Die Geschichte der Dinge

Redaktion, 25. Februar 2008, 17:47
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    illustration: annie leonard

Das Internetvideo "Story of Stuff" zeigt, woher die Gegenstände kommen, die wir täglich konsumieren, und wer die eigentlichen Kosten zu tragen hat

Ein Radio um drei Euro? Die meisten Konsumenten würden sich bedenkenlos freuen über ein solches Schnäppchen. Nicht so die amerikanische Umweltaktivistin Annie Leonard. Sie fragte sich, wie es denn möglich sein kann, dass ein Radio derart billig ist: Das Metall kommt vielleicht aus Südafrika, der Kunststoff aus China, das Öl dafür aus dem Irak, zusammengebaut wurde das Radio in Mexiko. Können drei Euro hier tatsächlich alle Kosten abdecken?

Wenn andere zahlen

Diese Überlegungen dahinter sind durchaus bekannt: Lehrbücher der Volkswirtschaft sprechen hier von externen Kosten. Umweltkosten des Transports und der Produktion etwa werden nicht von den Konsumenten bezahlt, sondern von den Betroffenen oder der Allgemeinheit – im Land des Konsumenten oder einem anderen. Globalisierungsgegner kritisieren seit Jahren, dass billige Produkte nicht zuletzt erst durch eine Senkung von Sozialstandards und niedrige Löhne möglich sind.

Wenn die Chemie (nicht) stimmt

Annie Leonard zeigt in dem Video, wie unsere materielle Welt funktioniert – vom Abbau der Rohstoffe, über Produktion und Konsum bis zur Entsorgung des Abfalls. Mit Details argumentiert sie, warum es wert sein kann, sich über die Geschichte der Dinge, die man täglich benutzt, Gedanken zu machen.

Zur Steigerung des Absatzes der Produkte sehen Menschen heute mehr Werbung in einem Jahr als Menschen vor 50 Jahren in ihrem ganzen Leben. Und die Produktion zeigt Nebenwirkungen: So sind derzeit etwa 100.000 synthetische Chemikalien im Umlauf. Nicht alle davon wurden auf Gesundheitsfolgen getestet. Wie die Chemikalien in Kombination auf uns wirken, bleibt einem großen Selbstversuch überlassen.

Wissenschaftlich ist das Präsentierte zwar nicht neu und schon länger bekannt. Aber Leonard hat die manchmal etwas sperrigen Zusammenhänge der globalen Wirtschaft doch recht schön in ein leicht verständliches und unterhaltsames Video verpackt. Und die Herausforderungen, es besser zu machen, bestehen nach wie vor.

Zum Autor
Mark Hammer arbeitet als freier Journalist in Wien.

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20 Postings
2 filzläuse und ich
10
19.3.2008, 16:51
interessant

aber alle in englisch, das versteht der ösi net...

missmisery
 
41
26.2.2008, 17:40

Ist das für Erwachsene gedacht oder für Kinder? Ich finde es ein bisschen sehr kindgerecht aufgearbeitet, von einem sehr naiven Standpunkt ausgehend.

Drizzle
 
00
26.2.2008, 21:39

denke mal das es für alle altersgruppen, also auch jugendliche, gedacht ist. trotzdem kann man sich ein paar anregungen und denkanstösse holen und selber nachforschen.
eine wissenschaftliche abhandlung wird zwar korrekter und detailierter sein, aber der zugang ist umso schwieriger. ich persönlich halte das ganze für einen gelungenen versuch.

missmisery
 
01
26.2.2008, 23:12

naja, es gibt halt auch was zwischen wissenschaftlicher abhandlung und diesem video. mich persönlich hat dieser extrem kindliche stil ("aber irgendwas fehlt in dieser zeichnung ... da sind nämlich noch menschen ... boah, große erkenntnis") und die wirklich extreme vereinfachung ("die böse Regierung, die bösen Kapitalisten") ziemlich abgestoßen. im laufe des filmchens wirds etwas besser, aber ich finde halt, auch etwas nicht hochwissenschaftliches kommt besser, wenn es halbwegs seriös wirkt.

Drizzle
 
00
27.2.2008, 14:08

du kannst die präsentation angreifen und verurteilen, an der aussage des films änder das aber nichts. übrigens kann man einen "seriösen" beitrag wohl kaum in 20 minuten rüberbringen.

missmisery
 
00
27.2.2008, 14:51

Gegen die Aussage hab ich ja auch gar nichts gesagt, mit der stimme ich ja überein. Ich finde halt, weniger Kindergartentantenstil hätte es auch getan.

Drizzle
 
00
27.2.2008, 17:31

ich denke der inhalt muss genau so präsentiert werden wenn er jugendliche erreichen soll. seriöse oder zu komplexe darstellungen verschrecken und/oder langweilen. wer's genauer wissen möchte wird sich anderweitig schlau machen.

missmisery
 
00
27.2.2008, 20:18

Na aber dann sind wir uns ja eh einig. Deswegen habe ich ja gefragt, ob das Filmchen für Kinder (von mir aus Jugendliche) oder Erwachsene gedacht ist ... im Artikel klingt es nämlich so, als wäre es für Erwachsene, und darauf bezog sich meine Kritik. Für Kinder/Jugendliche ist es eh super.

