
Auch dem Chef schmeckt's: Die St. Galler Bratwurst mit einem Gold-Bürli (Brötchen) und einer Stange (Seidl Bier) zum Nachspülen.

Bis zu 1.500 Bratwürste werden am Sternen Grill in Zürich täglich verspeist.

Würstelverkäufer Ghauri Muhammad Yusaf in Wien: Süß oder scharf?

Käsekrainer in Wartestellung: Die Fußball-EM ist am Hohen Markt ziemlich wurst.
"Ich bin zwar kein Fußballfan, aber die Schweizer werden sicher besser als die Österreicher abschneiden", meint Rosta Ille von der Geschäftsleitung des Sternen Grills im Gespräch mit derStandard.at. Österreichischen Fußballer kennt er keinen. Durch die Euro erhofft sich Ille ein Riesen-Geschäft mit tausenden statt tausend verkauften Würsten. Von Carlsberg oder sonstigen UEFA-Sponsoren, die manchem österreichischen Würstelbuden-Besitzer Sorgen bereiten, will der gebürtige Tscheche nichts wissen: "Das ist unser Boden, das ist unser Lokal, da machen wir, was wir wollen." Biermäßig gäbe es schließlich langjährige Verträge mit Heineken.
Angst vor randalierenden Fußball-Fans hat er nicht. Vor kurzem hätten auch Serben in Zürich wegen der Kosovo-Unabhängigkeit demonstriert, da sei schließlich auch nichts passiert. Er habe gelesen, dass in Österreich durch die Medien eine gewisse Panikmache herbeigeschrieben werde. "Das verstehe ich nicht. Die Euro soll doch ein Fest werden", meint Ille und beißt genüsslich in sein Bürli.
Wien
Szenenwechsel: Wien, Hoher Markt. Der wohl beste Würstelstand der Stadt. Hier isst der Wiener seine Eitrige (Käsekrainer) mit Buckel (Brot-Endstück) und schwemmt beides mit einem Sechzehner-Blech (Ottakringer-Bier) runter. Süß oder scharf ist die entscheidende Frage, die Bedienung erfolgt "Jennifer" (="rasch", abgeleitet von Popstar Jennifer Rush).
50 bis 60 Packerl am Tag, also 1.000 bis 1.200 Stück Würstel werden hier täglich verzehrt, rechnet Würstelverkäufer Ghauri Muhammad Yusaf vor. Käsekrainer geht am besten. Auf die Frage, ob er sich zu EM-Zeiten noch mehr Geschäft erwartet, antwortet der Wiener Würstl-Experte mit einem optimistischen "Na freilich". Trotzdem gesteht er, ein bisschen Angst vor randalierenden Fußballfans zu haben. "Bei so vielen Leuten kann man ja nie wissen", fügt er hinzu. Sein Chef Saisal Ahmad widerspricht: Betrunkene habe man hier jeden Tag, da machen Fußballfans keinen Unterschied.
Wie sein Schweizer Kollege ist auch Muhammad Yusaf kein Fußballfan. Die österreichische Nationalmannschaft habe im Vergleich zum Schweizer Team keine allzugroßen Chancen, meint er. "Flink" findet er die Schweizer Ballesterer, kennen tut er aber namentlich keinen. Dass sich hier die Fußball-Begeisterung in Grenzen hält, merkt man auch bei der EM-Planung. "Die Wurst ist hier schließlich immer gut, und solange es schmeckt, sollte das auch reichen", meint der Verkäufer. Sein Chef präzisiert mit welcher Wurstigkeit die Wiener an die EM herangehen: Man setzt auf business as usual, einen Masterplan gibt es hier nicht.
Ergebnis
Verliert Österreich im Würstelstand-Match um die EM-Euphorie, so geht der Preis der längsten Wurst eindeutig an Wien: Stolze 1,5 Meter misst die Burenwurst am Hohen Markt. Ungeschnitten, versteht sich, aber immerhin. (rasch, geib, pb, derStandard.at, 18.3.2007)
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In Wien gibt es die beste Bratwurst bei Frau Christine am Rautenweg. Auch die Weißwurst ist ein Gedicht.
Die beste Käsekrainer fand man immer bei Familie Polenc in Floridsdorf Ecke Brünnerstraße/Frauenstiftgasse.
Gleich nebenan befindet sich der Pferdefleischhauer Schuller der wohl den besten Leberkäse herstellt.
LG.
Flash
aber wenn man in Zürich Sanckt Galler Brotwurscht testet kann man nicht ernst genommen werden.
Darüber hinaus ist einfach eine Bratwurst nicht mit den Österreichischen Würsten zu vergleichen. Es gibt hier einfach nichst vergleichbares!
Am ehesten wäre da noch der Schüblig, wenn man wohlschmeckend mit Beuschelreisser gleichsetzt. Es gibt genug regionale Spezialitäten, die einem hiesigen Würschtel-Gourmet munden.
Nur, bemühen muss man sich schon ein wenig und nicht nur aus den jeweiligen Airport-Shuttles rauskippen und die erst beste Futterkrippe ansteuern!
;-)
und die "packerl", die der hohenmarktwürstelstandler aufreisst, die sind was anderes bzw kommen aus einer anderen fabrik als bei den anderen würstlständen?
ansonsten danke, danke und nochmal danke für diesen originellen, informativen und überaus neuen ausflug in die unglaublich lustige und vor allem sehr kreative sprachwelt des würstelstandes. das letzte mal ist sicher schon über zwei monate her, es war höchste zeit.
anders schmeckt sie nicht, ehrlich gesagt sogar sehr fad. (Die beste ist BTW die OLMA Bratwurst)
Als ich in Wien lebte, habe ich den Käsekrainer geliebt, aber leider hab ich mir immer den Gaumen verbrannt, wenn der Käse im Mund explodierte...
... dieser beiden Speisen ist eine Beleidigung für jeden Fleischer: Hier das feine, magere, mit Alpenmilch versetzte Kalbsbrät, das - in der Regel - auf offener Flamme gebraten wird. Dort das in altem Öl (siehe Foto) herumlungernde, blutzfette Abfallprodukt aus Schweineschwarten und Rindsresten, das Dir nach fünf einsamen Stunden auf Griller trotzdem ungeniert verkauft wird. Nicht alles, was sich Wurst nennt, ist vergleichbar. Eine OLMA mit Kartoffelpurree und Zwiebelringen - der Olymp.
welches Brötli? Meisstens gibts nur Bürli dazu (für alle die's nicht kennen: Man stelle sich ein steinhartes Weckerl vor, die Kruste zerbricht bem Reinbeissen in eine Million Stücke und drinnen bestehts nur aus Luft)
Die Kalbsbratwurst hab ich mittlerweile lieb gewonnen, aber eine Eitrige am Hohen Markt (nach 02:00!) ist eben schon was anderes (dazu natürlich Wiesel statt 16er ;-)
Der Würstelstand am Hohen Markt hat zweifellos seine Qualitäten (ad1) ich liebe die besonders guten Teufelsgriller, ad2) ich wohn fast daneben) allerdings ist das Odeur nicht unbedingt mein´s. Der Pferdeäpfelgeruch liegt ständig in der Luft, andererseits der Diesel vom Taxistandplatz und die Bushaltestelle. Und wie sich auf dem ohnehin knappen Steh-Platz hungrige Menschenmassen aufteilen werden, ist mir unklar.
Die (meiner Meinung) beste gekochte Burenwurst am Meter gibts am Schwedenplatz, Eitrige und scharfe Burenwurst sind auch am Kärntnerring beim Aufgang bei der Badnar Bahn ausgezeichnet.
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