One hält Umsatz stabil

23. April 2008, 13:00
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Der Mobilfunker berichtet von einem deutlichen Kundenplus, das Datengeschäft legte 2007 um 30 Prozent zu

Wien - Der Mobilfunkanbieter One hat 2007 den Umsatz um 1,2 Prozent auf 624 Mio. Euro gesteigert und beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) nach einem eher schwachen Jahr 2006 ein zwölfprozentiges Wachstum auf 180 Mio. Euro erzielt. Die EBITDA-Marge konnte von 26 auf 29 Prozent erhöht werden. Ende 2007 telefonierten 1,89 Mio. Kunden mit One und der dazugehörigen Discountmarke Yesss, um 73.000 mehr als zum Jahresende 2006, zog am Donnerstag One-Chef Michael Krammer eine zufriedene Bilanz. Dies sei umso erfreulicher, da der Eigentümerwechsel 2007 zwei Quartale lang das Unternehmen massiv beschäftigt habe.

"Wir waren 2007 eindeutiger Wachstumsführer. Entgegen dem Markttrend ist es uns gelungen, beim Umsatz, bei der Profitabilität und bei der Kundenanzahl eine Steigerung zu erzielen", sagte Krammer heute, Donnerstag, in Wien vor Journalisten. Heuer erwartet sich der ehemalige tele.ring-Chef ein Ende des Preiskampfes, da die Kunden diesem Punkt nicht mehr so viel Bedeutung schenken würden. Vielmehr ginge es in Zukunft um Kundennutzen, Services und Transparenz. Außerdem gelte es, das Datengeschäft auszubauen. Dieses legte bei One 2007 um 30 Prozent gegenüber 2006 zu und macht nun rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, erklärte Krammer. Derzeit habe man knapp 100.000 Kunden, die mobiles Breitband verwenden.

Durchschnittlicher Kundenumsatz sinkt

Im Gesamtmarkt sei der durchschnittliche Kundenumsatz im Vorjahr von 31 auf 28 Euro gesunken. Der Durchschnittspreis für Telefonate habe sich seit 2002 fast halbiert, rechnete Krammer vor. Damit habe die Mobilfunkbranche einen "wesentlichen Beitrag zur Inflationsbekämpfung geleistet". Gleichzeitig seien 2007 die hohen Investionen der Branche in den Infrastrukturausbau weiter gegangen. Im Vorjahr nahm One nach Eigenangaben dafür 140 Mio. Euro in die Hand.

Heuer steht One vor der Mammutaufgabe "Rebranding". Nach der Übernahme von One durch den ungarischen Investor Mid Europa Partners und dem französischen Mobilfunker Orange wird One - zehn Jahre nach dem Start - in der zweiten Jahreshälfte in "Orange" umgefärbt. Die Marke Yesss bleibt unverändert erhalten. Die Markenänderung lässt sich der viertgößte heimische Handynetzbetreiber einen niedrigen zweistelligen Millionen Euro-Betrag kosten. Derzeit seien bereits 110 Mitarbeiter mit dem Rebranding beschäftigt, so Krammer. Die begleitende Kreativ-Agentur ist die bisherige One-Werbeagentur Dirnberger de Felice.

Wieviele One-Mitarbeiter dann zu Orange-Beschäftigten werden, wollte Krammer nicht genau beziffern. Er hielt aber fest, dass Umsatzrückgänge im Markt auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter hätten. So werde geprüft, welche Bereiche besser funktionieren, wenn sie ausgelagert würden. Auch würde die Schwerpunktsetzung in den Abteilungen auf den Prüfstand gesetzt. Die noble Event-Location unweit der Wiener Börse, das One Smart Space, wird aufgelassen. Dies sei aber kein Sparkurs, sondern beruhe lediglich auf einer Kosten-Nutzen-Analyse, betonte Krammer, der vor seinem Wechsel zu One Geschäftsführer des deutschen Mobilfunkanbieters ePlus war. (APA)

  • Der durchschnittliche Umsatz pro Kunden ist gesunken.
    foto: one

    Der durchschnittliche Umsatz pro Kunden ist gesunken.

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