Österreicher fühlen sich heute als Nation

Redaktion, 12. März 2008, 10:51
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    1918, 1938, 2008: Geschichte im Spiegel der Forschungs- ergebnisse von GfK Austria
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70 Jahre nach dem "Anschluss" stellen nur mehr sieben Prozent die österreichische Nation in Frage - 1956 waren es noch 47 Prozent

Wien - Dass es eine eigenständige österreichische Nation gibt, davon ist die heimische Bevölkerung 70 Jahre nach dem "Anschluss" zum überwiegenden Teil überzeugt. 82 Prozent der Befragten sehen die Österreicher als eigene Nation, sagt Peter Ulram vom Meinungsforschungsinstitut Fessel-Gfk. Nur sieben Prozent lehnen sie ab. Ein deutlicher Kontrast sowohl zur Ersten Republik (die ja schon im Namen "Deutsch Österreich" ihre Zugehörigkeit zur deutschen Nation ausdrückte) als auch zur Nachkriegszeit.

Gut zwei Drittel der Befragten gaben übrigens auch an, dass der "Anschluss" vermeidbar gewesen wäre, wenn alle politischen Kräfte vereint gegen Hitler und den Nationalsozialismus gekämpft hätten. Etwa ebenso viele meinten, dass der "Anschluss" keine politische und wirtschaftliche Notwendigkeit gewesen sei bzw. dass er keine natürliche Verbindung mit dem deutschen Volk darstellte.

Unsicherheit nach dem Krieg

Erstmals erhoben wurde das Nationalbewusstsein der Österreicher 1956. Damals hielten sich Zustimmung und Ablehnung zur österreichischen Nation noch annähernd die Waage: 49 Prozent bejahten die Frage nach ihrer Existenz, 47 Prozent verneinten sie (der Rest machte keine Angabe). Für Ulram ist das Ausdruck der großen Unsicherheit des Nachkriegsjahrzehnts - etwa durch die Besatzung, die ungewisse wirtschaftliche Entwicklung und die negativen Erfahrungen aus der Ersten Republik.

Schon deutlich anders das Ergebnis 1964, bei leicht veränderter Fragestellung: Zwar sah immer noch weniger als die Hälfte (47 Prozent) die Österreicher als Nation, aber nur 15 Prozent lehnten den Gedanken ab und etwa ein Viertel (23 Prozent) gab an, sie "beginnen sich als Nation zu fühlen". In den 70er Jahren stieg das Nationalbewusstsein stark an - auf durchschnittlich 64 Prozent, zehn Prozent verneinten es und 16 Prozent sahen es in Entwicklung.

"Konsolidierungsphase" in den 60ern und 70ern

Ulram sieht die 60er und 70er Jahre daher als "Konsolidierungsphase". "Da haben Sie schon die Erfolgsgeschichte der Zweiten Republik, das Verschwinden der deutschnationalen Frage", sagt der Meinungsforscher. Ab den 80er Jahren sei der Deutschnationalismus dann "eigentlich kein Thema mehr": 74 Prozent sehen die Österreicher als eigene Nation, nur sieben Prozent verneinen das und 17 Prozent sprechen von einer Entwicklung in Richtung Nationalbewusstsein.

In den 90er Jahren verstärkt sich der Trend: 78 Prozent bejahen die Frage nach einer österreichischen Nation, nur fünf Prozent verneinen sie, 14 Prozent sehen eine Entwicklung zur Nation. Praktisch unverändert die Situation 2000 bis 2005 (78 Prozent ja, fünf Prozent nein, 15 Prozent in Entwicklung). Die aktuellsten Zahlen stammen aus 2007. Demnach sprechen 82 Prozent von einer österreichischen Nation, sieben Prozent lehnen sie ab, acht Prozent sehen eine Entwicklung in diese Richtung.

"Genuiner österreichischer Chauvinismus"

Interessant ist für Ulram, dass selbst unter den Anhängern des traditionell deutschnationalen "Dritten Lagers" (FPÖ und BZÖ) nur noch eine "kleine Minderheit" von 17 Prozent die österreichische Nation infrage stellt. Keine Auswirkung hatte aus seiner Sicht die Waldheim-Affäre. Zwar habe es hier durchaus aggressive Reaktionen in Österreich gegeben, die hätten aber keinen deutschnationalen Hintergrund gehabt, betont Ulram. "Das war schon genuiner österreichischer Chauvinismus." (APA/red)

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Ich gehöre wohl zu der ganz kleinen Minderheit unter den Nicht-Rechten, ...

