Kolumbien: Riskanter Krieg der Worte

von Redaktion  |  04. März 2008, 19:20

Es ist nicht leicht, den Wahrheitsgehalt der Beschuldigungen zu taxieren

Am Dienstag schaltete sich sogar UN-General Ban Ki-moon als Feuerwehrmann ein, um den in Südamerika lodernden Konflikt zu löschen. Seit kolumbianische Truppen am Samstag, die Souveränität Ecuadors verletzend, ins Nachbarland eingedrungen sind und dort den Vizechef und 20 Kämpfer der Farc-Guerilla Kolumbiens getötet haben, wird von Krieg geredet. Die Behörden rechtfertigten die Grenzverletzung nachträglich mit der Enthüllung geheimer Informationen, die sie auf Computern des getöteten Guerillaführers Raúl Reyes gefunden haben wollen. Darin sei von Plänen der Farc die Rede, 50 Kilo Uran zu beschaffen, was sie zum "globalen Aggressor" gemacht hätte. Außerdem soll Ecuadors Regierung beste Kontakte zur Guerilla gepflegt haben, Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat sie angeblich mit umgerechnet 200 Millionen Euro unterstützt.

Es ist nicht leicht, den Wahrheitsgehalt der Beschuldigungen zu taxieren. Ecuadors Präsident Rafael Correa behauptet seinerseits, man habe die Farc-Rebellen aus humanitären Gründen kontaktiert und wäre nahe daran gewesen, die früherere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt aus der Geiselhaft freizubekommen. Als teilweise Bestätigung kann gelten, dass auch Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner den Farc-Führer Reyes als Kontaktmann bei Gesprächen zur Befreiung der Doppelstaatsbürgerin Betancourt nannte.

Venezuelas Präsident Hugo Chávez, ein Freund Correas, bezeichnete alle Anschuldigungen als erlogen. Chávez beschimpfte Kolumbiens Präsidenten Álvaro Uribe als Kriminellen. Weil seine eigene Popularität in Venezuela stark zurückgegangen ist, kann Chávez einen Sündenbock für verbale Attacken gut brauchen. Ein echter Krieg Venezuelas und Ecuadors gegen Kolumbien wird aber, so ist zu hoffen, auch dank der Vermittlung Brasiliens und weiterer Staaten, verhindert werden können. (Erhard Stackl/DER STANDARD, Printausgabe, 5.3.2008)

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Mostbluzza
05.03.2008 16:04
inszenierung

das wird wohl einer der altbekannten stellvertreterkriege im kokainverseuchten südamerika, nur fehlt diesmal einer (russland). die amis brauchen den krieg da unten und chavez ist sowieso lästig.
drum inszeniert man ein attentat im nachbarland ecuador und weiss, dass chavez darauf anspringt wie ein rolliger kater.
da haben sich zwei kriegsgeile getroffen - bush/chavez. es ist unausweichlich. ähnliches im nahen osten. bush hilft seiner drogenplantage kolumbien - eh klar.

Yomellamo Hansito Retro-Holger3
05.03.2008 10:40
Kindergekritzel, aber in der Sache gut.

Chavez ist sehr unbeliebt, deswegen boykottiert Uribe eventuelle Geiselbefreiungen *hihi*

Maria Alejandra Haselmayr
05.03.2008 08:53
Chavez Strategie

Chavez möchte nur wirbel machen um die Öffentlichkeit gegen anderen wesentlichen Problemen Venezuela´s lenken, warum kümmert er sich nicht um die Lebensmittel Versorgung, statt immer die anderen für schuldig zu erklären???

rundinho
05.03.2008 12:55
Also wer macht hier Wirbel

Die Überdimmensionierten Knallfrösche haben wohl die Kolumbianer geworfen. Und die seltsamen Geschichten von Massenvernichtungswaffen oder Uran hört man auch aus kolumbien.
Und was die innervenezulanischen Probleme betrifft, so gibts ja dort - im Gegensatz zu anderen Ländern - imer wieder mal frei wahlen.

yomellamo
05.03.2008 15:41

der saebelrassler ist chavez....

freie wahlen gibts eher in kolumbien... dort werden zumindest nicht alle kritischen fernsehsender von chavez uebernommen.

rundinho
05.03.2008 18:07
Wohl etwas blind in deinem Hass

Der Chavez hat schon freiwillig über seinen Amtsverbleib abstimmen lassen - hat bei einer anderen Abstimmung eine Niederlage akzeptiert

und er hat K E I N E Paramilitärs die oppositionelle ermorden!

Mag sein dass er auch vieles falsch macht, aber in ihrem blinden Hass verteidigen Sie Massenmörder!

er7
05.03.2008 16:00
freie wahlen gibt`s eher in kolumbien.

was soll das heissen und was hat das mit venezolanischen fernsehsendern zu tun - und seit wann gibt`s in venezuela keine freien wahlen?

increible
05.03.2008 05:22

Ich glaube nicht, dass Chavez so verrückt ist, einen Krieg mit Kolumbien zu riskieren - falls doch, müsste er mit starkem Widerstand aus dem Militär rechnen. Ecuador ist dazu ohnehin nicht in der Lage (wäre eine Selbstmordaktion).

