Wachstumsgürtel verlagert sich ostwärts

10. April 2008, 16:30
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Nachdem die Inves­titionen in den Nachbarstaaten abgeschlossen sind, rücken Südosteuropa und Russland ins Visier der Wirtschaft

Wien - Nachdem die Investitionen in den Nachbarstaaten Österreichs weitgehend abgeschlossen sind, rücken nun die Wachstumsmärkte Südosteuropa und Russland vermehrt ins Visier der Top Manager. "Der Wachstumsgürtel verlagert sich immer stärker in den Osten Europas - Russland, Weißrussland und die Ukraine sind die Märkte der Zukunft", bringt Kurt Oswald von der Managementberatung A.T. Kearney das Ergebnis der jüngsten "Top-Manager-Index"-Umfrage von A.T. Kearney und dem Institut für Unternehmensführung an der Wirtschaftsuniversität Wien auf den Punkt.

Fast jedes zweite der befragten Unternehmen erzielte in den letzten Jahren Umsatzsteigerungen um mehr als zehn Prozent in Osteuropa. 18 Prozent der Unternehmen konnten ihre Umsätze sogar um mehr als ein Fünftel steigern.

Präsenz verstärken

Österreichische Firmen wollen ihre Präsenz im Osten weiter verstärken - bis 2012 wird ein Anstieg des Umsatzanteils im Ausland um fünf Prozentpunkte auf 76 Prozent und des Mitarbeiteranteiles um neun Prozentpunkte auf 46 Prozent erwartet. Die zukünftige Entwicklung der EU wird differenzierter gesehen. Während der Großteil der Befragten positiv auf eine Mitgliedschaft Kroatiens reagiert, findet ein möglicher Beitritt der Türkei nur eine Zustimmung von 20 Prozent.

"Österreichs Unternehmen setzen den europäischen Erfolgskurs zwar weiter fort, wachsen jedoch langsamer - bei der Umsatz- und Mitarbeiterentwicklung", so Gerhard Speckbacher, Vorstand des Instituts für Unternehmensführung an der WU und Mitinitiator der Studie.

EU-Beitritt

"Während 91 Prozent der Befragten einem EU-Beitritt von Kroatien optimistisch gegenüberstehen, wird eine Aufnahme von Bosnien, Serbien und Mazedonien differenzierter betrachtet. Die Haltung zu einem möglichen EU-Beitritt der Türkei ist überwiegend ablehnend", erläuterte Oswald.

Die sechste Top-Manager-Index-Umfrage wurde im Oktober 2007 durchgeführt. Es nahmen 76 Manager aus Industrie, Finanzen und Handel teil. Der Index erreichte einen Spitzenwert von 67,1 - wobei Werte über 50 eine positive Einstellung repräsentieren. (APA)

  • Der Wachstumsgürtel verlagert sich immer stärker in den Osten Europas: Russland, Weißrussland und die Ukraine sind die Märkte der Zukunft.
    foto: standard/hendrich

    Der Wachstumsgürtel verlagert sich immer stärker in den Osten Europas: Russland, Weißrussland und die Ukraine sind die Märkte der Zukunft.

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