Die ganze Welt schaut momentan mit Verachtung auf China, und der Boykott der Olympischen Spiele wird offen angedacht. Ähnlich wie bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste der buddhistischen Mönche in Myanmar im letzten Jahr, steht der Schuldige an der Eskalation und der Gewalt anscheinend fest. In den Köpfen der Medienkonsumenten schwirrt die Vorstellung, die chinesische Soldateska hätte friedliche Proteste tibetischer Mönche mit Gewalt niedergeschlagen. Dabei sollen über 100 Tibeter den Kugeln der in die Menge feuernden Besatzer zum Opfer gefallen sein - ein Massaker!
Diese Darstellung entspricht im Wesentlichen den Versionen der tibetischen Exilanten in Nordindien und des amerikatreuen Radiosenders "Free Asia". Beide Versionen werden in den Medien immer wieder gerne zitiert - freilich ohne zu erwähnen, dass beide Quellen nicht eben neutral sind. Aber was ist eigentlich am Wochenende im tibetischen Lhasa passiert, das die Weltöffentlichkeit derart schockiert hat, dass Peking am Pranger steht?
Es ist sehr schwer, die Ereignisse zu rekonstruieren, wenn man die Darstellungen der beiden Konfliktparteien und offensichtlicher Propagandamedien - wie "Radio Free Asia" - nicht berücksichtigt. Die seriösesten Quellen sind in diesem Falle Korrespondenten angesehener Zeitungen, die direkt vor Ort waren und nicht "Informationen" aus zweiter oder dritter Hand wiedergeben. Direkt vor Ort war der Korrespondent des britischen Economist, und seine Schilderungen weichen in entscheidenden Punkten von der Version der meisten Berichterstattungen, die sich auf Informationen aus zweiter und dritter Hand stützen, deutlich ab.
Ausgebrochen sind die gewaltsamen Proteste, als Gruppen von meist jungen Tibetern sich zusammengerottet haben und mit Pflastersteinen und Betonbrocken in die Gassen der Altstadt von Lhasa zogen und die Schaufenster chinesischer Geschäfte einwarfen. Auch (ethnische) Chinesen, die nicht schnell genug fliehen konnten, wurden mit Steinen beschmissen - darunter auch Kinder, Fahrradfahrer, Taxifahrer und Busreisende.
Die meisten Chinesen haben daraufhin ihre Geschäfte geschlossen und sind geflohen. Daraufhin wurden die Geschäfte von den tibetischen Demonstranten geplündert und einige wurden in Brand gesteckt. Es ist wahrscheinlich, dass auch einige Chinesen in ihren Geschäften verbrannten. Der Korrespondent wurde auch Zeuge einer Szene, in der ein kleiner chinesischer Junge, in Todesangst vor dem Mob, Schutz bei einem tibetischen Mönch suchte, den er gerade interviewte.
Die chinesischen Sicherheitskräfte haben sich nach den Angaben des Economist-Korrespondenten zurückgehalten und sich auf passive Abwehrmaßnahmen beschränkt. Rettungskräfte und Feuerwehr wurden ebenfalls von den Demonstranten angegriffen, so dass mit Beginn der Nacht die Feuerwehrwagen von gepanzerten Militärfahrzeugen eskortiert wurden, in denen bewaffnete Soldaten saßen. Von Schüssen auf Demonstranten ist dem Korrespondenten nichts bekannt.
Diese Version der Geschichte teilt auch der Zeit- und taz--Korrespondent Georg Blume, der als einer der letzten ausländischen Journalisten Tibet verlassen musste.
Heute hat mir ein Tibeter per Mail geschildert, wie er die Aufstände beobachtet hat:
Er konnte die Szenerie sehr genau beschreiben, brachte seinen ganzen Hass auf China zum Ausdruck - wie unmöglich sich die Chinesen aufführen, wie sie die Tibeter ökonomisch und religiös unterdrücken. Der nahm sich kein Blatt vor den Mund. Trotzdem sagte er: Die chinesischen Polizisten haben nicht geschossen am vergangenen Freitag, dem Ausbruch und vorläufigen Höhepunkt der Unruhen. Er vermutete, dass unter den Toten vor allem Chinesen waren, die in ihren Läden verbrannt sind.
Im Moment können wir einfach nicht belegen, wer für die Toten am Freitag verantwortlich ist. Auch ich hielt am Anfang die Militärpolizei für schuldig. Zumal die ganze Stadt voller Uniformierter ist, da liegt der Schluss natürlich sehr schnell nah, dass scharf geschossen wurde.
