Anständig essen!

Severin Corti, 29. Februar 2008, 17:00
  • "Köstlich", gleich hinter "Am Hof" in der Wiener Innenstadt, bietet vegane und vegetarische Hausmannskost. Schmeckt gut - und wird richtiggehend gestürmt.
    foto: gerhard wasserbauer

    "Köstlich", gleich hinter "Am Hof" in der Wiener Innenstadt, bietet vegane und vegetarische Hausmannskost. Schmeckt gut - und wird richtiggehend gestürmt.

Mutter kocht, Söhne und Schwiegertochter stehen an der Budel - Und gegessen wird, was in der Vitrine steht Das ist "Köstlich": Ein Veggie-Restaurant mit familiärem Charme, ohne Kaffee oder Alkohol

Miroslava Stojanovic ist wahrscheinlich die Köchin mit der größten Erfahrung der Stadt, was vegane und vegetarische Küche betrifft. Gut zwanzig Jahre stand die gebürtige Serbin der Küche des "Vegirant" in der Währinger Straße vor, jenes seit den 1970er-Jahren als Reformhaus cum Küche funktionierenden Hippie-Relikts an der Ecke zum WUK.

Das mag als Referenz nicht die beste sein, aber keine Sorge: Das neu eröffnete "Köstlich" in der winzigen Färbergasse hat nichts Selbstgestricktes an sich: Das helle Lokal, das Stojanovic mit ihren Söhnen Danilo und David sowie Schwiegertochter Sonja betreibt, hat große Fenster, eine Wand aus dunklem Schiefer, ein paar kleine Tische und eine Self-Service-Budel. Geboten werden täglich zwei verschiedene Suppen, zwei Hauptspeisen, zwei Kuchen und Desserts, zumindest die Hälfte davon vegan gekocht - also ohne jegliche tierische Produkte wie Milch, Honig, Eier. Das Besondere: Es schmeckt, nicht zuletzt im Vergleich mit anderen, ähnlich oberkorrekt bekochten Lokalen, wirklich gut.

Alles andere als lustlos

Sogar Haferflockensuppe, an sich ein Garant für sofortigen Appetitverlust, gerät der gebürtigen Serbin alles andere als lustlos: Cremig, mit ordentlich geröstetem Wurzelgemüse geschmacklich aufgeladen, sehr ordentlich. Noch besser ist aber die Topinambursuppe mit Zucchini ("nur" vegetarisch), eine köstliche Kombination, dicht, voll des zarten Artischocken-Aromas der Topinambur. Kichererbsengulasch mit Soja-Kartoffelschnitte (vegan) ist durchaus mutig gewürzt, wer es gern noch schärfer hat, bekommt einen Tiegel hausgemachten Pfefferoniragouts beigestellt - sehr sympathisch. Spinatlasagne mit Parmesan besticht durch fruchtige Paradeissauce. Auch das "Vegetarische Stroganoff" aus Seitan mit ordentlich Kräutern, Gurkerln und würziger Sauce schmeckt wie echtes Essen.

Dass es ausschließlich Dinkelkaffee gibt und auf Alkohol "aus Prinzip" verzichtet wird, stört den lebensfrohen Charakter des neuen Lokals nicht wirklich: Einerseits gibt es allerhand Tees aus dem Sonnentor-Sortiment, anderseits wird um 18.30 Uhr eh schon dicht gemacht. Frühstücken kann man auch, da kommt das wunderbare Brot vom "Mauracher Hof" (gibt's, wie allerhand Reformhaus-Zeugs, auch zum Mitnehmen) zu seiner Ehre. (Severin Corti/Der Standard/rondo/29/02/2008)

Köstlich
Färberg. 8
1010 Wien
Tel.: 01/533 56 22
Mo-Do 8.30-18.30, Fr 8.30-15 Uhr, Mittagstisch 11.30-15 Uhr
VS € 3,90-4,90, HS € 5,90
Speiseplan unter www.koestlich.biz

Foto: Gerhard Wasserbauer
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unterdurchschnittlich

ich kann die lobeshymne im artikel nicht nachvollziehen. seit der eröffnung ist die geschmackliche qualität der speisen und der abwechslungsreichtum in der menügestaltung gesunken. meist schmeckt es fade bei eigentümlicher konsistenz. so ist die lasagne regelmäßig ungewürzt-kleistrig, das gemüse in den speisen noch roh (zb kartoffel, brokkoli, kürbis in den auflaufgerichten), die ganze angelegenheit wässrig (eintöpfe; die oft einfach über alle warmen speisen lieblos gekippte schnittlauchsauce) oder erinnert an fertiggerichte (wraps). man fragt sich, ob auch gekostet wird, was verkauft wird. dass die portionsgrößen sehr überschaubar geworden sind, ist vor diesem hintergrund zu verschmerzen.

ausgezeichnet sind nach wie vor die salate.

unsinn,

hab es erst im september entdeckt und war seitdem sicher 10 mal dort essen und es war immer köstlich, lecker gewürzt und wirklich außergewöhnliche gerichte!

besser raggy

als Veggie!

