Spekulations-Minus in Millionenhöhe

17. April 2008, 13:54
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Das Gutachten zu den umstrittenen Immo-Geschäften von ÖBB-Chef Hubers Ehefrau fällt offenbar nicht freundlich aus

Wien - Die bisher nur buchhaltärisch schlagend gewordenen Spekulationsverluste der ÖBB könnten weit höher ausfallen als bisher bekannt wurde. War zuletzt von 150 Mio. Euro die Rede, berichtet nun der "Kurier" (Donnerstag-Ausgabe) von möglichen Verlusten von bis zu 400 Mio. Euro. 613 Millionen Euro hat die ÖBB Holding in spekulative Finanzgeschäfte investiert. 80 Millionen Euro mussten bereits 2006 wertberichtigt werden. Die ÖBB verweisen am Mittwoch darauf, dass man nicht nachvollziehen könne, wie die Zeitung auf die 400 Mio. Euro möglicher Spekulationsgewinne komme.

Nun ist der Sonder-Aufsichtsrat der ÖBB am Montag, dem 31. März gefragt. Er muss entscheiden, ob er aus dem Finanz-Geschäft aussteigt oder drinnen bleibt. Bei einem Ausstieg muss wohl annähernd die gesamte Summe abgeschrieben werden. Bleiben die Geschäfte aufrecht, hat der Aufsichtsrat seinen Sanktus dazu gegeben - auch keine leichte Übung, schreibt der "Kurier".

Abschnitte

Ein weiterer Punkt des Sonder-Aufsichtsrates sind umstrittene Immobiliengeschäfte der Ehefrau von Bahnchef Martin Huber, die im Umfeld der Bahn stattgefunden haben sollen. Das von Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker in Auftrag gegebene Gutachten zu der Affäre fällt laut "Kurier" nicht gerade freundlich aus, aber eben nicht so unfreundlich, um eine Ablöse von Huber zu rechtfertigen.

Dafür dürfte Huber bei seinen Plänen, aus der ÖBB Holding eine Führungsgesellschaft über die operativen Firmen wie Güterverkehr und Personenverkehr zu machen, starke Abschnitte machen müssen. "Die ÖBB ist eine strategische Holding, nicht mehr", war aus dem Bahn-Umfeld zu hören.

Ausgeräumt dürften die Probleme in Ungarn sein. Die Rail Cargo, die Güterverkehrsgesellschaft der ÖBB, kaufte um 400 Millionen Euro den dortigen Konkurrenten MAV Cargo. Eine in Budapest installierte Marketinggesellschaft hat nun Cargo-Chef Gustav Poschalko zugesetzt. Sie bekommt ein - umstrittenes - Erfolgshonorar für Lobbying, wenn der Deal über die Bühne geht. Das endgültige Okay wird in den kommenden Wochen erwartet, schreibt die Zeitung. (APA)

  • Das von Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker in Auftrag gegebene Gutachten zu der Affäre fällt laut Bericht nicht gerade freundlich aus, aber eben nicht so unfreundlich, um eine Ablöse von Bahn-Chef Huber zu rechtfertigen.
    foto: standard/andy urban

    Das von Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker in Auftrag gegebene Gutachten zu der Affäre fällt laut Bericht nicht gerade freundlich aus, aber eben nicht so unfreundlich, um eine Ablöse von Bahn-Chef Huber zu rechtfertigen.

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