... für die Österreich keine Nation ist. Österreicher sind genauso deutsch wie Friesen, Sachsen oder Bayern. Dass Wien im Speziellen auch einen großen Anteil slawisch-stämmiger Bevölkerung hat tut da nichts zur Sache, die gibts in Brandenburg oder im Ruhrgebiet genauso.

Sicherlich gibt es Unterschiede in Sprache, Kultur und Mentalität, nur sind diese durchaus im Rahmen einer einzelnen Nation (man sehe sich mal Sizilien, Katalonien, die Provence etc etc an).

In Folge der EU tut das für mich konkret jedenfalls nichts zur Sache. Es gäbe heute weder wirtschaftliche noch sonstige Vorteile eines gemeinsamen Staates, eher im Gegenteil (siehe ehemalige DDR). Schade nur dass das Wort "deutsch" in Österreich heute Beißreflexe auslöst.

sehe ich genauso. Jemand der Österreicher als Deutsche bezeichnet muss doch nicht einen Anschluss oder alte Zeiten herbeisehnen. Gerade in den Zeiten der EU spricht doch niemanden den Österreichern ihre eigene Republik ab, wenn er diese (Österreicher) als deutsch bezeichnet.

Na wenn Sie es besser wissen als 6.000.000 Österreicher.

Dann sind Sie wohl eher grössenwahnsinnig, aber bitte.

Merke: eine Nation kann man nicht herbeidenken oder -reden. Die existiert, wenn sich eine bestimmte Anzahl von Menschen als Nation empfindet.

Das trifft nur auf eine Staatsnation zu, wie z.B. die DDR oder Liechtenstein. Dass Ö eine Staatsnation ist, sieht man auf den ersten Blick, wenn man einen Atlas aufschlägt. Dass aber ein "Volk" bestimmten wissenschaftlichen Kriterien ausgesetzt ist, wissen wir auch. Dass selbst 2008 Österreich dieses Thema noch in Zeitungen wichtig erscheint, was andere "Nationen" zwischen 1800-1950 beschäftigt hat, lässt auch eher Zweifel zu. Es regt eher zum Denken an, dass auch der Rest der "Falschdenkenden" noch bekehrt werden müssen. Definitiv wissen wir es aber, wenn 2050 erneut so ein Zeitungsartikel kommt, wenn noch 1% am österreichischen Ethnos zweifelt.

was die geschichte angeht sind die deutschen eher österreicher als wir deutsche. ich lebe seit jahren in deutschland und fühle mich sehr wohl hier. im herzen bin uns bleib ich aber überzeugter österreicher. davon kann mich nicht einmal das peinliche schauspiel der großkoalitionäre abhalten. die geschichte österreichs nach dem 2. weltkrieg ist eine erfolgsgeschichte ohne gleichen. und das fordert von uns dankbarkeit und demut.

Offenbar

funktioniert die Nachkriegspropanda heute besser denn je in Österreich. Ist seltsam, dass Österreich als einziges Land der Welt eine alternative Geschichtsauffassung über sich selbst hat.

Deine Aussage hat soviel Sinn wie "Franzosen sind doch eher alle franz.sprachige Schweizer".

Der Rest deines Posting ist Selbsterkenntnis gemäß:
"Jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein." von Schopenhauer...

definieren sie mir bitte mal den begriff "deutscher".
ich habe deutschland bisher als einen zusammengewürfelten haufen von kleinstaaten erlebt, der definitiv keine nation ist. die bayern sind sowieso außen vor, von den ostdeutschen gar nicht zu reden. ich bin immer wieder verblüfft wie jedes der bundesländer auch heute noch sein eigenes süppchen kocht. die banalsten dinge werden individuell geregelt (rauchverbote etc.). ein zusammengehörigkeitsgefühl wie in österreich ist mir in deutschland noch nie begegnet.