Im Übrigen frag ich mich schon, wer mir für eine simple Frage rote Stricherl gibt ...

DieWahrheitistdenMenschenzumutbar
01
26.2.2008, 13:25
die Einsicht kommt langsam

Leider wird dieses Wissen über die Zusammenhänge nicht gelehrt, deswegen können die Lobbyisten so viel Unfug verzapfen. Leider ist der Standard aber ein Medium das sehr weit im Sumpf steckt. Sonst würde ein wenig mehr auf investigativen Wirtschaftsjournalismus gesetzt und weniger auf Interviews von selbst ernannten Experten wie z.B. Klimaschutzgegner...
Lustig auch die Werbung für den Rohstoff-Börsenbrief hier- das zeigt genau wohin uns der eKapitalismus führt. Keine Spur menschlicher Vernunft reine Businesslogik.

Greg Eisenstein
00
26.2.2008, 10:22
Klingt komisch,

is aber so!

Drizzle
 
00
26.2.2008, 09:05

der film regt wirklich zum nachdenken an. ein paar zahlen scheinen mir aber übertrieben (auch für amerikanische verhältnisse). ansonsten kann man sich das vorbehaltlos ansehen.

ChesneyB
00
27.2.2008, 18:38

Ich glaube nicht, daß die Zahlen übertrieben sind. Der Part über Computer ist aber Unsinn. Das System ist um so vieles komplexer, daß eine so starke Vereinfachung schlicht und einfach falsch ist.

iq007
 
05
26.2.2008, 02:20
Globaliserungsgegner ist der Name den Globalisierungsbefürworter

den Globalisierungskritikern geben.
bitte aufpassen

johann potakowskyj
 
00
25.2.2008, 22:37
ich ernnere mich

vor etwa 18 jahren präsentierte ich ein werkkonzept mit dem arbeitstitel "hr. rostratos". ich gab nur einem groben ramen vor und beschrieb die schlusszene. der rest sollte open source erarbeiten erarbeite werden. da wir ja alle gemeinsam dieses größte feuer aller zeiten errichten um in die geschichte einzugehen.

am ende der darbietung sollten alle, produzenten und puplikum mit ihrer signatur ihren historischen willen dokumentieren.

naja, es wurde leider nicht unterstützt. die schwarzen meinten, das projekt wäre wirtschaftfeindlcih. die roten meinten, dass dieser unterdrückte sich in der geschichte nichts anders verwirklichen kann, als wenn er das feuer der revolution entzündet ... (also themenbruch)

heute brauchts ja kein kunstwerk meh

thomazz
00
26.2.2008, 13:47

nach diesem aufschlussreichen posting über ihr konzept kann man nur sagen: ihnen wurde großes unrecht getan.

_mokusho_
05
26.2.2008, 12:01
nicht böse sein

aber falls ihr grosses projekt damals annähernd schlampig präsentiert wurde, wie ihr posting hier, wundert mich eine ablehnende haltung überhaupt nicht.

johann potakowskyj
 
10
26.2.2008, 17:58
sie sind halt ein kleingeist

allein, dass ich mit meinen tippfehlern und schlampigen einträgen solche kleingeister, wie sie fange, ist es wert, diese aufrecht zu erhalten.

melden sie sich doch wieder zu wort, wenn sie mich mit besseren inhalt schlagen können.

mfg

match box
01
27.2.2008, 10:17
Nicht die Tippfehler...

Mir fehlt es eher am Inhalt. Ausser dem Namen dieses Werks und der Tatsache, dass alle dagegen waren lässt sich aus dem Psoting nichts entnehmen.

Kleine Geister können sich nur kleine Kristallkugeln leisten.
Worum geht es eigentlich?

johann potakowskyj
 
00
27.2.2008, 13:47
das konzept und das drum herum damals bestand natürlich nicht aus 70 anschlägen.

es ist schon was, wenn man da ein bisserl inhalt rüberbekommt.

mag sein, dass ich derzeit gerne auch schreibe, was ich nicht zusammengebracht habe. ich denke sehr viel darüber nach.

ich möchte zeigen, welches risiko so ein künstler so auf sich nimmt. oder vielleicht ists auch nur private trivialität, da ich gerade meine sachen durchsehe und zusammenpacke und so nebenbei den immer notwendigeren umzug ganz schlecht auf die reihe bekomme.

das ist eine zeit, da mir vorhalte gemacht werden. so erzähle ich halt um mich abzulenken.

übrigens konnte man sich damals ein werk als open source noch nicht vorstellen ---

wien eben.
hier ist immer erst alles neu, wenn man es schon nachmachen kann.

mfg

Ka :: www.nnw.at
 
00
25.2.2008, 20:24

ein wirklich sehr empfehlenswertes piece of art..
unbedingt die homepage besuchen.. dort spielts eh gleich oben ab...
gruzs
ka
www.nnw.at

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