Sehr anständige Küche mit wirklich freundlichen Mitarbeitern die sich um ihre Kundschaft bemühen.
Kaffee wäre sicher nicht schlecht da ja auch der angebotene Kuchen tadellos war. Hoffentlich bleibt der Erfolg - Donnerstag mittags genug Gäste - und damit ein vegetarischer Tip in der Stadt erhalten.

Gegessen wird was auf den Tisch kommt

Rote Linsen Suppe klingt verführerisch!

da schau her ...

... noch ein restaurant für mich :-). is ja leiwand. dass es dort weder wein noch kaffee gibt ist zwar schad, aber wenns essen gut ist dann passt das schon. muss man halt nach dem essen einen guten tee trinken.

nix für mich

ein guter wein ist zu gutem essen ein MUSS

der kleine braune danach ebenso
das wird kein laden für mich

wenigstens ein kleiner coretto (feigenkaffe natürlich) sollt möglich sein :-)

aber ohne grappa!
auch kein cognac
oder ron!

Warum kein Kaffee und kein Alkohol?

Ich gehe gerne von Zeit zu Zeit in (gute) vegetarische Lokale, schmeckt mir ausgezeichnet. Aber natürlich mit Bier/Wein und ein Espresso zum Dessert. Verstehe nicht warum sich dieses Restaurant einem Teil seiner potentiellen Gäste verschliesst?

Aus Gesundheitsspießerei vermutlich.

weil sonst die frischgepressten gemüsesäfte sauer werden?

Innenstadtlokal - Chefin ist Serbin - Vegetarisch

Bobo-Herz, was willst du mehr ?

und hübsch? ich hoff da kommt niemand auf fleischliche gelüste :-)

was wurde eigentlich aus dem mann (ex?) von m.petrovic - der hatte doch auch ein veggielokal, oder?

Gibt es noch, ziemelich um die Ecke dort (genauer gesagt 2x)

-> http://tinyurl.com/yroc5z

Kann sich noch jemand an die legendäre Blitz Bar erinnern?

Herzelichst
Ihr Lappe

danke, wobei ist "antun" als lokalname eine warung für fleischesser?

waren sie im porgy - um sich von der frau klement verstören/berauschen zu lassen?
ich habs nicht geschafft.
dafür hab ich vorige woche einen sänger (hansi lang) schauspielern gesehen in purkersdorf. fazit: nicht schlecht, aber singen tut er besser

Nachtrag

Da dachte ich doch im ersten Moment, Sie meineten das Fendrich. Aber Sie schrieben ja "Sänger" und keine andere Bezeichnug. Folgelich kommt es nicht in Frage...

Herzelichst
Ihr Lappe

Und das überraschendste:

Die Köchin ist gebürtige Serbin!

SerbInnen

sind ja bekanntlich VegetarierInnen reinsten Wassers!

ich kapier die trannungen nicht - warum nicht AUCH fleisch, alkohol?
es ist doch ein frei zugängliches restaurant und keine spitalsküche für magenkranke.
nix für genussfreudige normalesser.

wieso schon? jeder darf kochen und servieren, was er will (ok, gesetz, weiß schon), und niemand muss hin - sehe da kein problem.

was sollte ein lokal in dem garantiert nur fleisch angeboten wird - aber garantiert kein fuzerl gemüse?
detto umgekehrt - aber natürlich kann jeder das machen was er will - mir kommts halt komisch vor.
oder eine bar in der es nur harte getränke aber kein cola, mineral und orangensaft gibt - ist doch auch seltsam.

ich kenn ein lokal, in dem es nur fondue gibt, ein anderes, wo alles irgendwie auf kartoffelbasis ist, ein anderes, wo in so gut wie jedem gericht käse drin ist - und die zwei lieseln, wo nichts unpaniertes auf die karte kommt, wenn ich mich richtig erinnere.

stell ich mir fad vor - für jedes gericht ein eigenes lokal - da hats wenig sinn zum nachbartisch zu schauen was die bestellt haben. und mit kindern die spezielle essgewohnheiten haben braucht man dort wohl gar nicht reingehen.

toll, ich kenn eins,

wo alles auf styroporbasis ist

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