Diesels Geheimnis

Redaktion, 21. März 2008, 23:23

Diesel - zwischen Genialität und Wahnsinn

Rudolf Diesel war irgendwie verrückt: Wie der Mathematiker Carl Friedrich Gauß oder der Entdecker Alexander von Humboldt ein Besessener. Von den beiden Genies unterschied er sich aber doch in einem Punkt: Er muss auch noch sagenhaft unglücklich gewesen sein, nicht nur zwischendurch einmal, sondern konsequent. Seine Biografie erscheint als der reinste Watschentanz zwischen großem Unternehmer und völligem Versager.

Die Konsequenzen für die weltweite Automobilisierung waren auf jeden Fall weitreichend. Das Verbrennungsprinzip mit dem höchsten Wirkungsgrad lässt niemanden kalt. Es heizt die Umweltdiskussion an, es stellt die Weltwirtschaft auf den Kopf. Drei von vier verkauften Litern Kraftstoff sind in Österreich derzeit Diesel. Der höhere Wirkungsgrad sorgt für geringeren Verbrauch. Steigende Dieselpreise schmälern den Vorteil, lassen ihn aber nicht ganz verschwinden. Selbst wem das Geld egal ist, dem bleibt immer noch eine höhere Reichweite.

Partikelschleuder
Auf der Umweltseite war Diesel schon immer kritisch, der hohe Wirkungsgrad hat seinen Preis: Die hohen Verbrennungstemperaturen haben gegenüber dem Ottomotor einen ungleich höheren Stickoxidausstoß zur Folge. Er ist so schwierig in den Griff zu kriegen, dass Dieselautos in Europa in diesem Punkt immer mit großer Nachsicht behandelt wurden. Das wird sich aufhören müssen. Das Thema Rußpartikel hat sich im Laufe des Hochschwappens der Diskussion von selbst erledigt. Heute werden praktisch nur mehr Autos mit Partikelfilter verkauft. Aber eines bleibt: Die ganz kleinen wirklich gefährlichen Partikel bringt niemand weg.

Der Dieselmotor wird bei uns an Bedeutung verlieren und im Rest der Welt ein wenig gewinnen. Denn am Ende will alles verbraucht werden: Benzin wie Diesel. (rs, AUTOMOBIL, 21.03.2008)

Leserfragen an:

Rudolf Skarics

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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22.4.2008, 19:11
diesel gehört in lkw, baumaschine, etc.

der dieselmotor ist der genialere als der ottomotor, im pkw eingesetzt aber falsch am platz - mehr lärm, mehr vibrationen, mehr gewicht, miese kaltlaufeigenschaften. das bissel mehr motorwirkungsgrad als beim benziner geht im praktischen alltag (insbesondere beim ampelhüpfen in der stadt) kaum in den gesamtwirkungsgrad ein.

schon bisher hat sich ein diesel im pkw nicht rentiert (ich fahre 45.000km/a und benziner kommt total gerechnet billiger).

all jene schmutzfinke, denen es für (vermutete, falsch gerechnete) 5% mehr im börsel jahrelang egal war, daß sie ihren mitbürgern lungenkrebs angehängen und den lärmpegel in der stadt um gut 30% erhöhen, nebenbei den gebrauchtmarkt für benziner ruiniert haben, dürfen jetzt gsd dafür zahlen...

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