Je öfter ich aber mit Zeugen der Unruhen rede, desto unwahrscheinlicher scheint mir das und desto öfter muss ich an Aldous Huxley denken: "Die größten Triumphe der Propaganda wurden nicht durch Handeln, sondern durch Unterlassung erreicht. Groß ist die Wahrheit, größer aber, vom praktischen Gesichtspunkt, ist das Verschweigen von Wahrheit"
Wenn man sich diese Schilderungen anschaut, so fragt man sich auch unwillkürlich, warum in den Medien nie das Wort Pogrom zu hören ist. Stattdessen spricht man in den Medien lieber von "anti-chinesischen" Protesten.
Angesichts dieser Vorkommnisse fällt es auch schwer, Solidarität mit den Tibetern zu empfinden. Natürlich haben die Ausschreitungen nicht den tibetischen Anspruch auf Autonomie diskreditiert. Aber mit uneingeschränkter Unterstützung können die "Free Tibet" Aktionen nicht rechnen, so lange sie sich nicht eindeutig von diesen Gewaltaktionen distanzieren.
Tibet ist nicht Myanmar und die jungen zornigen Tibeter sind nicht die friedlichen Mönche aus Yangon. Natürlich sollte China endlich den Dialog mit dem Dalai Lama eröffnen, um eine Verbesserung der Situation in Tibet für die Tibeter und die dort lebenden Han-Chinesen zu erwirken. Bei aller berechtigter Sorge um die kulturelle Identität sollte man aber auch nicht die chinesischen Menschen in Lhasa vergessen, die vom aufgebrachten Mob umgebracht wurden. (DER STANDARD, Printausgabe, 26.3.2008)
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Einen wirklichen Kontrast kann ich da nicht erkennen. Es wird auch dort über die gewaltsammen Proteste der Tibeter berichtet. Und ich teile die Ansicht, daß manchmal Gewalt notwendig ist um sich gegen Unterdrückung zu wehren. Mir ärgert nur diese Bigoterie in der Berichterstattung, in Tibet ist es eine Freiheitsbewegung, in der Türkei sind es Terroristen und die Palästinenser sowieso.
Gerade heute hab ich auf CNN wieder Mönche verprügelnde Polizisten gesehen - sind halt nur indische Polizisten, muss man dazu sagen.
Eine kleine Sache nebenbei: Meiner Meinung nach ist es kein so großer Protest gegen China als Unterdrücker, sondern gegen Chinesen als Begünstigte der Situation. Warum? Ich habe von keinem Regierungs- oder KP Gebäude gehört, das brennt. Kein Gericht, das gestürmt worden ist. Die Läden der Han-Chinesen UND der Muslime brennen. Die Hans auf der Straße werden verprügelt.
Nachdem ich behaupte, es ist mehr eine soziale als Unabhängigkeitsfrage, auch ein weiterer Punkt.
Vergleiche Reichspogromnacht: Juden als offenbar ökonomisch Begünstigte, angeblicher Volkszorn zerstört ihre Geschäfter und kostet Menschenleben.
Will die Situation keinesfalls gleichstellen, auch nicht die Motive, aber ein mahnender Blick auf die Geschichte ist oft nicht schlecht. (Und die VR China ist keinesfalls ein Lamm.)
eine staatstragende Partei mit Ihren weitreichenden Organisationen die Bevölkerung für die bereits geplanten Ausschreitungen vorbereitete und anstachelte.
Ich glaube allerdings nicht, dass Tibeter (im Exil oder nicht), auf Institutionen wie die SA zurückgreifen können. Auch denke ich nicht, dass die Tibeter die Staats- oder Polizeigewalt in ihrem eigenen Land besitzen.
Vielleicht kämpfen die Tibeter für die Rückkehr des Dalai Lamas oder aber nicht. Auf jeden Fall kämpfen Sie gegen China, weil China eben der Usurpator ist.
Somit wird der Kampf in Tibet zum Freiheitskampf, mit all seinen schlimmen Exzessen. Und wenn wir bei der Resistance nicht gemeckert haben, brauchen wir auch bei den Tibetern nicht meckern.
