
10.000 Menschen leben in den 3185 Wohnungen im Wohpark Alt-Erlaa.

An bestimmten Punkten, wie etwa in den sieben Hallenbädern, werden sie von Kameras gefilmt. Der technische Dienst überwacht die Aufnahmen.

Mietervertreter Heinz Sack kann die Aufregung um die Videoüberwachung "nicht verstehen".
Sack ist hier einer der "Ur-Einwohner", wie er selbst sagt. Er schwärmt vom sozialen Netzwerk im Wohnpark. Doch mindestens genauso viel wie das soziale Umfeld zählt für den Vater von sieben Kindern das Sicherheitsgefühl, das er hier empfindet. "Die Kinder können als Fünfjährige alleine sicher einkaufen gehen - ohne dass ich mir Sorgen machen muss", erzählt er.
Kameras seit 30 Jahren
Neben dem hauseigenen Sicherheitsdienst, der stets mit drei Männern vor Ort ist, gäben auch die Kameras dieses Grundgefühl. Die meisten elektronischen Überwacher im Wohnpark gibt es hier seit Eröffnung des ersten Wohnblocks vor über 30 Jahren. Sie hängen bei sämtlichen Garagenein- und ausfahrten und in den Hallenbädern. Auch im Altstoffzentrum ist in der Zwischenzeit, vor rund zehn Jahren, ein elektronischer Überwacher montiert worden. "Sonst haben wir hier innerhalb weniger Wochen hunderte Kühlschränke stehen", ist sich Sack sicher. Im Gang vom Einkaufszentrum zur Garage hängt auch eine Kamera. "Damit haben wir die Drogenjunkies wegbekommen", erzählt Sack. Ob sie wirklich funktionstüchtig ist, mag bei näherem Hinsehen zwar bezweifelt werden, doch die Installation erfülle ihren Zweck.
Während die Überwachung bei den Garageneinfahrten es möglich mache, Hausfremde von der Garage fernzuhalten, seien die Kameras in den sieben Hallenbädern ein Ersatz für den Bademeister, erklärt Sack. Die Aufregung mancher Experten über die angeblichen Eingriffe in die Intimsphäre von Menschen kann der Mietervertreter "nicht verstehen". "Eine Kamera zu montieren, war die einzige Möglichkeit, ein Hallenbad ohne einen Bademeister zu betreiben", erzählt der Familienvater. "Wenn es heißt: Hallenbad mit Kamera oder kein Hallenbad - was glauben Sie, wofür die Bewohner sich dann entscheiden?", fragt er. Die Diskussion über Bürgerrechte und Privatsphäre ginge völlig an der Realität vorbei, meint Sack.
Studien zur Mieterzufriedenheit, scheinen Sack recht zu geben: Bei einer 1999 von Fessel GFK und Ifes durchgeführten Umfrage im Auftrag der Stadt Wien gaben 92 Prozent der befragten Bewohner die Note "gut" bis "sehr gut" für das Wohnen im Wohnpark Alt-Erlaa und reihten die Anlage damit auf Platz eins in der Mieterzufriedenheit. Das Kontrollamt stellte zudem eine "geringe Fluktuation der Mieter" fest und, dass Wohnungen "eher selten" leer stünden.
Anton Herlt von der Gesiba, die den Wohnpark betreibt, unterstreicht Sacks Aussagen: "Es stehen tausende Autos in unserer Garage, und fast nie wird eines aufgebrochen", erzählt er. Rund 50 Personen arbeiten für den 24 Stunden am Tag eingesetzten technischen Dienst, zehn davon sind gleichzeitig im Einsatz. Sie sind unter anderem für die Überwachung der Monitore verantwortlich. Daneben hätten sie aber auch sämtliche andere technische Probleme zu lösen. "Dass einer die Zeit hat, Leute am Monitor zu verfolgen und beobachten, ist lächerlich", meint Herlt. Nach drei Tagen löschten sich die Aufnahmen zudem automatisch.