Was für ein Zusammengehörigkeitsgefühl in Österreich? Jedes Bundesland schimpft über das andere... Wie in Deutschland, haben auch wir ein Bundesland ganz besonders gerne auf der Schaufel... (Burgenland) Die Wiener sind sowieso bei allen unbeliebt und Tiroler und Vorarlberger sehen sich auch nicht wirklich als Österreicher, sondern in erster Linie mal als Tiroler und Voralberger...usw.

Wieder mal zu spät

Jetzt, wo sich Europa anschickt zusammenzuwachsen, ausgerechnet jetzt wollen die Ösis eine eigene Nation sein.

Nachzügler, wie immer.

Europa zusammenwachsen?

Schau mal Richtung Balkan....lol....

Europa!

schwedinnen fühlen sich auch gut an

absolut unqualifizierte meldung

...aber, wahr! :-)

Österreich ist zweifellos ein Staat und eine Gesellschaft, die sich nach 1945 materiell gut entwickelt haben. Damit läßt es sich leicht identifizieren. Eine krampfhafte Abgrenzung von deutscher Geschichte und Kultur fände ich aber unklug. Immerhin ist deutsche Geschichte weitestgehend eine Geschichte des "Hauses Österreich", die Habsburger waren Jahrhunderte Kaiser des Römischen Reiches Deutscher Nation (siehe Schatzkammer). Wichtig ist nur, dass das Land Eigensinn bewahrt, sich nicht von Berlin, Brüssel, Washington oder Moskau kommandieren läßt. Letztlich zählt nur der politische Eigensinn, nicht die ideologische Orientierung (deutsch, slownisch, österreichisch, ungarisch oder so), wenn es um die Qualität von "Nation" geht.

Bravo, und tschüß!

Mir ist es, um ehrlich zu sein, herzlich egal, ob ich der österreichischen oder deutschen Nation angehöre. Ich bin kein Nationalist.

Also, weg mit diesem Gedanken: ich habe die österreichische Staatsbürgerschaft. Besondere Gefühle verbinde ich damit nicht - vielleicht die Hoffnung, dass Österreich irgendwann einmal aufgelöst wird, um Europa Platz zu machen.

Das ist schon ein erfreulicher Wandel, oder?

Dass du sowas heute sagen kannst, ohne abgeknallt oder verdroschen zu werden, ist ein gutes Zeichen.

Die letzten, die Österreich staatsrechtlich aufgelöst haben, waren die Nazis !

Denken Sie einmal darüber nach !

na und was wollens jetzt damit aussagen?

denken sie einmal darüber nach ;-)

besser spät als nie.

Wir sind ein Volk ohne Nation und das kornnte unsere starrne sein.

starrne?

oh du mein Ö...

solange sich der Landesfürst aus NÖ und der Freiherr aus Wien gut verstehen, ist alles eitle Wonne.

Genau! Eine Nation von tanzenden Stars und peinlichen Frechheiten wie DJ Otzi - eine Kultur um die die Welt uns beneidet.

peinlich,

wenn man eine nation auf DJ ötzi & co reduziert.

Stimmt!

Immer wird der Hansi Hinterseer übersehen!

um was uns die welt sicher nicht beneidet..

ist die art, wie wir ununterbrochen selbst auf uns herumhacken.

Wieso? Deswegen sind wir auch das Land von Freud und Sacher-Masoch.

Sacher-Masoch ist Galizier!

Er hat sich aber in erster Linie als Österreicher und nicht als Galizier gefühlt.

Und als er das erste Spiel "seiner" österreichischen

Fußballnationalmannschaft gesehen hat, ist ihm der Masochismus eingefallen!

In diesem Land ist jeder, der einmal in Wien umgestiegen (und wenigstens ein bisschen erfolgreich ist), Österreicher.
Warum also nicht auch ein Galizier, wenn sogar eine Frau aus Krasnodar Östereicherin ist.

Das ist einfach das Ergebnis einer Jahrhunderte langen Suche...

...nach einem ebenbürtigen Gegner zum drauf Herumhacken. ;-)

So. Nachdem ich jetzt eine tadellos österreichisch chauvinistische Aussage aus dem Ärmel geschüttelt hab, kann man mich glaub ich auch zu den 82% zählen.

