Johannesburg/Wien – Die vier älteren schwarzen Frauen und der schmächtige Mann, Putzkräfte an der University of Free State in Südafrika, verlieren ihr Lächeln lange nicht. Nicht, als die weißen Burschen in ihren Poloshirts und kurzen Hosen sie auffordern, Bierflaschen in einem Zug zu leeren. Nicht, als sie tanzen sollen oder um die Wette rennen oder Rugby spielen. Erst am Schluss, als es darum geht, auf dem Boden kniend einen braunen Brei zu erbrechen, den ihnen die Burschen reichen, fällt das Lachen sichtlich schwer. Dass einer der Studenten vorher in den Topf uriniert hat, wissen sie offensichtlich nicht – genauso wenig wie den eigentlichen Zweck des Spiels.
Die vermeintlich lustige Stimmung macht das Video noch demütigender, als es ohnehin schon ist. Die Autoren – vier weiße Studenten der Universität in der südafrikanischen Provinz Freistaat – wollten damit offenbar gegen gemeinsame Wohnheime von schwarzen und weißen Studenten auf ihrem Campus protestieren. Wetttrinken, Wettlaufen, Rugbyspielen – es ist ihre Welt, die die Burschen präsentieren. Und in der Schwarze in Putzkitteln reichlich lächerlich wirken. „Ihr passt hier nicht hinein“, ist die Botschaft.
Die Empörung ist groß, seitdem das Video am Dienstag an die Öffentlichkeit gelangt ist. Als „schockierend und unmenschlich“ verurteilte die Südafrikanische Menschenrechtskommission das Band. Das Regierungsgremium hat eine Untersuchung eingeleitet und fordert die strafrechtliche Verfolgung der beteiligten Studenten. Sie hat einen Fragebogen an den Rektor der Universität geschickt, in dem es um Rassismus und anderen Menschenrechtsverletzungen auf dem Campus geht. Anwälte der Studenten spielen den Vorfall als „Schauspielerei“ herunter. Es sei auch nur so getan worden, als werde in das Essen uriniert.
„Wir haben das Video scharf verurteilt und uns bei den Betroffenen entschuldigt“, sagte der Vizedirektor der Universität, Ezekiel Moraka, dem Standard. Zwei der Studenten sind Moraka zufolge vorübergehend vom Studium ausgeschlossen worden, ein Disziplinarverfahren läuft. Die zwei anderen haben ihr Studium demnach bereits beendet. Das Video sei im September 2007 aufgenommen worden. Jetzt will die Universität auch Strafanzeige erstatten.
„Vereinzelte Vorfälle“
„Wir waren uns bis jetzt keiner Spannungen bewusst“, erklärte Moraka. Er gestand zwar „vereinzelte rassistische Zwischenfälle“ ein. „Aber wir sind in Südafrika – und die Rassenbeziehungen sind generell nicht gut.“ Die Zahl der schwarzen Studenten an der Hochschule bezifferte er mit 55 bis 60 Prozent.
Schon im Juni letzten Jahren hatten Studenten allerdings Proteste angedroht, sollte die frühere „weiße“ Universität in dem früheren Burenstaat neue Richtlinien für eine größere „Vielfalt“ in den Wohnheimen durchsetzen. Und während hunderte Studenten auf dem Campus gegen das Video protestierten, gab es auch eine Reihe von Stimmen an der Universität, die die Burschen nicht zu „Sündenböcken“ machen wollten, wie es hieß. Die öffentlichen Reaktionen auf das Video zeigten aber auch, dass sich die südafrikanische Gesellschaft 14 Jahre nach dem Ende der Apartheid weiterentwickelt habe, sagt Hannah Botsis vom Südafrikanischen Institut für Rassenbeziehungen. Früher seien Vorfälle wie dieser nicht öffentlich diskutiert worden. „Jetzt erheben sich die Leute und verurteilen das.“ Die allgemeine Ablehnung des Videos mache deutlich, „dass das nicht mehr die Norm ist“. (Julia Raabe/DER STANDARD, Printausgabe, 29.2.2008)
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die weissen sollten endlich mal die zeichen der zeit erkennen, außerdem sollten sie froh sein das nach der machtübernahme der schwarzen keine massaker oder diskriminierungen an sie ausgeübt wurden (genug hass war zu dem zeitpunkt ja da) sonder eine "echte demokratie" ausgerufen wurde. die weissen mussten für die aphardheit nicht büßen und das ist der dank? typisch für den "weissen mann"
wenn sich ein früheres opfer nicht rächt oder zeigt dass mit ihm nicht mehr zu spassen ist , ist die verachtung diesem gegenüber nur noch ausgeprägter und lädt geradewegs dazu ein lustvoll weiter zu demütigen.
zumindest gilt dies für die psyche der sich als "herren" begreifende...
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