Schalen für die Brüste

29. Februar 2008, 13:28
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Neueste Forschungen über WikingerInnen belegen überraschend bunten, glitzernden und "gewagten" Kleidungsstil beider Geschlechter vor der Christianisierung

Stockholm - Die Wikinger hatten nach neuen Erkenntnissen von ArchäologInnen einen viel bunteren und die Wikingerinnen einen gewagteren Kleidungsstil als bisher angenommen. Die männlichen Wikinger in Schweden seien ausgesprochen "großtuerisch" und die Frauen "viel provokanter" als bisher belegt gekleidet gewesen, berichtete die schwedische Forscherin Annika Larsson von der Universität Uppsala am Mittwoch. Nach Angaben Larssons zeigten vor allem Textilfunde vom Mälarensee westlich von Stockholm, dass die NordeuropäerInnen vor ihrer Christianisierung "alles andere als uniformiert", sondern eher "orientalisch bunt" herumgelaufen seien.

 

Frauen betonten Brüste mit runden Haltern

Den provokanten Stil hätten auch neue Funde im russischen Pskow nahe der Stadt Nowgorod bestätigt. Nach Überzeugung der Archäologin haben die Frauen unter den generell als wild und blutrünstig verschrienen Nordeuropäern zwei runde Halter auf ihren Brüsten getragen, um diese optisch herauszuheben. Bisher hatte die Wissenschaft diese an Trägern hängenden Schalen lediglich unter praktischen Gesichtspunkten interpretiert. "Das war wohl einfach ein bisschen prüde gedacht", meint Larsson.

Als das Christentum Einzug in Nordeuropa gehalten hat, sei es mit den Haltern und mit "orientalischen Elementen" der Wikinger-Mode wie wehenden Seidenschals, glitzernden Spiegelteilchen und bunten Farben vorbei gewesen. Danach habe sich die Kleidung mehr in die einförmige, farblose Richtung entwickelt, die man bisher traditionell mit den Wikingern verbinde. (APA/dpa)

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    Vor der Christianisierung der WikingerInnen...

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    ... soll ein lebensfroher Kleidungsstil vorgeherrscht haben.

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