Selbstbestimmung ist ein hoher Wert. Das wird den Tibetern vorenthalten. Trotzdem glaube ich auch, dass es starke soziale Hintergründe gibt. Man braucht gar nicht bis zu den Progromen im Nazi-Reich zurückgehen. Auch in den letzten 50 Jahren hat es in Thailand, Malaysia, Indonesien Progrome gegen Chinesen gegeben. Der Grund war immer der gleiche. Chinesen erweisen sich als flexibel, geschickt und geschäftstüchtig. In den genannten Ländern kontrollieren sie als Minderheit einen großen Teil der Wirtschaft. Als sich Malysia um 1962 gründete, war Singapur auch mit dabei. Aber es kam zu Progromen gegen Chinesen, sodaß Singapur entschied, einen eigenen Staat zu gründen. Noch heute hat Malaysia Gesetze, die apartheidähnlich Chinesen diskriminieren.
Ich sehe nicht, wie die Unabhängigkeit Tibets die wirtschaftliche Lage verbessern könnte:
Auf Importwaren kämen Zollabgaben.
Der Weg, ins Tiefland arbeiten zu gehen und Geld nach Hause zu schicken, wäre versperrt.
Die Bodenschätze, die es in der Provinz Qinghai gibt, wuerden von einer amerikanischen Firma ausgebeutet, ohne daß die Tibeter große Gewinne sehen wuerden, auch weil den Tibetern das Startkapital und die Ausbildung fehlt, selber Industrie aufzubauen.
Zum Vergleich siehe die wirtschaftliche Entwicklung der Mongolei.
war ein hort der buddhistischen nächstenliebe, die mönche wahre menschenfreunde. es ging allen gut, zumindest ca 1% der bevölkerung. der humanismus blühte, die strafen für verbrechen waren nur zunge,gliedmassen amputieren, hautabziehen, etc. das essen war karg, gemäss der lehre. bildung, gesundheit war nicht notwendig, weil mönche herrschten. aber ein dalailama, von gottes (=CIA) gnaden, ist schon demokratischer als ein einparteienstaat. tibet war chines. über jahrhunderte, der anspruch wohl begründeter als der von Britannien.
Unterdrückt wird nur feudalistisches Gedankengut.
Die Chinesen haben 1959 viele Tibeter von einem sklavenähnlichen Zustand befreit.
Die Elite von damals hat dem natürlich nicht zugestimmt und ist nach Indien abgehauen.
Das alte Tibet war kein Platz wo Sie und ich gerne wohnen würden glauben Sie mir.
China hat nicht nur alle ausländischen Journalisten aus dem Land befördert, sondern überhaupt alle Ausländer, welche irgendetwas bezeugen könnten.
Kein Ruhmesblatt ist übrigens für den Standard, dass es Leuten, die Menschenrechtsverletzungen bejubeln und über ermordete Mönche Witzchen reißen, hier ein Podium gibt.
ist Ihnen nicht viel gelegen.
Die "Sachkenntnis", auf der Sie stehengeblieben sind, ist ein sachtes Ruhekissen für den losen, emotional gefärbten Konformismus,
an welchem Sie ohne Bedenken teilhaben.....
Ihre Freundschaft Zu Tibetern, alle Ehre - aber solch Einseitigkeit läßt ein Sehen mit Scheuklappen vermuten.
Bedauerlich.
Die Ursache dafür ist, dass China für die Sicherheit der ausländischen Journalisten wie auch Reisenden in Tibet nicht garantieren kann.
Was glauben Sie welcher Medienaufruhr im Westen wäre wenn hier ein eurpäischer oder amerikanischer Journalist oder Tourist getötet wird.
Dann würden alles sofort schreien, die bösen Kommunisten aus Peking stecken da dahinter.
Die ist so und nur so zu sehen.
Taktisch vielleicht nicht sehr klug meiner Meinung nach von der chinesischen Regierung aber es ist für mich schon nachvollziehbar.
Oder wie würden Sie das als Regierungschef in Peking machen?
Die Leute einfach in ein totales Chaos einreisen lassen und sagen ihr seit selbst verantworlich für euch?
Sehr verantwortlungslos wäre das!!!
China hat die Ausländer aufgefordert Tibet zu verlassen, weil für die Sicherheit nicht garantiert werden kann.
Was glauben Sie was für ein Aufschrei wäre, wenn ein Ausländer noch dazu ein Reporter in Tibet getötet würde.
Alle würden sofort schreien, dass waren die bösen Kommunisten aus Peking selbst wenn es Tibeter gewesen wären.
Die Sachen sind oft nicht so einfach wie man denkt Frau Goeschl.
Ich wohne seit 2005 in China (zuerst in einem Vorort von Peking und jetzt in einer kleinen Stadt in Zhejiang) und bin hier total in der chinesischen Gesellschaft integriert und bitte glauben Sie mir, dass China bzgl. Menschenrechten Westeuropa um nicht viel nachsteht.
