Bio sucht 10.000 Bauern: Förderung für Umstieg

11. April 2008, 09:43
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Das Angebot kommt mit der großen Nachfrage nach Produkten aus biologischer Marktwirt­schaft nicht mit, nun sollen Landwirte zum Umstieg bewogen werden

Das Angebot kommt mit der überaus großen Nachfrage nach Produkten aus biologischer Marktwirtschaft nicht mit. Mit Geld sollen 10.000 weitere Landwirte zum Umstieg bewogen werden.

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Wien - Weil die Nachfrage nach Bioprodukten boomt und die derzeit knapp 20.000 Biobauern den Bedarf nicht decken können, tüfteln derzeit das Landwirtschaftsministerium und die Landwirtschaftskammern zusammen mit dem österreichweit größten Zusammenschluss der Biobauern, der Bio Austria, an einer Aktion, mit der mehr Bauern zum Umstieg auf biologische Landwirtschaft überredet werden sollen. Rund 10.000 Landwirte sollen zusätzlich auf Bio-Anbau und Bio-Tierzucht setzen, ist das Ziel der Aktion.

Das Vorhaben wird allerdings von Misstönen begleitet. Im Vorjahr kam es zu Umschichtungen bei den Agrarförderungen, weshalb an Biolandwirte weniger Förderungen ausgezahlt wurden (siehe nebenstehendes Interview: "Bauern haben nichts von gestiegenen Preisen".

Die weniger gewordenen Förderungen bestätigt auch Reinhard Mang, zuständiger Sektionsleiter im Landwirtschaftsministerium. Dass insbesondere das Umweltprogramm in der Größenordnung von 20 Prozent gekürzt wurde, erklärt Mang mit "Anpassungsvorgaben aus Brüssel". Dadurch sei es bei einzelnen Bauern zur Streichung von Subventionen in Höhe von bis zu 20 Prozent gekommen.

Um diesen Trend nicht fortzusetzen und die boomende Nachfrage im Export vor allem nach Deutschland befriedigen zu können, wird nun an dem Agrarprogramm namens "Bio sucht Bauer" gearbeitet. Laut Rudi Vierbauch, Obmann der Biobauern, wird das Programm bis Ende der derzeitigen Förderperiode 2013 laufen.

Um die Aktion schnell auf Schiene zu bekommen, wird es nur zwei Jahre geben, in denen ein Bauer die Möglichkeit hat einzusteigen: und zwar 2008 und 2009. Wie viel Geld für diese Aktion in die Hand genommen werden muss, kann er noch nicht genau sagen, aber: "Ein zweistelliger Millionenbetrag wird es schon sein müssen, damit ein so großes Programm ins Laufen kommt." Laut dem letzten Grünen Bericht ist gegenüber dem Jahr 2005 die biologische Flächenbewirtschaftung nur minimal um 1118 Hektar angewachsen. Und waren es im Jahr 2005 noch 20.104 Biobetriebe, so sank diese Zahl im Jahr 2006 auf 19.986. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.03.2008)

  • Glückliche Kartoffel aus biologischem Anbau: Die Zahl der Betriebe ist trotz enormer Nachfrage leicht rückläufig, die Förderungen aus dem Umweltprogramm wurden in den vergangenen Jahren gekürzt.
    foto: standard/corn

    Glückliche Kartoffel aus biologischem Anbau: Die Zahl der Betriebe ist trotz enormer Nachfrage leicht rückläufig, die Förderungen aus dem Umweltprogramm wurden in den vergangenen Jahren gekürzt.

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