Harald Hörmann
05.03.2008 04:18
Was mich wirklich schreckt, sind diese Geschichten von fünf Kilo Uran...

offensichtlich die selben Spindoktoren, die schon den Irakkrieg vorbereitet haben.

uebel 
04.03.2008 23:45
"Weil seine eigene Popularität in Venezuela stark zurückgegangen ist"

Gibt es zu dieser Aussagen Fakten? Denn laut einer Umfrage von Instituto Venezolano de Datos, die in der venezolanischen Tageszeitung Panorama veröffentlicht wurde, sind 67,3 % mit Chávez zufrieden...

abdul al Calafatti
05.03.2008 11:58
In derTageszeitung "El Nacional" wird lt einer

Umfrage unter der Bevölkerung sogar eine Zustimmung von 103% erreicht ! echt!

abdul al Calafatti
05.03.2008 11:56
Eine Umfrage der "El Nacional" hat sogar

102% zustimmung ergeben !

Venezuela ist anders.....................

Maria Alejandra Haselmayr
05.03.2008 08:46
wilkommen in der Realität

Man kann nicht so naiv sein und an solche manipulierten Umfragen glauben, wake up!!

uebel 
05.03.2008 11:09

Haben sie Beweise, dass die Umfragen manipuliert sind?

yomellamo
05.03.2008 11:51

haben sie beweise, dass die umfragen des venezolanischen statistikinstitutes was anderes herausgibt als Chavez genehm waere?

uebel 
05.03.2008 11:54

Also haben sie keine Beweise, dass die UMfragen manipuliert sind. Ansonsten würden sie die ja posten.

yomellamo
05.03.2008 15:43

wenn das institut unter der herrschaft von chavez zahlen rausgibt muessen schon sie beweisen, dass die auch echt sind.

... aber wenn sie schon diese zahlen von chavez glauben, .. dann muessen sie in zukunft auch allen zahlen die von Uribes sprecher verlautbart werden zustimmen.

yomellamo
05.03.2008 07:43

suess: eine umfrage vom instituto venezolano de datos,...

da koennen wir ja gleich Chavez selbst fragen wie beliebt er ist.

Andreas Walter3
05.03.2008 01:22
"...ind 67,3 % mit Chávez zufrieden..."

Ich verweise auf die Niederlage von Chavez am 2. Dezember!

Schön bei der Wahrheit bleiben

Harald Hörmann
05.03.2008 04:14
und inweifern ist das Referendum über die Verfassungsänderung

eine Abstimung über die Popularität des Präsidenten gewesen? Spricht eher für die demokratische Ausrichtung des politischen Systems, daß zwischen Sachfragen und Personen unterschieden wird.
Mich freut bisher, daß Chaves die Ablehnung der Verfassungsänderung nicht zum Anlass für einen Staatsstreich genommen hat. (Kann ja noch kommen)

Polly War
04.03.2008 20:58
Stackl, wieder einmal daneben.

Ein echter Krieg? Chavez und Correa würden in den Krieg gegen Kolumbien ziehen? Nein. Schwachsinn. Es ist aber klar, wer das anzettelt. Rice war vor kurzem bei Uribe, der Chef des Südkommandos der US-Streitkräfte war da. Eine Sonderdelegation vom CIA. Sie, die USA machen Krieg. Es wird nicht lange dauern und "anonyme" Kommandoeinheiten werden Venezuela und Ecuador terrorisieren. Das ist dann guter Terror, nach Lesart von Kriegsverbrechern. So läuft das in Lateinamerika allemal.

yomellamo
04.03.2008 21:26

.. bisher redet nur Chavez der säbelrassler vom krieg.

Bernhard Kvarda
04.03.2008 22:51

Hätten Venezuela- oder Ecuador-Truppen das Gleiche auf kolumbianischen Boden gemacht hätten wir jetzt schon den Krieg.
Ecuador verwendet als Währund sogar den amerikanischen Dollar. Den höchsten Respekt vor der Standfestigkeit dieses Landes. Und viel Glück für die kommenden Monate :(

yomellamo
05.03.2008 07:44

wuerden ecuadorianische terrorgruppen in kolumbien zuflucht suchen und nicht von kolumbien bekaempft, dann waere es auch nur recht und billig von ecuador diese camps auszuschalten.

David S.
06.03.2008 09:00

ah, und wenn sich angenommen tschechische guerillas in österreich verstecken, dann darf tschechien einfach so, ohne österreich was davon zu sagen, mit ein paar flugzeugen und bodentruppen den wienerwald bombardieren?

na sie haben ja schöne vorstellungen von völkerrecht.

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