr.1 im tor. hoffer sollte auch im erweiterten kader sein. scharner ev. auch (?)
die Goalies: sind genau das, was sie auf Grund ihrer Spielqualitaet zu Recht sind - nur 3. Goalie. Furchtbar, was die zwei zusammengespielt haben.
Proedl: wirklich sehr talentiert, aus dem wird sicher noch was, allerdings muss er noch ein bischen an seiner Fuss=>Ball-Technik feilen.
2.Haelfte: wie zu erwarten, wollten die NL den 0:3 Rueckstand nicht nach Hause spielen, und legten daher einen Gang zu. Oesterreich hingegen waehlte die Ganghebelposition "R". leider.
Fazit:
an einem guten, wirklich guten Tag, koennen wir Polen schlagen.
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