Verkehrslawine nimmt zu

27. Februar 2008, 21:19
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Es wird weniger zu Fuß gegangen - Grüne fordern neuen Güterverkehrsplan für Niederösterreich

Wien/St. Pölten - Seit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 ist das Verkehrsaufkommen im Land laut einer Studie des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) massiv gestiegen. Demnach hat sich der Transportaufwand des Lkw-Verkehrs um 49 Prozent vergrößert.

Vor allem der Gütertransport innerhalb der Landesgrenzen, der 70 Prozent der Lkw-Fahrten ausmacht, ist angestiegen - von 340 Millionen über die Straße transportierten Tonnen auf 443 Millionen Tonnen. 13 Prozent fallen auf den Transitverkehr (1995 waren es 9,7 Prozent), die restlichen 17 Prozent sind Lkw-Transporte, die nach Österreich oder ins Ausland fahren.

Öffi-Anteil blieb gleich

Außerdem wurden im Jahr 2007 58,5 Prozent der Wege mit dem Auto gemacht, vor zwölf Jahren waren es noch um 7,5 Prozent weniger. "Der öffentliche Verkehr hat seinen Anteil von 17 Prozent halten können, großer Verlierer ist das Gehen", erläutert Martin Blum vom VCÖ. 1995 ist mehr als jeder fünfte Weg zu Fuß gegangen worden, 2007 war es nicht einmal mehr jede vierte Strecke.

Ostösterreich ist besonders vom verstärkten Verkehrsaufkommen betroffen. Kein Wunder also, dass sich die Grünen bei ihrem bundesweiten Treffen der Landtagsabgeordneten zum Thema Verkehr am Montag ganz besonders auf Probleme im kurz vor der Landtagswahl stehenden Niederösterreich konzentrierten.

"Fast nichts passiert"

Die Grüne Landespartei kritisierte, dass im Schienenverkehr seit der Ostöffnung "fast nichts geschehen" sei. Die Grünen plädieren daher für einen "Güterverkehrsplan neu" und fordern, dass das Land Niederösterreich jene 300 Millionen Euro, mit denen der Ausbau der S 8 "Marchfeldautobahn" vorfinanziert wird, in den Ausbau des "Marchegger Asts" umwidmen soll.

Im Personenverkehr bedürfe es auf der Südbahn eines Taktfahrplans. Außerdem solle die S7 von Wolfsthal weiter nach Bratislava ausgebaut werden und sämtliche Bahnverbindungen im Norden des Landes Richtung Tschechien seien zu sanieren.

VP-Landeshauptmann Erwin Pröll hatte bei der Inbetriebnahme neuer Loks kürzlich erklärt, dass der öffentliche Verkehr vor dem Individualverkehr Priorität habe. Das Land stecke bis 2012 2,5 Milliarden Euro in die Öffis (und zwei Milliarden in den Individualverkehr). Die Ost-West-Achse solle ausgebaut werden. (Gudrun Springer, DER STANDARD Printausgabe, 26.2.2008)

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