Kein Osterfrieden bei Schülervertretern

23. April 2008, 13:18
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Schülerunion bezichtigt Aktion kritischer Schüler, "Aufruf zum öffentlichen Vandalismus" gestartet zu haben - AKS: "Interner Vorschlag wurde sofort boykottiert"

Ein interner Newsletter der SPÖ-nahen Aktion kritischer SchülerInnen (AKS) sorgt derzeit für Wirbel. Im Zuge einer Anti-Rassismusaktion "sollen Kirchen in ganz Österreich mit Sprüchen wie 'Jesus war Jude' verziert (also bemalt oder besprayt) werden, die auf die Absurdität eben dieser Intoleranz hinweisen", heißt es in der Nachricht.

Die ÖVP-nahe Schülerunion sieht darin einen "Aufruf zum öffentlichen Vandalismus" und fordert "Konsequenzen". "Schämen sollen sich diejenigen, denen so ein Blödsinn einfällt", kritisiert Achill Rumpold, Landesparteisekretär der Kärntner ÖVP in einer Aussendung.

"Interner Vorschlag sofort boykottiert"

"Es ist mir unerklärlich, wie die Schülerunion das interne Dokument in dieser Form veröffentlichen konnte, es entsteht ein völlig falsches Bild von der AKS", entgegnet Christof Brandtner, Landesvorsitzender der AKS Tirol. Im Gespräch mit derStandard.at erklärt er: Es handle sich beim Newsletter um eine Information, die nur an Funktionäre der AKS ging. Der Vorschlag wurde intern sofort boykottiert und umgehend abgelehnt. Aktionismus als Kunstform werde bei der AKS hochgehalten, doch Kirchen zu besprayen wäre Vandalismus und gesetzeswidrig, beteuert Brandtner. "Tief" sei es, dass die Schülerunion die Infos unkommentiert veröffentlicht habe, so Brandtner.

Satire

"Vandalismus - wie Kirchen oder andere religiöse Einrichtungen zu besprayen - ist definitiv keine Aktionsform, die die AKS unterstützt", teilt auch die AKS-Bundesvorsitzende Sophie Lojka in einer Aussendung mit. Eine entsprechende Formulierung in einem internen AKS-Diskussionsforum sei ein satirisch gemeinter, wenngleich schlechter, weil missverständlich formulierte Versuch, auf Themen wie Antisemitismus und Rassismus aufmerksam zu machen. "Der Aufruf zu Vandalismus kann nicht als Satire abgetan werden", kontert wiederum die Schülerunion. (burg/derStandard.at, 21. März 2008)

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    Die Aktion Kritischer SchülerInnen fühlt sich von der Schülerunion in einem falschen Licht dargestellt und findet das "tief".

  • Information für AKS-FunktionärInnen zur Verfügung gestellt von der Schülerunion
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    Information für AKS-FunktionärInnen zur Verfügung gestellt von der Schülerunion

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