Empörung über falsche Bilder von Polizeieinsatz gegen Demonstranten

Redaktion, 21. März 2008 21:07

Westliche Medien verwendeten Fotos aus Nepal und Indien, um Unruhen zu illustrieren – China reicht Bilder der Ausschreitungen nach

Als am Freitag der Vorwoche erste Berichte über die Unruhen in Lhasa erschienen, waren die internationalen Medien vorerst auf exiltibetische Quellen angewiesen. Die chinesischen Agenturen erwähnten die Proteste mit keinem Wort, Journalisten erhalten praktisch nie die zur Einreise nach Tibet erforderliche Sondergenehmigung, und in der kalten Jahreszeit bereisen nicht viele Touristen die chinesische Provinz.

Noch schwerer als zuverlässige Zeugenaussagen waren aktuelle Bilder der Ausschreitungen zu finden: einzig die exiltibetische Webseite Centre for Human Rights and Democracy veröffentlichte mit einem Mobiltelefon aufgenommene Bilder, die eine Demonstration in der nordtibetischen Stadt Sangchu zeigten. Diese Aufnahmen waren die ersten Fotos aus Tibet selbst, eines davon erschien auch im derStandard.at-Bericht über die Proteste.

Weltweite Proteste zum Jahrestag des Einmarsches

In mehreren Ländern, so auch in Chinas Nachbarstaaten Nepal und Indien, kam es ebenfalls am 14. März bei Protesten anlässlich des 49. Jahrestages des chinesischen Einmarsches zu Polizeiübergriffen, die von den zahlreich anwesenden Pressefotografen ausführlich dokumentiert wurden. Viele Medien bedienten sich, ohne die Herkunft der Bilder zu berücksichtigen, dieser Aufnahmen, um die Berichte über den Aufstand in Lhasa zu illustrieren.

Allerdings unterscheiden sich die blauen Camouflage-Uniformen der nepalesischen Sicherheitskräfte und die Khaki-Hemden der indischen Polizei beträchtlich von den unifarbenen Jacken ihrer chinesischen Kollegen. Aufmerksamen Beobachtern fiel dies schnell auf: mittlerweile finden sich der auf der Videoplattform Youtube mehrere Zusammenschnitte über die "Lügen der westlichen Medien" .

China reicht Bilder nach

Am Samstag, als die Wochenendausgaben der Zeitungen längst gedruckt waren, zeigte der Pekinger Fernsehsender CCTV Aufzeichnungen der antichinesischen Ausschreitungen: statt rotgekleideter Mönche und bunten Tibet-Fahnen war darauf eine wütende Menge zu sehen, die Geschäfte stürmt, Autos anzündet und Steine wirft. Britische und US-Medien veröffentlichten erste Augenzeugenberichte.

Am Dienstag beschloss Peking dann offenbar eine drastische Änderung der Informationspolitik: die offizielle chinesische Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichte mehrere Bilder ausgebrannter Geschäfte in Lhasa. Am Mittwoch folgte ein einzelnes Bild, auf dem ein Tibeter einen Han-Chinesen mit einem Schuh schlägt, und seit Freitagmorgen bietet auch die Nachrichtenagentur Reuters mehrere (von ungenannten Fotografen, sogenannten "Stringers", zugekaufte) Fotos der mittlerweile eine Woche zurückliegenden antichinesischen Ausschreitungen an. (bed/derStandard.at, 21.3.2008)

Links
A week in Tibet: Trashing the Beijing Road
Der britische Economist ist eine der wenigen Zeitungen, die zum Zeitpunkt der Ausschreitungen einen Korrespondenten in Lhasa hatte

Tibet-Debatte im Internet: Schlachtfeld der tausend Wahrheiten
Spiegel-Netzwelt-Bericht mit zahlreichen weiterführenden Links

Kommentar posten
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HansLaschnig
 
13.04.2008 00:25

Scheinheilig und Ablenkung... Die Chinesische Regierung ist nicht ganz unschuldig durch ihre rigorose Zensur der Medien...

Flat Decider™
29.03.2008 04:05
plau graut
 
30.03.2008 17:51
immerhin, fast beachtlich!

"normales" = faires Verhalten in groben Ansätzen vorhanden............

zimbo
 
17.11.2008 14:13
Nach dem Grundsatz: Wird scho wos hängenbleiben !

