VMworld: Alle umwerben den ESX Server 3i

26. Februar 2008, 18:09
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Alle großen Server-Produzenten bringen in Kürze neue Produkte - VMware schließt Management von anderen Hypervisor-Lösungen nicht mehr aus

Müsste man die Relevanz von Virtualisierung für den Computermarkt noch weiter herausstreichen, die derzeit in Cannes stattfindende VMworld Europe 2008 wäre ein eindrucksvolles Beispiel. Nicht nur, dass sich praktisch alle großen Hardwarehersteller um einen Platz in der Eröffnungs-Keynote drängen, auch der BesucherInnenandrang kann sich sehen lassen. 4.500 TeilnehmerInnen verzeichnet der erstmals ausgerichtete europäische Ableger der VMware Hausmesse.

Vergrößerung

Eine Anzahl, die noch deutlich größer sein könnte, wie Firmenchefin Diane Greene in ihrer Eröffnungs-Keynote am Dienstag herausgestrichen hat. Man habe zahlreiche Anmeldungen zurückweisen müssen, da man von der Nachfrage in diesem Ausmaß überrascht worden sei. Für das kommende Jahr werde man sich wohl nach einer größeren Location umsehen müssen.

ESX Server 3i

Unübersehbar in der Keynote: Das neue zentrale Produkt von VMware ist der ESX Server 3i. Die vor einigen Monaten in San Francisco erstmal präsentiert Lösung kommt vollständig ohne darunter liegendes Betriebssystem aus. Ein Ansatz, der dank eines minimalen Footprints die Integration direkt in die Server-Hardware ermöglicht und auch die Sicherheit der virtuellen Umgebung verbessern soll.

Produkte

Wie Diane Greene nun verkündete, wollen alle großen Hersteller bereits innerhalb der nächsten sechs Wochen fertige Produkte mit dem ESX Server 3i ausliefern. Um dies zu verdeutlichen waren IBM, HP und Dell angetreten um ihre neuen Lösungen zu demonstrieren. Dell beschreitet dabei den konsequentesten Weg: Alle zertifizierten Server des Unternehmens sollen künftig auch mit der neuen VMware-Lösung erhältlich sein. Auch Fujitsu-Siemens hat mittlerweile die Auslieferung der ersten Primergy Server mit ESX 3i angekündigt.

Hypervisor

In der anschließenden Pressenkonferenz zeigte sich Greene aber auch betont offener gegenüber der Konkurrenz als noch vor einigen Monaten: Die Möglichkeit, dass man mit den eigenen Management-Tools künftig auch die Hypervisor der Konkurrenz managen kann, wollte sie mittlerweile nicht mehr ausschließen.

Fragen

Derzeit seien die Lösungen der Konkurrenz allerdings schon in technischer Hinsicht noch nicht soweit, so Greene. Sei dies einmal der Fall, sei die Unterstützung durchaus vorstellbar, man selbst wolle offene Standards vorantreiben, um den Wechsel zwischen unterschiedlichen Lösungen künftig zu vereinfachen. Auch vom Geschäftsmodell her, sei man auf so einen Wechsel vorbereitet, das meiste Geld mache man bereits jetzt mit dem Management von virtuellen Maschinen, der Hypervisor selbst sei - allerdings nur in dieser Hinsicht - nicht mehr so wichtig. (Andreas Proschofsky aus Cannes)

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    foto: andreas proschofsky
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