Entspannung ist angesagt

Das ist schön! Nun hat also die Mehrheit der Österreicher zu ihrer Nationalität gefunden. Jetzt kann man sich endlich auf den Weg machen, ein entspanntes Verhältnis dazu zu bekommen. Das hat die Mehrheit der Österreicher noch lange nicht. Sie werden mit Sicherheit genauso lange dafür benötigen, wie etwa die Deutschen, die zwar auf einem guten Weg dorthin sind (siehe z.B. während der Fussbal-WM), aber noch längst nicht dort angekommen sind. Erst dann, wenn man gelassen auf sich und seine Nationalität schauen kann, dann sind auch Minderwertigkeitskomplexe gegenüber anderen Nationen passée. Und diese Minderwertigkeitskomplexe findet man Österreich noch zu Hauf - etwa im Verhältnis zu Deutschland, Ungarn, Polen, Tschechien...

Sie tun ja geradezu so, als ob die Nationalität eine natürliche Eigenschaft des Menschen sei, mit der man sich arrangieren müsse. Vielleicht wäre es besser, wenn die "Nation" wieder in der Versenkung der Geschichte verschwindet -- was sie früher oder später eh wird, denn nichts währt ewig.

Der Umgang der Bundesdeutschen mit ihrer Nation in den letzten 15 Jahren ist alles andere als entspannt. Während man früher unter dem Teppich kroch ist jetzt wieder mehr Anflug von Arroganz und Grössenwahn zu erkennen, beides aber durchmischt und abwechselnd.
Es ist leider erkennbar, dass die BRD auf den vielen deutschen Kleinstaaten basiert und praktisch ein aufgeblasenes Hessen-Darmstadt ist. Die deutschen Staaten, in denen man früher über den Tellerrand zu gucken pflegte (Bayern, Sachsen) werden von den Übrigen zu Witzfiguren degradiert oder haben sich selbst diskreditiert (Brandenburg/Preussen) und verhalten sich daher lieber still.

Über 1938 reden, ja, wichtig und gut.
Aber hat Österreich nicht eigentlich mehr Probleme mit den 5 Jahren davor?
Wenn man so die Foren im Standard liest merkt man, wieviel da unter der Oberfläche brodelt. Da wäre viel aufzuarbeiten.

Manche Spinner sehnen sich offensichtlich nach dem starken Gegensatz der Zwischenkriegszeit

mit den klaren Lagerbildungen: "und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein"

Diese meist linken Spinner in den Foren, die gerne diesen Gegensatz wieder heraufbeschwören wollen und dazu das Jahr 1934 aufkochen, sind aber sicher nicht representativ.

Schon komisch

das einzige Kriterium war jahrelang, dass wir halt keine Deutschen sein wollen. Finde schon dass wir nach wie vor Bayern ähnlicher sind, wie zb Bayern Berliner. Mag subjektiv sein....

Ein wesentlicher Punkt bei der Beantwortung dieser Frage ist immer die Definition des Nationsbegriffs. In Mitteleuropa bezog man sich dabei traditionell auf Herders Anschauungen, wodurch eine Zugehörigkeit zur deutschen Nation klar ist. Der Begriff hat sich gewandelt, aber v.a. die Ansichten und Einsichten in Nation-building und Ethnogenese. Geschichtliche Erfahrungen, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen spielen eben genauso - teilw.mehr s. Schweiz - eine Rolle, wie Sprache, Kultur,... Und dass die Bewohner von Tirol, Steiermark, Kärnten, Österreich ob und unter der Enns als Einwohner eines grossen Herrschaftskomplexes ein anderes Bewusstsein entwickelten als die Einwohner der Masse der dt. Kleinstaaten ist nachvollziehbar.

Das ist wohl schon sedlhalb falsch, weil es sich bei den

habsburgischen Ländern, die Sie aufgezählt haben, zwar um Territorien handelte, die derselben Dynastie unterstanden, die aber gleichzeitig nicht einheitsstaatlich zusammengefasst waren. Sie besaßen eigene Landesverfassungen und eigene Landstände und waren z.T. noch nicht einmal ins sich selbst einheitlich durchorganisiert.

Eigene Landstände und damit Landhäuser gab es auch in Innsbruck, Linz, Graz, Klagenfurt und Wien. Diesen entsprechen heute die jeweiligen Landtage.

