Projekt

Pro ältere Beschäftigte: mature@eu

Redaktion, 18. März 2008, 12:59
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    bild: mature@eu

Das EU-Projekt "Supporting Employers In Recruiting And Selecting Mature Aged Persons" reagiert auf die europaweit zu niedrige Beteiligung älterer Personen am Arbeitsmarkt

Ältere im Berufsleben im Allgemeinen und strukturelle Barrieren in der betrieblichen Einstellungspolitik im Besonderen - darum geht es bei mature@eu. Ältere Arbeitnehmer sind im Einstellungsprozess häufig von altersdiskriminierenden Stereotypen und Verhaltensweisen betroffen. Bewerbungen älterer Jobsuchender scheiden aufgrund der Überzeugung, "zu alt" für einen Job zu sein aus dem Rekrutingverfahren aus. Qualifikationen und Kompetenzen sind vielfach von nachgeordneter Bedeutung.

IT-Sektor

Dies wird besonders im IT Sektor ersichtlich: Derzeit liegt der Prozentsatz der in der Branche beschäftigten 50- bis 65-jährigen IT-Fachkräfte bei knapp über 6 Prozent aller Beschäftigten. Auch der Frauenanteil ist im Laufe der letzten Jahre zurückgegangen und liegt nun in ganz Europa unter 20 Prozent.

Die Einstellungsverfahren sind auf junge, männliche Kandidaten ohne familiäre Bindung, die mobil und zudem bereit sind, lang und ohne Überstundenzuschlag zu arbeiten, ausgerichtet. Die Branche ist von einer Jugendkultur geprägt und Fachkräften mittleren Alters werden oftmals großzügige Abfindungspakete geboten, um ihnen eine Frühverrentung schmackhaft zu machen.

Problem für IT-Fachkräfte

Wie aus einer Umfrage der britischen Personalbörse The ITJob Board geht hervor, dass Altersdiskriminierung eindeutig ein Problem für IT-Fachkräfte darstellt: 71,9 Prozent der IT-Fachkräfte sind davon überzeugt, dass die Altersdiskriminierung im Technologiesektor mehr zum Tragen kommt, als in anderen Branchen und über die Hälfte glaubt, dass sie bei der Stellensuche auf Grund ihres Alters bereits benachteiligt worden sind.

Ziele des Projekts

Kernziel vov mature@eu ist es daher, jene Schlüsselpersonen, die in Unternehmen für die Einstellung von Arbeitskräften zuständig sind, zu alterssensiblem und -neutralem Rekruting zu befähigen. Damit soll erreicht werden, dass die Quote Älterer am Arbeitsmarkt erhöht betiehungsweise ihre vertikale und horizontale berufliche Mobilität verbessert werden können. Die im Projekt generierten und entwickelten innovativen e-learning Inhalte und Methoden sollen jene Schlüsselpersonen im Rekruiting- und Einstellungsprozess praxisnahe unterstützen, sich einer Neuorientierung in der Einstellungspolitik von Älteren proaktiv zu stellen. (red)

Link

Das mature@eu-Projekt ist unter mature-project.eu im Web zu finden.

Hier gibt es auch eine Toolbox mit über 280 innovativen Lernmaterialien, die wegweisend in der Bewältigung des demographischen Wandels sind.

Der Prototyp der mature@eu e-learning Plattform steht als open source zur Verfügung

Mit Ende April wird die Lernplattform in sieben weiteren Sprachen online sein.

Broschüre

"Become an emplyoer of choice. Take age out of recruitment decisions" (32 Seiten) kann kostenlos bezogen werden unter Schwarz@zsi.at

Christian S
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"Die Einstellungsverfahren sind auf junge, männliche Kandidaten ohne familiäre Bindung, die mobil und zudem bereit sind, lang und ohne Überstundenzuschlag zu arbeiten, ausgerichtet."

Diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Management Quatscher
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Und dann wird händeringend über den Fachkräftemangel gejammert ....

Klaro, dass man bei so einer Einschränkung des erlaubten "Anforderungsprofils" auf Schwierigkeiten stößt, jemanden zu finden.

Frauen scheiden aus, "ältere" Männer (> 29 Jahre) ebenfalls, junge Männer mit familiärer Bindung sind auch pfui.

Somit wurden einmal 90% der Bewerbungen aufgrund falschem Geschlecht, falschem Alter und falschem Familienstand "eliminiert".

Und nun wenden sich die Händeringer den verliebenen 10% zu. Und leider, leider passt auch hier das Profil der in die engere Auswahl gekommenen Kandidaten nicht, denn die verlangen frecherweise für eine 60 Stunden Woche mehr als 1.000 Euro brutto pro Monat.

Was mach ma jetzt ?

Lösung: mit den Händen ringen und über den Fachkräftemangel jammern.

Christian S
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Überraschend ist nur, dass sich so viele Leute vom Gerede über den angeblichen Arbeitskräftemangel beeindrucken lassen und diesen Schmarrn glauben, obwohl ganz offensichtlich genau das Gegenteil wahr ist: Es gibt zu wenig Arbeitsplätze.

Gäbe es tatsächlich einen großen Mangel, dann hätten die Arbeitgeber ihre Anforderungen schon lange auf ein realistischeres Maß senken müssen und könnten es sich nicht erlauben, etwas ältere Abeitnehmer oder Leute mit Familie zu verschmähen bzw. wären auch etwas aufgeschlossener gegenüber Quereinsteigern bzw. Leuten, die nicht ganz genau auf die Erfordernisse passen. Dann müssten sie halt etwas mehr in die Einarbeitung investieren, aber nicht mal das wollen die Firmen tun.

Management Quatscher
00

Richtig erkannt. So ist es.

Zeitungen drucken den Wirtschaftslobbyistenquatsch auch brav ab. Ohne Kommentar, ohne Überprüfung, ohne zu fragen, wie man auf diese irren Zahlen bezüglich des angeblich enormen Fachkräftemangels kommt.

Gäbe es tatsächlich den "Fachkräftemangel", würden auch die Löhne/Gehälter steigen. Tun sie aber nicht.

Die Unternehmen werden sich aber damit verteidigen,

"dass sie ihre Anforderungen nicht niedriger ansetzen können, ... der Markt verlangt das "

"dass man nur zu 110% passende Kräfte nehmen kann, ..."

"dass sie nicht mehr zahlen können, wegen dem Wettbewerb, Globalisierung, ...."

"dass sie nicht einschulen können, weil sie sofort einsatzbereite Fachkräfte brauchen"

und weitergejammert wird

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