Flat Decider™
29.03.2008 04:50

The Washington Post Web site has amended a caption on a photo to correct the location and published an editor's note saying, "The caption for an earlier version of this slideshow was incorrectly associated with a photo from Nepal."

zugzwang
26.03.2008 22:17
auch in österreich nichts neues

die medien sorgen schon immer für bilder die die richtige message transportieren - und hinterher heisst es, es war ein technisches versehen ....

z.B. KRONE 05.02.2000
http://www.fro.at/aktuelles/fake.html

zimbo
 
17.11.2008 14:15
Super !

bing lv
25.03.2008 17:06

The CIA put the Dalai Lama's brother, Gyalo Thodup, in charge of the
bloody 1959 armed attack. A contra army was trained by the CIA in
Colorado and then dropped by U.S. Air Force planes into Tibet.
The 1959 attack was a CIA planned and organized coup attempt, much
like the later Bay of Pigs invasion of socialist Cuba. The purpose was
to overthrow the existing Tibetan government and weaken the Chinese
Revolution while tying the people of Tibet to U.S. imperialist
interests. What does that say about today's March uprising, that's
done in the same spirit?
http://www.workers.org/2007/worl... index.html
http://philolog.wordpress.com/2006/11/1... erschmitt/

si net
26.03.2008 09:31

tell about the influence of china since 1950..


bing lv
25.03.2008 16:51
man muss mehr erfahren

http://it.politica.internazionale.politica-e-societa.gruppi.kataweb.it/226613.html
The 1959 uprising
Knowing more about the 1959 "uprising" might help in understanding
today's events in Tibet.
In 2002 a book titled "The CIA's Secret War in Tibet" was published by
the University Press of Kansas. The two authors--Kenneth Conboy of the
Heritage Foundation and James Morrison, an Army veteran trainer for
the CIA--proudly detail how the CIA set up and ran Tibet's so-called
resistance movement. The Dalai Lama himself was on the CIA payroll and
approved the CIA's plans for the armed uprising.
The CIA put the Dalai Lama's brother, Gyalo Thodup, in charge of the
bloody 1959 armed attack. A contra army was trained by the CIA in
Colorado and then drop

Stani83
25.03.2008 10:58
Ein Mal mehr wird gezeigt dass

man nicht alles was im TV zu sehen ist glauben muss. Ich will die Chinesen bestimmt nicht verteidigen aber auch nicht anklagen da ich keine AHnung hab was dort wirklich vorgeht.

Westliche Medien verwenden falsche Bilder.
Chinesen selektieren zu ihren Gunsten.

Leider ist das nicht der erste und bestimmt auch nichtder letzte Fall von Manipulation.

Man hats ja bereits in Jugoslawien, Kosovo, Irak, Iran usw. gesehen.
Leider brennen sich diese Bilder in die Köpfe der Menschen ein und diese verurteilen dann ein ganzes Volk.
Deshalb haben nur wenige Menschen über Serben, Chinese, Iraker usw. eine gute Meinung.
Eigentlich schade.

Etwas kritischere Betrachtungsweise wäre wünschenswert

bing lv
25.03.2008 01:12
mehr über tibet erfahren: religion, dalai-lama, geschicht, realität, wahrheit

http://philolog.wordpress.com/2006/11/1... erschmitt/

de "zufallige" kollektive fehlern (sehr einstimmig) der westlichen medien, ach, ne, die wurde doch immer in ostern als unabhägig, wahrheitstreu und frei vorbildhaft idealisiert, und hier sieht man aber nur das frei zu fälschen. und zwar mit eindeutige absicht. es wird sicher als eine der grössest skandal in die mediengeschicht gehen.und noch: die westlich medien arbeiten mit CIA sehr eng: die gefangenlagen in europe wurden jahrlang kollektiv geschwiegen; in Burma/Jugoslavien/Ukrainer sind meisten Aktivisten von DEMONSTRANTEN von CIA gestiftet, wurde aber als demokratische bewegung berichtet, dies mal stinkt s genau so...

si net
26.03.2008 09:33
mehr mehr, mehr? ;)

readymate
23.03.2008 12:16
Wüßte keinen Fall,

in welchem z.B. Standard, Spiegel, Guardian etc. Fotos von demonstrierenden Tibetern in Indien gebracht und als (fälschlich) aus Tibet selbst stammend deklariert hätten...!

Was die Chinesen jetzt machen ist ein billiger Propaganda-Rummel zur üblichen Beschuldigung der westlichen Presse bei gleichzeitiger selektiver Bilderauswahl zur Darstellung des Konflikts in ihrem Sinn...!

Eine objektive Dokumentation der Ereignisse wäre nur durch Zulassung internationaler Journalisten zu den gesperrten Gebieten möglich, was die Chinesen aber verhindern...!