Die Vereinheitlichung setzte aber im 18. Jahrhundert ein. In der pragmatischen Sanktion wird die Unteilbarkeit der Länder festgelegt, womit nicht mehr der Fall eintreten kann, dass Tirol einen eigenen Herrscher hat. Ab 1740 wird die Armee in Ermangelung eines habsburgischen Kaisers als "österreichisch" bezeichnet. Vorher wäre niemand auf die Idee gekommen, es gab es nur Kaiserliche. Maria Theresia und Joseph II. setzten Schritte zur Vereinheitlichung auf wirtschaftlichem und administrativen Gebiet. Und aus diesen Gründen bilden sich eben seit dem 18. Jahrhundert ein gemeinsames Bewusstsein der einzelnen Länder heraus, dass natürlich noch nicht vom deutschen als getrennt angesehen wird.

Stimmt auch wieder!

Einverstanden!

In ein paar Jahrzehnten vielleicht wird das hier entspannter gesehen, und ganz normale Österreicher bezeichnen sich wieder als Deutsche, ohne konservativ, neonazistisch, etc. sein zu müssen und als solche zu gelten. Das wäre in meinen Augen ein entspannter Umgang in einem friedlichen Europa.

Das extreme rechte Gesindel beansprucht das noch für sich.

wenn es historische Beispiele dafür gäbe,

so könnte man darüber ja diskutieren.
Aber alle eng miteinander verwandten Völker, die arabischen, slawischen, lateinamerikanischen, nrdamerikanischen und skandinavischen, sie werden nicht eines Tages aufwachen und unbedingt in einem gemeinsamen Staat vereint sein wollen.

Auch Schweizer, Luxemburger, Liechtensteiner, Österreicher und Niederländer werden sich nicht eines Tages als durch und durch deutsch und dem deutschen Kulturraum zugehörig fühlen. Auch wenn das irgendwie logisch erschiene.
Andererseits: in einem kleinen Staat haben die Bürger einfach mehr mitzureden, jede Stimme zählt mehr - wer will auf diese Möglichkeit schon verzichten.

Falsch.
Wenn ganz normale Österreicher, die Österreicher der paar Jahrhunderten vor 1866/1945 ganz entspannt als "Deutsche" bezeichnen, einfach aufgrund der historischen Begebenheiten, so wäre das gut. Diese Entwicklung hat aber in den letzten Jahren ohnehin schon eingesetzt. Im Gedenkjahr 2005 schrieb Hans Rauscher Dinge, die er in den 90ern noch verurteilt hätte. Seit 1945 sehen sich die Österreicher aber nicht mehr als Deutsche. War es zuerst blanker Opportunismus ist man später draufgekommen, dass es eigentlich recht angenehm ist eine eigene Nation zu sein. Und der Zeitpunkt zu dem man spannungsfrei sagen kann, dass die Österreicher früher (!) Deutsche waren, ist der Zeitpunkt an dem die eigene Österreichische Nation fest etabliert is

Das eine schließt das andere ja nicht aus.

Bayern sind auch Bayern und trotzdem auch Deutsche, ob sie jetzt teil der Bundesrepublik Deutschland sind oder nicht. Es ist die gemeinsame Sprach- und Kulturzugehörigkeit.

Aber wie bereits geschrieben wird es noch dauern bis die Mehrheit unverkrampfter und ohne Schuld/Opferfrage mit diesem Thema umgehen kann.

"Nation" wird heute weit multifaktorieller definiert.

der Punkt ist, dass zur Nationsbildung eben nicht mehr - wie bei Herder - nur Sprache und Kultur als entscheidend angesehen wird, sondern auch die Einstellung der jeweiligen Menschen, die sich aus geschichtlichen Erfahrungen, Wirtschaftsraeumen,... ergibt. Und die Oesterreicher haben sich 1945 entschlossen keine Deutschen mehr sein zu wollen, (und sind 1866 rausgeschmissen worden) da aendert auch nichts daran, dass die innerstaatlichen Unterschiede in Sprache und Kultur in der BRD groesser sind als die Oesterreichs zu Sueddeutschland. Was wesentlich ist, dass man einerseits die neue Identitaet anerkennt, aber andererseits nicht die Existenz der historischen alten zum Zweck der Geschichtsklitterung verleugnet.

fühlen sich heute als Nation

Schön, aber was wird morgen sein?

Da fühlen wir uns dann als Europäer.

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