Ein europäisches Master-Netzwerk

26. Februar 2008, 13:10
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Mit dem europäischen Masterprogramm CEMS setzt die Wirtschafts-Uni Wien auf Qualität – beim Lehrangebot und bei den Leistungen der Studenten

Wer eine Karriere im internationalen Management anstrebt und der Riege der "leistungsstarken Studenten" entspricht, für den könnte das CEMS-(Community of European Management Schools)-Masterprogramm von Interesse sein. Am Lehrplan stehen ein Semester an einer europäischen Top-Universität sowie ein Berufspraktikum in einem internationalen Unternehmen. In der Freizeit trifft man einander zum Networken.

Der Unterschied zu anderen MBA-Programmen: "CEMS ist ein internationales Netzwerk von 17 Top-Universitäten und multinationalen Unternehmen. Wer mit einem CEMS-Master abschließt, kann sichergehen, dass er international ausgebildet ist", erklärt der CEMS-Chairman und Rektor der HEC Universität Paris, Bernard Ramanantsoa, im Standard-Interview. Unter den mehr als 50 Partnerunternehmen befinden sich Großbanken, Energiekonzerne und Unternehmensberatungen. Sie leisten einen finanziellen Kooperationsbeitrag, viele Manager tragen als Gastvortragende aus der Praxis vor.

Die Wirtschaftsuniversität Wien ist seit 1980, als einzige österreichische Universität, CEMS-Mitglied. Rektor Christoph Badelt hebt vor allem die Qualität der Ausbildung und der Professoren hervor, die auf allen Universitäten gleich hoch sei. Ein Blick in das CEMS-Kursangebot der WU zeigt, dass fast ausschließlich Seminare zu betriebswirtschaftlichen Grundlagen angeboten werden. Was ist mit den sozialen Fähigkeiten?

"Die Social Skills wie etwa Verhandlungs- und Präsentationsgeschick erlernen die Studenten während der Praktika in den Unternehmen", berichten Badelt und Ramanantsoa. Unter den österreichischen Studierenden ist die Nachfrage nach dem CEMS-Master groß. Im Jänner 2007 haben sich 162 Interessierte beworben – rund ein Drittel davon schafft es nach dem mehrtägigen Aufnahmeverfahren auch tatsächlich in den Lehrgang. Zu den Aufnahmekriterien zählen Studienerfolg, Fremdsprachenkenntnisse sowie Persönlichkeitsmerkmale. Für diejenigen, die es in den Lehrgang geschafft haben, tut sich laut Ramanantsoa ein internationales Netzwerk auf: "CEMS ist nicht nur eine Ausbildung. Die CEMS-Gemeinschaft, bestehend aus Studenten, Absolventen und Unternehmen, trifft sich mehrmals im Jahr. Hier werden auch Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern geknüpft."

Die Hälfte aller CEMS-Teilnehmer sind Frauen. Warum Frauen fürs Management ausgebildet werden, dann aber doch sehr wenig in Managementpositionen zu finden sind, kann weder Badelt noch Ramanantsoa beantworten. Schuld sei die "gläserne Decke", der man aber auch über CEMS entgegenwirken möchte, ist man sich einig.

Im Jahr 2008 feiert das europäische Masterprogramm das 20-jährige Bestehen. In der _Zukunft will man weiterwachsen. Laut Ramanantsoa soll CEMS innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre auch über die Grenzen Europas hinaus angeboten werden.

Für Christoph Badelt geht es in den nächsten Jahren darum, die WU Wien international zu positionieren. "Wir legen den Schwerpunkt auf die Fächer Finanzierung und internationales Management, speziell in Mittel- und Osteuropa."

Vonseiten der Studierenden hat man mit CEMS sehr gute Erfahrungen gemacht. Allein das Aufnahmeverfahren sei "sehr hart", so ein WU-Student. Badelt und Ramanantsoa sehen das durchaus positiv: Immerhin gehe es darum, die Top-Führungskräfte von morgen auszubilden. (Claudia Peintner/DER STANDARD Printausgabe, 23./24. Februar 2008)

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WU CEMS
  • Einblicke und Ausblicke zu CEMS: Christoph Badelt, Rektor der WU Wien, und Bernard Ramanantsoa, CEMS-Chairman und Rektor der HEC Paris.
    foto: standard/newald

    Einblicke und Ausblicke zu CEMS: Christoph Badelt, Rektor der WU Wien, und Bernard Ramanantsoa, CEMS-Chairman und Rektor der HEC Paris.

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