Raiffeisen International trotzt Krise

8. April 2008, 10:38
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2007 brachte Gewinnplus und Rekordergebnis – "Keinerlei Schaden aus US-Krise"

Wien – Die börsennotierte Ostbanken-Holding des Raiffeisen-Sektors, Raiffeisen International (RI; gehört zu 68,5 Prozent der Raiffeisen Zentralbank RZB; 31,5 Prozent sind in Streubesitz), ist laut ihrem Chef, Herbert Stepic, völlig ungeschoren von der internationalen Finanzmarkt-Krise geblieben. "Trotz der Turbulenzen auf den globalen Kredit- und Kapitalmärkten" habe RI 2007 "ein Rekordergebnis" abgeliefert, der Konzern-Jahresüberschuss stieg um 42 Prozent auf 841 Mio. Euro. Finanzchef Martin Grüll konkretisierte: "Wir haben keinerlei Schäden aus der US-Immobilienkrise, weder direkt, noch indirekt", man habe keine Verbriefungen in den Büchern und keine ABS-Strukturen. Anlässlich der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch erklärte der Bankchef den Erfolg mit seiner Strategie, "Butter- und-Brot-Banking" zu betreiben, sprich: sich aufs Kerngeschäft mit viel Kundenkontakt zu konzentrieren. Und zwar in 16 Ländern, in denen RI zuletzt auf fast 14 Mio. Kunden und 3015 Filialen kam.

Den bisher höchsten Gewinn steuerte mit einem Zuwachs von 39 Prozent das Retail-Geschäft bei; den höchsten Ergebnisbeitrag das Geschäft mit Firmenkunden. Im Bezug aufs Ergebnis und regional betrachtet war die Region Südosteuropa federführend – und dort war Rumänien der Rekordhalter.

Dynamisches Wachstum

Das Wachstum der Zukunft stellt sich Stepic, was nicht weiter überrascht, "sehr dynamisch" vor: Die Filialexpansion soll weitergehen, bis zum Jahr 2010 will man 245 Außenstellen pro Tag (ohne die Wochenenden) aufsperren, vor allem in Russland und Rumänien. Die Bilanzsumme soll bis 2010 um 20 Prozent jährlich wachsen. 2008 soll der Konzernüberschuss auf eine Mrd. Euro steigen – wobei Stepic vor allem auf die "Hochwachstumsmärkte Russland und Ukraine" und organisches Wachstum setzt. Die Warnung des Währungsfonds vor den Risken im Osten bremsen die Raiffeisenbanker nicht ein: Das Wachstum verlangsame sich dort zwar, "ist aber immer noch drei Mal so hoch wie in Europa", rechnete Stepic vor. Es werde zwar zu einer Abflachung der "extrem überhitzten" Kreditnachfrage (in der Ukraine zuletzt plus 70, in Russland plus 60 Prozent) auf rund 27 Prozent kommen; "aber das ist auch gut so". RI selbst hat keine Geldbeschaffungssorgen. Die 1,24 Mrd. Euro aus der Kapitalerhöhung im vorigen Herbst halten noch "zwei bis drei Jahre" (Grüll). Für die ambitiöse Expansion in Russland hat RI gerade einen Kredit von rund 850 Mio. Dollar auf dem Finanzmarkt aufgestellt.

Und dann gibt es da ja noch die junge Zweckgesellschaft in Dublin, die nur für die Ausgabe von Anleihen errichtet wurde. Über dieses Programm könne Raiffeisen über vorgegebene Standards "jederzeit" bis zu fünf Milliarden Dollar aufnehmen, erklärte Stepic. Und: "Internationale Investoren lieben solche Programme". (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe,

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    RI-Chef Herbert Stepic sieht weiter "dynamisches Wachstum".

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