Religionskritisches "Ferkelbuch" wird doch nicht verboten

10. Juni 2008, 16:00
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Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien: Das Kinderbuch "Wo bitte geht's zu Gott?" ist nicht antisemitisch

Bonn - Das Kinderbuch "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" kommt nicht auf den Index. Die deutsche Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn habe am Donnerstag entschieden, dass das Buch nicht antisemitisch sei, sagte ein Sprecher.

Das Familienministerium hatte die Prüfstelle eingeschaltet, da das Buch nach Ansicht des Ministeriums antisemitische Tendenzen aufweist und die drei großen Weltreligionen Christentum, Islam und Judentum verächtlich mache. Freidenker-Vereinigungen aus mehreren Ländern protestierten damals gegen ein Verbot.

Das Kinderbuch von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke erzählt vom Ferkel, das sich aufmacht, Gott zu suchen: Auf einem "Tempelberg" spricht es in der Synagoge, der Kirche und der Moschee vor. Rabbi, Bischof und Mufti erweisen sich alle als gleich unsympathisch und unfähig, was den Vorwurf des Antisemitismus entkräftet.

"Und die Moral von der Geschicht: / Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht! / Der Gottesglaube auf dem Globus / Ist fauler Zauber: Hokuspokus. / Rabbis, Muftis und auch Pfaffen / Sind, wie wir, nur nackte Affen" heißt es am Schluss provokant. (APA/dpa)

  • Das Kinderbuch von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke wird doch nicht verboten.
    bild: alibri verlag

    Das Kinderbuch von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke wird doch nicht verboten.

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