"Erste" will Mochovce finanzieren: Greenpeace mauerte Eingangstüre zu

22. April 2008, 17:43
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Aktivisten protestieren gegen die Beteiligung der österreichischen Bank am Bau zweier neuer Reaktoren 150 Kilometer von Wien

Wien – Schon in den frühen Morgenstunden haben Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace den Haupteingang der Erste Bank-Zentrale am Graben in der Wiener Innenstadt zugemauert. Die Aktivisten protestieren gegen die Beteiligung der österreichischen Bank an der Finanzierung von zwei neuen Reaktoren im slowakischen Atomkraftwerk Mochovce.

Finazierung gegen Kundenwünsche

"Die Erste Bank will mit dem Geld ihrer Kunden ein unsicheres Atomkraftwerk vor den Toren Wiens finanzieren, obwohl die Mehrheit der Österreicher ist gegen Atomkraft ist", erklärte Jurrien Westerhof, Energie-Experte von Greenpeace. "Wir verlangen von der Erste Bank, dass sie umgehend aus der Finanzierung des AKW Mochovce aussteigt".

Veralterte Reaktorenbauweise

Die Erste Bank ist Teil eines Konsortiums, das die Errichtung von zwei neuen Reaktoren in Mochovce finanzieren will. Bereits vor einem Jahr beschlossen die slowakische Regierung und der italienische Energie-Multi ENEL, Eigentümer des slowakischen Kraftwerksbetreibers SE (Slovenské elektrárne), diesen Reaktor-Neubau.

Derzeit sind am AKW-Standort Mochovce zwei Reaktoren des Typs WWER 440-213 in Betrieb, einer veralteten sowjetischen Reaktorart aus den frühen 1970er-Jahren. Zwei weitere Reaktoren desselben Typs sollen nun neu gebaut werden. Beiden Meiler sollen ohne Containment-Schutzhülle gebaut werden, obwohl das die aktuellen Sicherheitsnormen erfordern würden, erklärte ein Aktivist.

150 Kilometer von Wien entfernt

"Ein Flugzeugabsturz auf das Atomkraftwerk würde mit großer Wahrscheinlichkeit eine nukleare Katastrophe auslösen - Und das gerade einmal 150 Kilometer von Wien entfernt", warnt Greenpeace-Sprecher Westerhof.

Greenpeace kritisiert das Vorgehen der Erste Bank aufs Schärfste: "Allein die Missachtung von internationalem Umweltrecht sollte für die Erste Bank Grund genug zum Ausstieg aus der Atomkraft-Finanzierung sein" so Westerhof. (red)

  • Protest gegen Beteiligung einer österreichischen Bank am Bau eines Atomkraftwerks nahe Wien
    foto: greenpeace

    Protest gegen Beteiligung einer österreichischen Bank am Bau eines Atomkraftwerks nahe Wien

  • Die Greenpeace-Aktivisten haben schon in den frühen Morgenstunden begonnen die Einganstüre der "Erste" Bank am Graben in der Wiener Innenstadt zuzumauern

    Die Greenpeace-Aktivisten haben schon in den frühen Morgenstunden begonnen die Einganstüre der "Erste" Bank am Graben in der Wiener Innenstadt zuzumauern

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