Die Absicht dahinter muss ja wohl jedem klar sein, der seine 7 Zwetschken noch halbwegs beieinander hat...!

.

Mostbluzza
26.03.2008 08:21
james miles, economist, berichtet vorort ...

Die Aufständischen, sagte Miles, "markierten diejenigen Geschäfte, von denen sie wußten, daß sie Tibetern gehörten mit weißen Tüchern. Diese Geschäfte wurden unversehrt gelassen. In einem Großteil der Stadt wurde fast jedes andere entweder niedergebrannt oder ausgeraubt, zerstört, die Waren auf die Straße geworfen und angezündet. Es war ein außerordentlicher Ausbruch von ethnischer Gewalt widerlichster Natur, die selbst manchen zusehenden Tibeter überraschte." Er berichtete ebenfalls, daß die Polizei mehrere Tage praktisch nichts unternahm, darauf wartend, daß die Aufstände von selbst aufhören würden

bing lv
25.03.2008 01:37
bing lv
25.03.2008 01:36
http://www.youtube.com/watch?v=u... zHRcFVaVVE

hier können sie sehen, den gemeinsame perfekte prapaganda, die in der medien geschicht je gegeben hat

readymate
25.03.2008 10:07
Wenn etwa RTL

falsches Bildmaterial verwendet, glauben Sie, die gesamte Westpresse entlarvt zu haben...?

Mein lieber Bing, Sie sind nicht ganz bong...!

.

I-Clouseau
23.03.2008 20:53
sogar auf einem aktuellen Video von Spiegel Online

sind anfangs nepalesische Uniformierte zu sehen und gesprochen wird von Niederschlagungen in Tibet ('VIDEOS POLITIK' auf http://www.spiegel.de/politik/a... 0,00.html)

In einem Bereich, wo so stark manipuliert wird, ist das ein schlimmes Vergehen... inzwischen müsste der Fehler auch den Spieglern bekannt sein... und dennoch!

Eigentlich ändert der falsch geschusterte Beitrag nichts an den Tatsachen. Aber in Zeiten wo nur geglaubt wird was gesehen wird..
(es gibt zu viele Thomas' auch zu Ostern)

Artischocke
 
23.03.2008 14:49

Und was ist dann hier zu sehen?
http://www.youtube.com/watch?v=OkAkBQ-I8DU

readymate
23.03.2008 16:17
Ja , was denn...?

Christian Schindler
 
22.03.2008 20:46
Das kennen wir doch...

...erinnert mich stark an 9/11. Da hat CNN Bilder von freudentanzenden Palästinensern gezeigt, die sich angeblich über den Anschlag freuen. Es hat sich dann herausgestellt, das das Archivmaterial war. So sind sie die Medien...

a nockater im havelka
23.03.2008 13:35
merci

für diesen hinweis. ich hab diese bilder erst später mal gesehen und da war keine rede davon, dass sie "gefälscht" waren. wann ist das rausgekommen?

An Geo
 
23.03.2008 05:48
Noch einer...

...der sich erinnert :)
Freit mich.....hab ich auch schon weiter vorne geschrieben.
Zum GLÜCK gibt es Menschen die nicht so leicht vergessen.....leider sind WIR in der Minderheit.

si net
22.03.2008 20:27
Im April 1996 initiierte China die "Schlag-hart-zu" Kampagne, ein Programm zur "patriotischen Umerziehung", das in allen religiösen Institutionen Tibets durchgeführt wurde und noch wird, um etwaigen "separatistischen Aktivitäten" den Garaus zu mache

Die sogenannten "Arbeitsteams", die sich hauptsächlich aus Kadern des Public Security Bureau (PSB) zusammensetzen, führen umfangreiche Umerziehungskurse in den Klöstern durch, welche die monastische Ordnung durcheinanderbringen. Ihr Hauptzweck ist, Mönche und Nonnen, die ihnen als "unpatriotisch" gelten, zu identifizieren, auszuweisen oder zu verhaften, d.h. diejenigen, welche irgendeine Meinung wider die Parteipolitik zum Ausdruck bringen oder die sich nicht zu den fünf Grundsätzen bekennen, die alle Mönche und Nonnen durch ihre Unterschrift akzeptieren müssen. Diese sind:

1. Widerstand gegen Separatismus,
2. Akzeptanz der chinesischen Version der Geschichte Tibets,
3. Leugnung eines unabhängigen Status Tibets,
...etc

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