Gladiatorenspiel: "Meute" gegen einen

21. April 2008, 11:13
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Die ersten Folgen der Rateshow "1 gegen 100" wurden aufgezeichnet - Erstmals zu sehen am 11. April, Klaus Eberhartinger moderiert

Es steckt viel Aufwand dahinter, wenn der ORF in seiner neuen Rateshow "1 gegen 100" seinen Kandidaten eine bedrohliche Gegnerwand gegenüberstellt, die in den Kölner MMC-Studios den Einzelspieler wie einen Gladiator in der Arena einkesseln. Mehr als 150 aus Österreich angereiste Kandidaten gilt es an einem Drehtag, an dem bis zu drei Folgen aufgezeichnet werden (vorerst zehn wird es geben), zu koordinieren.

Denn dem "Einen" soll ordentlich Druck gemacht werden – da ist nichts mit gemütlicher Plauderstimmung wie in der "Millionenshow". Hier muss sich der Spieler gegen 100 Kontrahenten durchsetzen. Je mehr er aus dem Spiel kicken kann, desto mehr Geld gewinnt er; liegt er selber falsch, teilt sich die "Meute" die Summe. "Mob" heißen die 100 Gegner in den USA, "Block" wollten die Deutschen sie ursprünglich nennen. Assoziationen zu "Blockwart" und "Ostblock" wollte man aber im ORF vermeiden.

Erstausstrahlung am 11. April, Eberhartinger moderiert

Höchstens 100.000 Euro kann man gewinnen. "Ich bin hergekommen, um zu spielen!", lautet die Kampfansage einer Spielerin. Das Geld nehmen und heimgehen will sie nicht – ihr Gegnerchor antwortet mit begeistertem Gebrüll.

In Köln profitiert der ORF von der bereits erprobten Infrastruktur durch die "Millionenshow" – und von deren Redaktion: Die Quizfragen sollen sich bei beiden Formaten nicht wiederholen. Ab 11. April läuft die Sendung, die Klaus Eberhartinger moderiert, freitags als 45-Minüter um 20.15 Uhr in ORF 1. TV-Unterhaltungschef Edgar Böhm rechnet mit einem Marktanteil von 25 bis 30 Prozent.

Er selbst, behauptet Eberhartinger, könne "auf Anhieb 75 Prozent der Fragen beantworten". Zeit für Gespräche mit den Kandidaten bleibt beim Raten kaum, viele Schmähs kann man sich vom EAV-Frontman, der souverän, aber mechanisch über die Spielstufen führt, nicht erwarten. Der Unterhaltungswert der Sendung liegt hauptsächlich in den Händen der Spieler – ein Risiko. (Isabella Hager, DER STANDARD; Printausgabe, 15./16.3.2008)

  • "Pongo und Perdita hatten im Disney-Film: a) unzählige Punkte, b) grüne Haut und große Nasen oder c) orange-weiße Streifen?" Gleich werden die LED-Wände hinter der „Meute“ bunt aufleuchten und zeigen, wer die richtige Antwort wusste. Die Einzelspielerin in der Mitte darf ein bisschen länger nachdenken, um gegen hundert Kontrahenten zu gewinnen.
    foto: orf/milenko badzic

    "Pongo und Perdita hatten im Disney-Film: a) unzählige Punkte, b) grüne Haut und große Nasen oder c) orange-weiße Streifen?" Gleich werden die LED-Wände hinter der „Meute“ bunt aufleuchten und zeigen, wer die richtige Antwort wusste. Die Einzelspielerin in der Mitte darf ein bisschen länger nachdenken, um gegen hundert Kontrahenten zu gewinnen.

  • Er selbst, behauptet Eberhartinger, könne "auf Anhieb 75 Prozent der Fragen beantworten".
    foto: orf

    Er selbst, behauptet Eberhartinger, könne "auf Anhieb 75 Prozent der Fragen beantworten".

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