Minderheitenrechte sind auch sehr gut vorhanden (besser als in Österreich).
sorry zuerst mal muss ich ihr schlechtes chinesisch korrigieren.
es heisst ni shi yi ge bendan und nicht ga du moechtegern.
Weiters kann ich das von Zhejiang sicher nicht beurteilen das ist richtig.
Ich kann aber sehrwohl beurteilen was ansonsten von China berichtet wird bzgl. Menschenrechten und Minderheitenpolitik und daruber kann ich sehrwohl reden.
Da ist fast alles nicht richtig dargestellt im Westen.
Ich nehme das möchtegern somit zurück und entschuldige mich.
Ich komm mir einfach vor wie im falschen Film.
Ich sehe hier in China fast nur hochmotivierte Leute die Ihr Land über alles lieben und versuchen die Situation hier von Jahr zu Jahr zu verbessern (natürlich primär die eigene weil Chinesen sind doch realtiv egoistisch).
Und dann lese ich solche Berichte wo ich nur sagen kann sorry das entspricht nicht den Tatsachen und ist total überzogen.
Ich bin bei einer Organisation, die in China Leuten hilft. Schulen und Brunnen zu bauen und so weiter. Denn von der chin. Regierung haben die keine Hilfe. Und von denen hoere ich ganz andere Sachen. Das was sie berichten mag in den hochpolierten Gebieten, den Freien Industrie Zonen stimmen. Aber im Hinterland gibts Korruption, Armut und Willkuer. Auch in Tibet ist die Fasade grossartig, aber die Tibeter selbst leben wie Bettler in ihrem eigenem Land. Und das habe ich selbst vor Ort dort erlebt. Falls sie hier mitreden wollen, sollten sie sich die Muehe machen auch ein bischen in China herumzureisen und das Schicksal der Menschen zu sehen, die unter die Raeder der Zentralregierung und deren Wirtschaftswalze gekommen sind.
Hut hab von Ihrer Arbeit!!
Aber glauben Sie die Zentralregierung kann alles im Griff haben?
Natürlich gibt es grosse Probleme in China das habe ich auch nie bestritten.
Unter die Räder von der Regierung ist aber niemand gekommen.
Manche Gebiete sind eben noch nicht so entwickelt und das dauert eben seine Zeit.
Ich bin auch dafür lieber Geld in solche Projekte zu stecken als in eine Mondlandung.
Ich gebe Ihnen also völlig Recht.
die die Wahrheit raus tragen könnten?
Das macht doch erst die ganzen Mutmaßungen und das ständige Zitieren von Secondhand Informationen nötig, oder?
Nach den Erfahrungen am Platz des himmlischen Friedens traut man der KP eben Massaker zum Machterhalt zu - insbesondere in einer gewaltsam annektierten Provinz mit seit Jahrzehnten unterdrückter lokaler Bevölkerung...
Aus Sicherheitsgrüden weil die Regierung in diesem von einigen hundert Tibetern angefangener Anarchie nicht für einen ausländischen Journalisten grade stehen will und kann.
Ist zwar taktisch nicht Klug von Peking aber glauben Sie mir es ist tatsächlich so.
China hat nichts zu verbergen.
ist seit vielen Jahren bekannt und überhaupt nicht an Zugangsschwierigkeiten gebunden.
Alleine was an Lügen über den Zerfall Jugoslawiens aufgetischt wurde, um den Slogan, Serbien muß sterbien, in die Hirne der Kronen- und sonstiger Zeitungsleser zu pflanzen, ist Legion. Da hat die in Stunden zu bemessende Autofahrt an den Ort des Geschehens nichts, aber schon gar nichts, an journalistischer Präzision gebracht.
Die politischen Vorgaben werden sklavisch von unserern "freien" Medien befolgt. Alleine was ein Herr Seinitz in der Kronenzeitung sich an Meinung über die Unruhen in Tibet aus den Fingern oder sonstwoher gesogen hat, spottet jeder Beschreibung, ist aber die Norm, und keine Ausnahme ......... ..........
Es ist verblüffend (aber nicht überraschend), wie verzweifelt jetzt die wenigen Augenzeugenberichte aus erster Hand wegargumentiert werden, die es gibt. Weil sie halt der vorgegebenen Hier-Gut-Da-Böse-Story widersprechen.
