Erste rote Konsequenz: Onodi geht, Leitner kommt

3. April 2008, 12:58
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Der Nachfolger von Heidemaria Onodi war bisher SPÖ-Landesgeschäftsführer

Auch wenn sie es vor den Landtagswahlen noch so entschieden bestritten hatte: Nach dem Wahlverlust von fast acht Prozentpunkten führte für die niederösterreichische SP-Chefin und bisherige Landeshauptmann-Stellvertreterin Heidemaria Onodi kein Weg am Rücktritt vorbei. Ihr Nachfolger wird der bisherige Landesgeschäftsführer Josef Leitner.

Stundenlang tagte am Montag der Landesvorstand, zu dem auch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer angereist war. Zu Begeisterungsstürmen hat das die niederösterreichischen Genossen aber nicht hingerissen: Der SPÖ-Chef bekam weniger Applaus als die gescheiterte Landeschefin.

Die bisherige Vorsitzende der SPÖ Niederösterreich Heidemaria Onodi habe ihren Rücktritt angeboten, dieser Rücktritt sei angenommen worden und zu respektieren, sagte Gusenbauer am Montagabend.

Am Wahlsonntag war Gusenbauer wesentlich weniger gesprächig gewesen, da war er sichtlich bemüht, nur ja nicht mit dem Stimmenverlust seiner Partei in Verbindung gebracht zu werden. Nicht einmal zur Stimmabgabe erschien er persönlich in seiner Heimatstadt Ybbs – und das, obwohl Mama Gertraud dort in der Wahlkommission saß. Schon am Wahlabend dämmerte es den Roten, dass sie sich wohl einen neuen Parteichef suchen müssen. Freilich: Ein Nachfolger dränge sich nicht auf, räsonierte ein hochrangiger SPÖler.

Nach mehrstündiger Diskussion im Parteivorstand am Montagnachmittag kam um kurz nach 20 Uhr die Meldung, dass das Parteipräsidium den Landesgeschäftsführer Josef Leitner als Nachfolger Onodis designigert hat. Formell wird die Nachfolge erst von einem Parteitag zu besiegeln sein, Leitner soll aber ab sofort die Geschicke der schwer angeschlagenen Landespartei in die Hände nehmen.

Bezeichnend: Noch bevor die Entscheidung gefallen ist, hat sich Bundeskanzler Gusenbauer zu einem Termin nach Wien verabschiedet – an der eigentlichen Entscheidungsfindung über die Onodi-Nachfolge dürfte er daher nicht beteiligt gewesen sein. Leitner, Jahrgang 1972, stammt aus Scheibbs und ist seit 1996 in der Politik. Da startete er in seiner Heimatgemeinde Scheibbs in der Kommunalpolitik.

Seit dem Vorjahr war er Landesgeschäftsführer – ein Job, den auch Alfred Gusenbauer inne hatte, ehe er Parteivorsitzender wurde. (hei, cs/DER STANDARD, Printausgabe, 11.3.2008)

  • Neuer Landesparteichef der SPNÖ ist Josef Leitner. Das wurde bei der Tagung der Parteigremien am Montagnachmittag beschlossen. Der 36-jährige Leitner ist seit 1996 in der Politik und war bisher Gemeinde- und Stadtrat beziehungsweise zuletzt Landesgeschäftsführer der SPÖ.

    Neuer Landesparteichef der SPNÖ ist Josef Leitner. Das wurde bei der Tagung der Parteigremien am Montagnachmittag beschlossen. Der 36-jährige Leitner ist seit 1996 in der Politik und war bisher Gemeinde- und Stadtrat beziehungsweise zuletzt Landesgeschäftsführer der SPÖ.

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