Der Wert des Posters wird auf rund 13.500 Euro geschätzt. Mit dem Musterprozess will Sachs aber die Rückgabe der gesamten im DHM erhaltenen Sammlung erzwingen, deren Verkaufspreis auf 13 bis 40 Millionen Euro taxiert wird. Erhalten sind noch rund 4.300 von ursprünglich 12.500 Plakaten und 18.000 kleineren Grafiken. "Ob ich gewinne oder verliere - ich schulde es meinem Vater, sein Lebenswerk und lebenslange Leidenschaft zurückzuholen", erklärte Sachs zu seiner Klage.
Sein 1974 gestorbener Vater hatte 1961 von der Bundesregierung 225.000 Mark als Entschädigung erhalten - allerdings in dem Glauben, seine Sammlung sei für immer verloren. Wenige Jahre später erfuhr Hans Sachs, dass große Teile in einem Museum in Ost-Berlin in der DDR lagerten. Trotzdem schrieb er anschließend in einem Brief, dass er seine materiellen Ansprüche als ausgeglichen betrachte.
Auf diese Äußerung bezog sich im Jänner 2007 eine Kommission der deutschen Bundesregierung und empfahl, dass das Historische Museum die Plakate behalten soll. Die Kommission empfahl zudem, dass das DHM die Sammlung katalogisieren, pflegen und ausstellen solle. Museumssprecher Rudolf Trabold gab der Klage angesichts der Kommissionsentscheidung wenig Erfolgschancen. Seitdem seien keine neuen Fakten bekanntgeworden, sagte er.
Die Sammlung umfasst Poster mit Werbung für Ausstellungen und Produkte, für Kabarettveranstaltungen, aber auch politische Propaganda. Das Deutsche Historische Museum hatte die Sammlung 1990 nach dem Mauerfall erhalten.
Hans Sachs wurde 1881 geboren. Er war Zahnarzt. 1938 beschlagnahmten die Nazis die Sammlung. Am Tag der antisemitischen Pogrome am 9. November 1938 wurde Sachs festgenommen und ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Als er gut zwei Wochen später freigelassen wurde, emigrierte die Familie in die USA. (APA/AP)
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