Die Chinesen sind also trotzdem die Bösen, sie müssen es einfach sein. Somit ist das alles gar nicht passiert. Oder es ist doch passiert, aber dank der Vorgeschichte irrelevant: die Chinesen sind die Täter, die Tibeter immer die Opfer, basta.
Dass vielleicht beide Opfer und Täter sein könnten, ist natürlich total ausgeschlossen und darf nichtmal gedacht werden.
(Hat jemand eigentlich bemerkt, dass der Dalai Lama genau deshalb seinen Rücktritt angedroht hat, weil die Tibeter(!!) gewalttätig wurden?)
Jens Berger hat als wahrheitsliebender Journalist durchaus recht.
Allerdings leistet er damit unfreiwillig Schützenhilfe für die Chinesischen Behörden, die absichtlich keine objektive Information zulassen: wenn die Medien nur dann berichten dürften, wenn sie beide Seiten der Medaille kennen, und vorher nicht, wären sie zum Schweigen verurteilt, solange Informationssperre herrscht. Der Zensor könnte somit ein Doppelspiel treiben: Information vorenthalten, um anschließend den Kritikern Uninformiertheit, resp. Einseitigkeit vorzuwerfen - was die chin. Behörden ja auch tatsächlich tun.
Und Jens Berger tut mit.
Bitte darauf zu achten, daß dem p.t. Autor das Elend Seconhand Journalismus näher geht als irgenwelche Jahrzehnte andauernden, schon langweiligen Menschenrechtsverletzungen weit hinten im Himalaya, an die wir uns letztlich auch schon längst gewöhnt haben. Das O. Spengler -Zitat betrifft ihn selber auch, ohne daß er es merkt. Wenn man seinenk Kmmentar liest, glaubt man die Tibeter hätten vor 58 Jahren Tibet besetzt und kujonieren seither die fleissigen, ansässigen Chinesen
Das hat alles mit freiem Journalismus wenig zu tun.
wie schon mehrfach erwähnt: ein guter artikel meiner meinung nach.
mein problem bei der sache ist, dass es kaum möglich ist an diese infos (in dem fall die artikel von blume und miles) zu kommen.
ich müsste aller zeitungen, blogs und reportagen/tv-sendungen dieser welt sehen um mir ein bild machen zu können.
das einzige, was mir bleibt, ist artikel, die offensichtlich nicht objektiv bzw schlecht recherchiert sind, gar nicht erst zu lesen.
und da bleibt wirklich nicht viel über in dieser von bild- und kronenzeitungen dominierten welt.
Dank Internet ist es kein Problem, die Artikel zu finden:
http://www.economist.com/daily/new... d=10870258
http://www.taz.de/1/archiv/... a4d17adfc4
http://www.news.at/profil/in... 0734.shtml
Im Übrigen gefällt sich Berger in seinem Blog schon seit Tagen darin, die Ausschreitungen als Pogrom zu deuten. Etwas, das (bisher) noch nicht einmal die Regierung in Peking macht.
Ohne jetzt Berger-Bashing betreiben zu wollen, die Artikel findet man auch ohne ihn. Das profil erschien vergangenen Freitag, davon ausgehend kann man Hr. Blums Artikel in der taz finden. Der Economist war bei mir mehr oder weniger Zufall, ist eine der Quellen in http://en.wikipedia.org/wiki/2008... t_in_Tibet - er wird aber auch bei CNN und anderen zitiert.
Abgesehen davon: bei allen Geschehnissen in den Nachrichten lässt es sich, wenn man sich so umfassend wie es eben geht informieren möchte, nicht vermeiden verschiedene Quellen zu vergleichen. Dank Internet ist das heute so leicht wie noch nie zuvor, so dass man nicht mehr auf Boulevardmedien angewiesen ist wenn man sich besser informieren möchte.
Endlich eine besonnende Stimme! Die simple schwarz-weiß Malerei war ja nicht mehr auszuhalten. Auf der einen Seite ein spirituell lebendes, friedfertiges Völkchen, auf der anderen Seite die materialistische denkende marxistische Diktatur. Von wegen!
PS: Ich empfehle allen esoterischen Westlern sich einmal die Rolle des buddhistischen Klerus in Sri Lanka anzusehen.
Fest steht, dass die Tibeter marginalisiert sind, werden und wurden, ökonomisch, kulturell, religiös.
Sollte man eher fragen, wieso und wie Autonomie und Vielvölkerstaat in China so geregelt wird, von nichts kommt schließlich nichts. Wenn die Unterdrückten irgendwann rabiat werden, ists auch ganz leicht, sich auf die einzuschiessen.
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