Schauspielhaus Wien: Vier Schauspieler warten auf Werner Kofler und vertreiben sich die Zeit, indem sie seine Texte sprechen und spielen
Kofler kommt heißt die erfrischende kleine Produktion, die den Kärntner Sprachkünstler feiert. Der 60-jährige Kofler ist der Scharfrichter der österreichischen Literatur. Ein gefährlicher Mann, dem der Literaturbetrieb beizukommen glaubt, indem er ihn hartnäckig ignoriert. Jetzt schlägt Kofler zurück.
Dirk Nocker, der den Abend gestaltet hat und ihn zusammen mit Christian Weinberger, Branko Samarovski und Peter Pertusini auch spielt, bringt eine Textauswahl und konzentriert sich dankenswerterweise nicht allein auf die Pointen, etwa auf die große Rede André Hellers, die Kofler dem "Erlöser" in den Mund gelegt hat. Die Texte funktionieren als bunter Abend gut. Zunächst sind sie ja auch Sprechtexte, Musik, die laut gelesen werden will. Dazu Fotomontagen mit Kofler in klassischen Motiven als Che, Marilyn Monroe, Papst, Indiana Jones und in der SS-Uniform. (fast, DER STANDARD/Printausgabe, 04.03.2008)
>> Schauspielhaus, 1090 Wien, 4., 5., 12. 3. 20.00