Veldhuis, Pellegrini mit Weltrekorden

17. April 2008, 13:48
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Niederländerin entthronte De Bruijn, Italienerin löste Manaudou ab - Bernard gewann Kraulsprint-EM-Gold diesmal ohne Weltrekord

Eindhoven - Die am Montagabend zu Ende gegangenen 29. Langbahn-Europameisterschaften in Eindhoven haben eine Flut an Schwimm-Rekorden gebracht. Die Niederländerin Marleen Veldhuis und die Italienerin Federica Pellegrini fixierten in der letzten Finalsession die Weltbestleistungen fünf und sechs dieser Titelkämpfe. Inklusive dem halben Dutzend Weltbestmarken wurden an sieben Wettkampftagen gleich 18 Europarekorde aufgestellt.

Veldhuis sicherte sich den Kraulsprint vor den jubelnden Fans in 24,09 Sekunden, womit sie ihre Landsfrau Inge de Bruijn als Weltrekordlerin ablöste. Die Olympiasiegerin kommentierte das Rennen in der Halle für einen Fernsehsender, sie hatte ihre Topzeit am 22. September 2000 im Olympia-Halbfinale in Sydney fixiert. Hinkelien Schreuder fixierte in 24,59 einen niederländischen Doppelsieg, die Schwedin Therese Alshammar holte in 24,71 Bronze.

Das 50-m-Kraul-Finale der Herren gewann 100-m-Europameister Alain Bernard. Der Franzose verfehlte in 21,66 seinen am Vortag im Semifinale fixierten Weltrekord um 16/100. Der 24-Jährige hatte über 100 m Kraul für zwei weitere Weltrekorde gesorgt. "Heute habe ich mich nur darauf konzentriert, den Titel zu holen", erklärte Bernard, nachdem er den Kroaten Duje Draganja um 34/100 und den Schweden Stefan Nystrand um 5/10 abgehängt hatte.

Pellegrinis Weltrekord kam überraschend, entthronte sie doch Superstar Laure Manaudou. Die Französin war schon während der Titelkämpfe aus den Niederlanden abgereist. "Mit so einer Zeit habe ich wirklich nicht gerechnet", war Pellegrini über ihre 4:01,53 Minuten selbst überrascht. Damit war sie um 6/10 schneller als Manaudou im Budapester EM-Finale 2006. Coralie Balmy (FRA/4:04,15) und Camelia Potec (ROM/4:05,62) landeten auf den Plätzen.

Janne Schäfer gewann im Brustsprint das in diesen Tagen zweite EM-Gold für Deutschland nach dem 200-m-Kraul-Titel von Paul Biedermann, für Frankreich schlug über 200 m Delfin Aurore Mongel zu. Der 25-Jährigen genügten 2:06,59 Minuten, um mit 12/100 Vorsprung auf die Ungarin Emese Kovacs zu gewinnen. Die Spanierin Mireia Belmonte Garcia sicherte sich in 2:09,32 ihre zweite Medaille nach Gold über 200 m Lagen.

Die Lagen-Staffeln gingen an die russischen Herren und die britischen Damen. Arkadij Wjatschanin, Grigori Falko, Jewgenij Korotischkin und Andrej Grechin setzten sich in 3:34,25 um 2,07 Sekunden vor Kroatien und weitere 53/100 vor den Schweden durch. Elizabeth Simmonds, Kate Haywood, Jemma Lowe und Francesca Halsall blieb in 3:59,33 als erstes europäisches Quartett unter vier Minuten. Es folgten Russland (4:00,47) und die Niederlande (4:04,41).

Die Medaillenwertung ging mit acht Gold, sechs Silber und fünf Bronze an Russland. Es folgen Frankreich mit fünf sowie Italien und die Niederlande mit vier Titeln. Hinter den durch 400-m-Lagen-Gold von Laszlo Cseh dreimal siegreichen Ungarn schnitt das OSV-Team auf Rang sechs mit drei Mal Gold sowie je zwei Mal Silber und Bronze ausgezeichnet ab. Inklusive Synchronschwimmen und Wasserspringen holte Russland Rang eins, Österreich wurde Achter. (APA)

  • Federica Pellegrini ist die schnellste Frau über 400-m-Freistil.

    Federica Pellegrini ist die schnellste Frau über 400-m-Freistil.

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    Die alte Weltrekordlerin Inge de Bruin überlässt der neuen Marleen Veldhuis das Feld.

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