Personifizierte Fußballgeschichte

10. April 2008, 12:34
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Der Budapester Hakoahner Béla Guttmann prägte den Weltfußball

Wien - Die weit übers Wienerische hinausreichende Bedeutung des SC Hakoah Wien lässt sich vor allem an einem Namen illustrieren: Béla Guttmann. Der Centerhalf brachte 1922 die hochgerühmte MTK-Schule aus Budapest zur Hakoah, um von hier seine Weltreise zu starten.

Die brachte ihn nicht nur durch ganz Amerika von New York bis Rio und weiter nach Lissabon, sondern auch quer durch die Fußballgeschichte.

Nicht zu Unrecht nennt ihn sein Biograf, Detlev Claussen, schon im Titel "Weltgeschichte des Fußballs in einer Person". Guttmann brachte das offensive, zentraleuropäisch inspirierte 4-2-4 nach Brasilien, mit dem 1958 der erste WM-Titel gelang. Er entthronte mit Benfica Lissabon Real Madrid als Dominator des Europacups. Von März bis Oktober 1964 war er österreichischer Teamchef, scheiterte aber nicht zuletzt am immer noch grassierenden Antisemitismus. 1973 ging er als Sportdirektor zur Austria.

Béla Guttmann starb im August 1981 in Wien. (wei - DER STANDARD PRINTAUSGABE 10.3.2008)

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    Guttmann Béla, der berühmteste Hakoahner als Trainer.

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