Vandalenjagd per Kamera
Vor knapp zwei Jahren hat die Gesiba in Abstimmung mit dem Mieterbeirat beschlossen, sich zusätzlich zu den fixen Installationen noch eine mobile Kamera anzuschaffen, um dem Vandalismus den Kampf anzusagen. Im vergangen Jahr ist der elektronische Helfer zweimal zum Einsatz gekommen. Einmal, als im zur Wohnanlage gehörenden Kaufpark mehrmals das Schaufenster eines Kaffeehauses eingeschlagen wurde, und ein zweites Mal, als Jugendliche mehrere Male Feuermelder eingeschlagen hatten. In beiden Fällen nahm die winzige Kamera die Täter bei wiederholter Tat auf. Das Videomaterial übergab die Gesiba der Polizei. "Im Fall der Brandmelder wurde das Material sogar bei Gericht als Beweis verwendet", erzählt Herlt.
Die Kamera soll samt Rekorder und Übertragungsstation rund 450 Euro gekostet haben. Ein Feuerwehreinsatz wegen eines eingedrückten Brandmelders koste 600 bis 800 Euro, rechnet Herlt vor.
Beschwerden gäbe es keine
Die Mieter wurden bei Anschaffung der mobilen Kamera via Mieterzeitung und Newsletter darüber informiert, dass das neue Überwachungstool jederzeit bei Brennpunkten eingesetzt werden könne. Wenn nun die Kamera wegen eines Anlassfalles montiert wird, gibt es aber keine erneute Verständigung.
Beschwerden, weil sich jemand überwacht fühle, habe es bisher keine gegeben. Das bestätigt auch Judith Milanollo von der Hausinformation, der Anlaufstelle für Fragen, Beschwerden und Saunatermine. "Es ist vorgekommen, dass einer wollte, dass eine Kamera bei seinem Auto aufgestellt wird, aber dass jemand Kameras weghaben wollte, gab es noch nicht", erzählt die junge Dame.
Sacks Handy läutet. Einer seiner Söhne hat sich einen Schneidezahn ausgeschlagen, erzählt er nach dem Anruf seiner Frau. Manches kann auch die beste Videoüberwachung nicht verhindern. (Gudrun Springer, DER STANDARD/Wohnen - Printausgabe, 5. März 2008)
Ich habe geglaubt man muss über eine Vieoüberwachung informiert sein.
"winzige Kamera"
"Beschwerden, weil sich jemand überwacht fühle, habe es bisher keine gegeben."
Mich wundert nicht, dass sich niemand über die mobilen Kameras informiert hat.
Denn wenn sie so winzig sind, sieht man sie wahrscheinlich einfach nicht!!!
wurde von einbrechern in der hauseigenen kameraüberwachten garage aufgebrochen, schaden am auto höher als der wert des nagelneuen gestohlenen autoradios... tja was soll ich sagen; täter trugen kapuzen und die fotos zeigten unkenntliche personen die nie gefasst wurden. das wars. soviel zu den kameras und ihrer qualität...
Bitte über dieses Thema dort auch posten bzw.mit diskutieren. Vorwiegend aber für Gemeindebaumieter.
"Wenn es heißt: Hallenbad mit Kamera oder kein Hallenbad - was glauben Sie, wofür die Bewohner sich dann entscheiden?"
aha, und wenn wer grad am ertrinken ist, steigt die kamera hinab und rettet den ertrinkenden? die frage sollte wohl eher lauten: hallenbad mit bademeister oder hallenbad mit kamera - und ich hoffe, ein vernünftiger mensch würde sich dann für das hallenbad mit bademeister entscheiden...
im übrigen würd ich in einer derart intensiv videoüberwachten siedlung nicht wohnen wollen...
Wenn Sie dort einen Herzinfarkt bekommen und mit dem Kopf in die Muschel fallen, so ertrinken Sie auch dort. Soll deshalb im WC-Abteil eine Klofrau anwesend sein, oder jemand ständig eine WC-Kamera beobachten?
10.000 unvernünftige Menschen haben sich für Hallenbäder ohne Bademeister und mit Kameras entschieden, vermutlich weil ihr "vernünftiger" Vorschlag unfinanzierbar ist und mal so geschätzte 1,2 mio Euro im Jahr kosten würde.
Den Rotstricherlverteiler versteh ich nicht.
Die Frage ist doch voll berechtigt. Herr Hertl behauptet doch auch: "Dass einer die Zeit hat, Leute am Monitor zu verfolgen und beobachten, ist lächerlich".
