Drei Highlights aus der Präsentation "Burgenland Jahrgang 2007" am Montag im Museumsquartier zu Wien
Genau genommen kamen vor allem die Weißweine aus dem Jahrgang 2007. Rot und Süß verteilten sich über die letzten Jahrgänge 2004 bis 2006. Das war insofern erfreulich, dass es doch stetig immer mehr Winzer gibt, die Reife- und Ruhezeiten respektieren und dem Jugendwahn des Publikums, das Nicht-2007 ganz gerne taxfrei für "alt" und "übriggeblieben" hält, ein beherztes "Der braucht halt seine Zeit" entgegensetzen.
2007 als Jahrgang bot alles auf, was Klima und Wetter zu bieten haben: einen relativ trockenen Nicht-Winter, frühen Austrieb, Hitzewelle und Trockenheit, Hagel, gefolgt von Regen zu unerwünschten Zeiten. Dafür war der Abschluss mit einem schönen Herbst gegen Ende der Lesezeit versöhnlich.
Erstes von drei Highlights bei der Präsentation am Montag im Wiener Museumsquartier war Christian Tschida aus Illmitz, ein weiterer Tschida in dem an Familien selbigen Namens nicht armen Gemeinde Illmitz. Er gehörte seinerzeit zu den „Wild Boys of Club Battonage“ und hat 2003 begonnen, Wein im Alleingang zu machen. Tschida hat insgesamt acht Hektar gepachtet oder gekauft und schätzt kräftige Weine, die auf Eleganz und Lagerfähigkeit ausgebaut werden. Den wilden Mix an Rebsorten (Weißburgunder, Traminer, Riesling, Zweigelt...) habe er bewusst gesucht. Ausgebaut wird, wie er betont, "ohne Chaptalisierung, mit Spontanvergärung und in möglichst vielen verschiedenen Einzelchargen", aus denen er seinen Wein wie ein Puzzle "zusammenbaut". Besonders beeindruckend ein duftiger Weißburgunder vom Schiefer und Kalk, sowie ein an frische Rosen erinnernder sehr runder trockener Traminer mit ungewöhnlich lebendiger Säure, die allerdings beide noch nicht am Markt sind (aktuell derzeit 2006). Besonders gut ist auch eine Trockenbeerenauslese aus 2005, die durch eine angenehm frische Aromatik, ultra cremige Textur und ein besonders harmonisches Spiel zwischen Süße und Säure auffällt.
Aus dem Mittelburgenland, das sich im Großen und Ganzen in altgewohnter Manier präsentierte, bestätigte Daniel Bauer-Pöltl aus Horitschon den guten Eindruck, den er bereits in früheren Präsentationen hinterließ. Sein Stil hebt sich deutlich vom in der Gegend Üblichen ab. Sehr ausgewogen, saftig und frisch seine Interpretation von Mittelburgenland DAC, ein Blaufränkisch aus der Riede Hochäcker, sowie ein besonders eleganter und runder "Zweigelt Schachen 2006" mit intensiven Aromen nach dunklen Kirschen, der auf Lehm und Kies gewachsen ist, und mit süßer, aber nicht überreifer Frucht und schöner Tanninreife besticht.
Aus der südlichsten Ecke des Bundeslandes kommt Mathias Jalits, der die dritte Generation einer Weinbau treibenden Familie in Badersdorf repräsentiert. Er zeigt, wie übrigens einige gute Winzer im Südburgenland, ein solides regionales Bewusstsein darüber, was das Gebiet am alles überstrahlenden Eisenberg hat, ohne jedoch Nebenlagen wie Czaterberg zu vernachlässigen. Besondere Empfehlung gibt es für einen extra kirschfruchtigen, samtigen Zweigelt 2006 klassik. Der Lagen-Blaufränkisch Szapary 2005 ist sehr harmonisch, mit feiner, würziger Mineralität, gut zusammengewachsen mit Struktur ohne kantig zu wirken. Blaufränkisch Diabas 2005, benannt nach der untersten Gesteinsschicht am Eisenberg, ist eine Best-of-fünf-Barriques-Selektion: stoffig, leicht erdig-würzig, mit seiner Säuerlichkeit und Frucht an reife Weichseln erinnernd, gleichzeitig mit ganz feinem, gut integriertem Tannin unterlegt. Fazit: Burgenland hat mit den neuen Youngsters verdammt viel Spaß gemacht. (Luzia Schrampf)