Konzern baut sich seine eigene City

4. April 2008, 09:39
45 Postings

In einem Mega-Bauvorhaben in der Konzerngeschichte fasst Siemens seine Standorte in Wien Floridsdorf zusammen

Wien - Siemens-Österreich-Chefin Brigitte Ederer hat am Mittwoch die Pläne für die neue "Siemens-City" in Wien präsentiert. Am Standort Floridsdorf will der Konzern den Großteil seiner Niederlassungen in der Bundeshauptstadt konzentrieren. Deshalb wird dort bis 2010 unter anderem ein neuer "Tower" als Unternehmenssitz errichtet. Von diesem aus wird nicht nur Österreich, sondern auch Zentral- und Osteuropa gesteuert.

Symbolkraft

Das Vorhaben sei derzeit das größte Bauprojekt im gesamten Siemens-Konzern, unterstrich Ederer. Es habe mithin hohe Symbolkraft für den Standort Wien. Schließlich hoffe Siemens-Österreich bei einer geografischen Neuordnung im Gesamtkonzern die Verantwortung für ein oder zwei weitere Länder Osteuropas neben den bisherigen acht hinzuzugewinnen, betonte sie.

Nicht zuletzt werde durch die Maßnahmen das Gebiet nördlich der Donau belebt. Das Areal soll neben den Siemens-Bauten auch Geschäfte, Restaurants und ein 2.000 Quadratmeter großes Biotop umfassen. Das herausragende Wahrzeichen des Standortes dürfte allerdings das Eingangsgebäude werden, das wie das Gesamtprojekt vom Wiener Architekturbüro Soyka-Silber-Soyka geplant wurde. "Der Tower öffnet sich mit einer weit ausladenden, freundlichen Geste", allegorisierte Architekt Georg Soyka die zweiflügelige Form des Baus, der im April 2010 eröffnet werden soll.

Dann sollen 6.500 Mitarbeiter am Standort arbeiten. Bei dem Bauvorhaben mit einem Gesamtvolumen von 145 Mio. Euro habe man nicht zuletzt auf die Ökologie Wert gelegt, weshalb etwa Erdwärme und Regenwasser genutzt würden. Zugleich sei man durch die gewählte Modulbauweise sehr flexibel in der Zukunftsplanung, weshalb auch 70.000 Quadratmeter Grünfläche als Puffer bereitgehalten würden.

Zunächst werden nämlich die bestehenden Großstandorte in der Gudrunstraße in Favoriten und in Erdberg abgesiedelt, die bereits verkauft sind und bis zum Umzugstermin zurückgemietet wurden. Langfristig dürften aber etwa auch die Standorte der 2005 übernommenen VA-Tech ans Areal übersiedelt werden, um Synergien zu heben. Ein genauer Zeitplan für die weiteren Bauabschnitte nach 2010 existiere allerdings noch nicht, wurde am Mittwoch betont.

Kraftwerksbau in Portugal

Die deutsche Siemens hat einen Auftrag über 600 Millionen Euro für ein Kraftwerk in Portugal erhalten. Der Siemens Energie-Sektor werde eine schlüsselfertige Gas- und Dampfturbinenanlage errichten und für eine Laufzeit von 25 Jahren auch den Service übernehmen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Die mit Erdgas befeuerten Anlagen nordöstlich von Lissabon sollen 2011 in Betrieb gehen und werden nach Angaben von Siemens eine Leistung von insgesamt rund 830 Megawatt haben. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Gebiet nördlich der Donau wird belebt. Das Areal soll neben den Siemens-Bauten auch Geschäfte, Restaurants und ein 2.000 Quadratmeter großes Biotop umfassen.

  • Artikelbild
    grafik: standard
Share if you care.