Beide Aussagen zusammengenommen ergeben, dass das Hallenbad zwar mit Kameras gefilmt wird, deren Bilder aber nur ausgewertet werden, NACHDEM etwas passiert ist, weil ja kaum jemand die Bilder live ansieht und Schritte einleiten könnte.
Die Kameraufzeichnungen erlauben es, Vandalismus oder Unfälle zu rekonstruieren, was von großem Nutzen ist, oder etwa nicht?
Ein Bademeister für alle Hallenbäder ist nicht finanzierbar und nicht notwendig. Unfälle und Verbrechen passieren auch in der Garage, auf Gängen, am Klo usw.. Kalt wären mit Garagen-, Gang- und Klowarten so manche Dinge zu verhindern, aber das kann doch nicht ernshaft in Betracht gezogen werden.
Es gibt schon software die diese "doofe Beobachtung wo stundenlang nichs passiert" übernimmt, und nur beim verdächtigen Situationen Alarm schlagt.
Damit kann man sehr wohl "was anderes als ständig Kameras beobachten" machen, und trotzdem bei Bedarf rechtzeitig eingreifen.
Gerade für Schwimbäder habe ich in Fankreich schon vor vier jahren Marktreife beobachtungssoftware gesehen. In Wien gibt es auch einiges an know-how in diesem Richtung ("intelligente Beobachtungsoftware"), z.B. bei "Austrian Research Centres".
So viel Blödsinn über die Hallenbäder in Alterlaa und das Wohnen dort hab ich noch selten gelesen. Die Blinden, die dort gar nicht wohnen, plappern von einer , die sie nie gesehen haben, lauter Unsinn, der niemanden interessiert. Warum schweigen diese quakenden Frösche nicht?
....das mit dem verfolgen ist eher so zu verstehen, dass sich jetzt jemand die mühe macht den herrn mit der roten weste von monitor 1 über monitor 7 zu monitor 3 zu "verfolgen" um zu sehen was er heute einkauft und mit wem er sich trifft.
ich kann mir nicht vorstellen, dass die bäder-monitore nicht kontrolliert werden.... aber es stimmt, dass die frage lauten sollte: bademeister oder kamera und nicht mit oder ohne kamera
oder?
Das sind 7 (sieben) kleine, dezentrale Wellnesshallenbäder für die Bewohner. Keine Riesenhallenbäder wie das Stadthallenbad oder so.
Hier gibt es keinen öffentl. Zutritt, sondern ist nur für die Mieter da. 7 Hallenbäder würden wohl mind. 20 Bademeister erfordern, etwas teuer.
Bei den Kameras geht es darum, dass absichtlicher Verunreinigung vorgebeugt wird. Das funktioniert. Nur zu diesem Zweck sind die Kameras da.
Sind ausschliesslich für Mieter und deren Freunde bestimmt, welche sie EIGENVERANTWORTLICH benutzen und im Notfall halt genauso selbständig einen Arzt rufen wie bei jedem anderen privaten Unfall.
Gilt für das Hallenbad in Erlaa genauso wie für die immer zahlreicheren Dachpools in diversen neuen Wohnhäusern in Wien. Bademeister will hier keiner der Mieter finanzieren, wozu auch. Wer einen Bademeister wünscht, geht eh ins öffentliche Bad ;).
ähnlich verhält es sich mit den Saunen, die jetzt in vielen Appartmentanlagen verfügbar sínd: man mietet diese für eine bestimmte Zeit und ist für sich selbst verantwortlich, da schaut auch kein Bademeister alle 2 Minuten, ob jemand einen Herzkaschperl hat! ;)
ohne Bademeister.
Es gibt viele private Bäder ohne Bademeister....Strandbäder, Swimming Pools, Whirlpools im Bad einer Luxuswohnung. Wo siehst du das Problem? Kleinkinder sollten sowieso nur in Begleitung der Eltern in ein Bad gehen, egal welches und ansonsten gibt es eben auch sowas wie Selbstverantwortung.
Ein Bademeister eines Frei- oder Hallenbades beschäftigt sich fast nur mit Ermahnen von Leuten, die sich nicht an die Regeln halten. In einer kleinen, privaten Gemeinschaft ist ein Bademeister eben überflüssig.
Was ist daran so schwer zu verstehen? Natürlich gibt es ein allgemeines Lebensrisiko. Oder gehst du nur in Begleitung des Notarztes außer Haus?
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