Intel legte 2007 bei Notebooks und Servern in Österreich deutlich zu

16. April 2008, 12:11
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Zwei Drittel der PC-Käufe von Privatkunden entfallen auf Notebooks - Atom-Prozessoren sollen Internet auf Fernseher und Webradio auf Hi-Fi-Anlagen bringen

Der weltgrößte Chiphersteller Intel ist mit der Geschäftsentwicklung in Österreich sehr zufrieden. "Im Notebook- und Serverbereich haben wir im vergangenen Jahr um rund 30 Prozent zugelegt und auch bei Standrechnern ist das Plus zweistellig", erklärte der auch für Österreich zuständige Intel-Deutschland-Chef Hannes Schwaderer am Mittwoch im Gespräch mit der APA. Mit den neuen "Atom"-Prozessoren forciert das Unternehmen nun das Engagement am Markt für Unterhaltungselektronik und will dadurch das Internet auf den Fernseher bringen.

"Bei Privatkunden entfallen bereits zwei Drittel der PC-Käufe auf Notebooks."

Das "überdurchschnittliche Wachstum" in Österreich und Deutschland werde von der starken Technik-Affinität und der raschen Umsetzung von Neuheiten angetrieben. "Bei Privatkunden entfallen bereits zwei Drittel der PC-Käufe auf Notebooks. Im Geschäftsbereich haben die mobilen Rechner ebenfalls die Desktops hinter sich gelassen", so Schwaderer. Der Serverbereich sei vom Wunsch nach kundenspezifisch gebauten Geräten getrieben und habe sich "zur Erfolgsgeschichte entwickelt".

Preisnachteile

Im Wettbewerb mit dem Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) sei es gelungen, in den vergangenen 18 Monaten "signifikant Marktanteile zu gewinnen, obwohl wir Preisnachteile haben". Intel setze aber ohnehin auf den Technologievorsprung. "Ich warne davor, sich nur die Anschaffungskosten anzuschauen", sagte Schwaderer auf der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover. So könnte man mit der neuen Prozessor-Familie namens "Atom", die mittels 45-Nanometer-Technologie gefertigt wird, den Stromverbrauch deutlich reduzieren.

Kleiner und leichter

"Durch die Atom-Prozessoren werden neue Endgeräte für den mobilen Internetzugang ermöglicht, die kleiner und leichter sind sowie eine höhere Akkulaufzeit aufweisen", ergänzte Intel-Manager Christian Morales. Dies sei auch dringend notwendig: Laut einer Studie, die den größten Frustfaktoren von Notebook-Benutzern auf den Grund ging, wurden vor allem Akkuleistung, Performance und Gewicht als verbesserungswürdig genannt. "Vor fünf Jahren hat man noch ein 'Techie' sein müssen, um mobil ins Internet zu kommen oder eine Bluetooth-Verbindung aufzubauen. Inzwischen durchdringt das Web den Alltag", so Morales. Dies zeige sich auch an sozialen Netzwerken, die heute bereits für rund 25 Prozent des Datenverkehrs verantwortlich seien.

Intel-Schwerpunkt auf Unterhaltungselektronik

Eine weitere Änderung des Benutzerverhaltens prognostizierte Schwaderer durch den Intel-Schwerpunkt auf Unterhaltungselektronik. Beispielsweise sollen Fernseher durch die neuen Chips PC-Funktionalität und dadurch Zugang zum Internet erhalten. Inhalte wie Filme oder Musik würden durch die steigende Breitband-Verbreitung künftig online vertrieben und könnten dann direkt auf dem Fernseher landen. "Sich einen Spielfilm auf den Computer herunterzuladen, auf DVD zu brennen und dann erst am TV-Gerät anzusehen wird damit unnötig", gab sich Schwaderer überzeugt. Eine weitere Möglichkeit sei, sich Webradio direkt über die Hi-Fi-Anlage anzuhören.

Mit "energieeffizienteren, schnelleren und günstigeren Chips" wirbt unterdessen auch Hauptkonkurrent Advanced Micro Devices (AMD). Im Unterhaltungsbereich will das Unternehmen unter anderem mit leiseren Prozessoren punkten, damit das Video schauen nicht durch die Geräuschkulisse gestört wird, so AMD-Manager Stephen DiFranco. Hervorgehoben wird von AMD, dass man "im Vergleich zum Mitbewerber in blau" wesentlich günstiger sei und auch beim Stromverbrauch die Nase vorne habe.(APA)

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