
Gusenbauer und Molterer aus Sicht ihrer Kommentatoren: Medien als Geiseln der "inferioren Performance der Politik"?
Es fragt sich daher, ob sich "die Medien" neben dem Abstellgleis, auf dem Völker die Koalition wähnt, gleich selbst einparken müssen: Inhalten widmen wir uns wieder, so kann man das lesen, wenn sie uns, nach entsprechender Weichenstellung, wieder von den Politikern (und ihren vorgefertigen Pressestatements) vorgegeben werden. Muss somit eine inferiore politische Performance zur Kapitulation eines Berufsstandes führen?
Medien könnten, anstatt sich zu wünschen, sich Inhalten widmen zu können, dies auch ganz einfach tun, ohne das für alle Seiten lähmende oberflächliche Hickhack nachzubilden. Gerade dann, wenn aus der Politik scheinbar nichts Vernünftiges zu "verlautbaren" oder zu "vermelden" ist, müsste die Stunde des guten Journalismus schlagen, der eben mehr macht, als Oberflächen nachzupolieren und Presseaussendungen zusammenzufassen. Die Stunde eines Journalismus, der selbst Akzente und Standards setzt. Und: indem er die Geschichten macht, die er gemacht wissen will. Die möglichen Inhalte verschwinden ja nicht, nur weil die Politik es nicht schafft, ohne Zank und Zeter darüber zu sprechen. Über Steuer- und Gesundheitsreformen oder die Bedeutung von Untersuchungsausschüssen lassen sich treffliche Artikel verfassen, ohne auch nur ein Wort über strategische Händel verlieren zu müssen. Journalismus darf nicht passiv sein, er muss gemacht werden - von Journalisten, nicht von Politikern. Da kann man sich nicht darauf zurückziehen, dass man sich ja (oh so gerne) Inhalten widmen würde, wenn es nur welche "abzubilden" gebe. Denn das macht die "Hansln von der Zeitung" dann kein bisschen besser als die Koalitionäre: wenn sie die Verantwortung für das was sie gern würden, aber nicht können, bei anderen suchen. (Christian Schwarzenegger, DER STANDARD; Printausgabe, 15./16.3.2008)
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Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!es wäre mal interessant eine biographieforschung bezüglich des werdegangs österreichischer journalisten an zu stellen. möcht nicht wissen wieviele bei einschlägigen vorfeldorganisationen der parteien gearbeitet haben, um hernach im rahmen des networking bei den unabhängigen medien unter zu mommen.
für so eine Rüge. Auch die Frau Chefredakteurin sollte sich diesen Artikel durchlesen und ihre Schlüsse daraus ziehen.
Das es anders geht, nämlich besser, zeigen Medien wie "Die Zeit". Das es schlimmer sein kann, zeigt gerade die "Berliner Zeitung". Aber österreichs Medienlandschaft ist halt leider ziemlich konkurrenzarm. Da hat´s der Standard leicht, als die Qualitätszeitung durchzugehen, die er früher, in ambitionierteren Tagen, einmal war.
Naja, das ist auch etwas differenzierter zu betrachten, da es sich dabei ja bekanntlich um eine Wochenzeitung handelt.
Davon abgesehen, nach 2 Jahren Abo derselbigen war es für mich nun an der Zeit ;) dieses zu kündigen, da die nunmehrige Umstellung auf ein "jüngeres" (elitäres) Zielpublikum einen für mich erschreckenden Wandel sichtbar machte. Alleine das "ZeitLebenMagazin" hat in seiner kurzen Dauer der wiedereinführung einen exponentiellen absturz an tiefgründigen Artikeln zu verzeichnen - max. alle 4 Wochen nur mehr ein lesenswerter Artikel - ansonsten Lifestyle und Schmonzetten!
Der rest: abkehr von kritisch-liberalem hin zu elitärem, natürlich mit einigen sehr erfreulichen Ausnahmen, speziell im kritischen Wirtschaftsteil.
..ist wiederbelebt worden, ein jüngeres und vor allem weibliches publikum an die zeitung zu binden. zudem soll es anzeigen lukrieren, die das hauptheft nicht einbringen kann. der verlag agiert weitsichtig, er will jene leser(innen) zur zeit holen, die politk, wissenschaft, dossier und feuilleton nur überblättern. diese weitsicht bringt dem verlag gewinne (in österreich oft ein fremdwort) und sichert die medienvielfalt des standort. wenn sie aufgrund eines kinkerlitzchens ihr abo kündigen, dann sollten sie sich selber eine zeitschrift schreiben und nicht mehr mitglied einer vielfältigen gesellschaft sein wollen in der auch die medien zunehmend diversifiziert sein müssen um überleben zu können..
Das sich ein Medium im Laufe der Zeit verändert, ist legitim. Nicht unbedingt zum schlechteren, wie ich behaupte, was "DieZeit" betrifft. Das Magazin gab´s schon mal und wurde wieder installiert. Auch nicht unbedingt mein Fall, wiewohl ich über Martenstein schon manchmal schmunzle. Vor allem sein Pamphletchen über unsere Nationalmannschaft war nett - und so gar nicht böse.
Andererseits gibt´s mit "Zeit-Campus" und den diversen Seitenwagerl auch keine schlechten "Beiwagerln".
Unterm Strich ist "DieZeit" im deutschsprachigen Raum immer noch DAS journalistische Highlight.
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